Archiv des Autors: Mema

Kariertes Haengerchen, Knip 11/18-21

MeMadeMittwoch im März 2018. Was habe ich angezogen heute morgen?

Heute trage ich mein Postbotenkleid.

Postbotenkleid? Es klingelt, der Postbote bringt die Pakete und ich bin noch nicht vollständig angezogen, das Kleid übergeworfen und schon ist alles ok.

Dieses Kleid aus der November Knip 2018 musste es sein! Unbedingt und sofort!!

Raglan, originelle Verarbeitung des Karos – die Ärmel im geraden, der Kleiderkörper im schrägen Fadenlauf, das neckische Schleifchen, Fransen an den Ärmeln, Taschen in den Seitennähten, das Modell sah so interessant und bequem aus.

Der karierte Stoff aus dem Schrank war nicht lang genug! Die Bielefelder Stoffläden hatten nichts entsprechendes und auf dem Stoffmarkt musste ich dann einen Kompromiss machen. Der Wollstoff ist von sehr guter Qualität, das Muster ist perfekt für den Schnitt aber die Farben…… na ja. Etwas auffälligeres hatte mir besser gefallen. So ist das Kleid ein Kompromiss. Auch die Passform ist so na ja. Ich hätte doch eine Probe nähen sollen. Nun, ist es ein Postbotenkleid.

Das Nähen ging schnell und einfach. Problematisch war nur, dass ich nicht genug Stoff hatte. Quer zum Fadenlauf verschlingt eben Stoff. Am Ende musste ich stückeln, sogar am Hals des Vorderteils!


Aber mit den Fransen an den Ärmeln gab es keine Probleme.


Quilt

Seit 6 Jahren hängt diese Landkarte im Flur. In den letzten 4 Jahren haben wir unsere genaue Reiseroute dort eingezeichnet. Letztes Jahr haben wir die „Grüne Band Reise“ abgeschlossen und nun soll auch die Karte von der Wand. Ich habe aber noch etwas besonderes mit ihr vor. Sie soll mir als Muster für ein Map Quilt dienen.

Bei der Vorbereitung auf die Reise bin ich im Internet auf ein Quilt von Clara / Bimbambuki gestoßen. Clara wohnt gerade in Petersburg und hat einen Teil ihrer Stadt in Stoff als Quilt verarbeitet. Das hat mich sehr fasziniert. Sie hat die Schritte in ihrem Blog dokumentiert und ich habe eine Ahnung davon bekommen wie anspruchsvoll und interessant so ein Projekt ist. Bis dahin hatte ich für mich vollkommen ausgeschlossen jemals Quilts selber anzufertigen. Die wenigen Werke bei Patchworkausstellungen fand ich nicht sehr ansprechend, oft altmodisch, mitunter merkwürdig in der Farbwahl und der Motivgestaltung, allerdings hatte ich immer große Hochachtung vor dem hohen handwerklichen Können.

In Sankt Petersburg konnte ich Claras Werk anschauen und ein wenig mit ihr über die Entstehungsgeschichte sprechen. Immer größer wurde die Lust doch auch so etwas zu versuchen. Schon während des Restes der Reise habe ich mich damit beschäftigt, in den Antiquariaten in Russland, Schweden und Finnland nicht nur nach Nähbüchern sondern auch nach Quiltliteratur Ausschau gehalten, Quiltmagazine gekauft,

in den Museen alte Quilts fotografiert…….

Das Thema hat mich nicht mehr losgelassen. Der Quiltbereich im Internet ist riesengroß. Und es gibt moderne Quilts die mir sehr gefallen. Für mein Projekt aber habe ich immer mehr Fragen gehabt: Welche Technik, was für ein Stoff, welche Farben??????

Nach langem Zögern habe ich mich entschlossen einfach mal anzufangen. Zuerst nähe ich einen Probequilt um mich mit dem Hantieren mit Rollenschneider, Inch Lineal, Batting, Backing usw. zu üben. Und an der Volkshochschule habe ich einen Patchworkkurs gebucht. Aus lauter alten blauen und weißen Stoffen fertige ich einen Fischgrätenquilt. Etwas grün als Kontrast kommt noch dazu. Das Muster dafür habe ich schon während der Reise durch Russland online gekauft. Die Stoff sind überwiegend schon Jahrzehnte in meinem Besitz.


So weit so gut. Im Hinterkopf beschäftigt immer weiter der Map Quilt. Es gibt zwei konkurierende Varianten.

Die Firma Haptic Lab verkauft Vordrucke von Stadtplänen, die dann mit einfachen Stichen auf Baumwollstoff gestickt und zu Quilts verarbeitet werden. So einen Vordruck könnte ich mit meiner Karte anfertigen und die Länderkonturen, die Reiserroute und sonst noch allerlei Besonderes einsticken.

Die zweite Variante ähnelt dem Piterquilt von Clara. Mit English Paper Piecing Technik (Land an Land mit der Hand zusammennähen) und Needle Turn Technik (manche kleinere Sachen oder auch ganze Länder auf einen Unterstoff applizieren) könnte so Stück für Stück die Landkarte aus Stoff entstehen. Hier gibt es noch andere Beispiele für diese Technik.

Vielleicht sollte ich beide Techniken auf kleinen Kissenplatten ausprobieren?

Nun, zunächst arbeite ich weiter am Herringbone Quilt und entscheide ob ich Polyester-, Baumwoll-, Woll-, Ikeaflies oder Bambusbatting als mittlere Schicht bevorzuge. Fragen über Fragen.

Meinungen und Erfahrungen von euch sind hochwillkommen.

Von allem mehr – Stella Shirt, LB Pullover und weite Hosen

Me Made Mitthwoch mit neuem Team. Wie schön. Was trage ich heute?


Eine weite weite Hosen (alter eigener Schnitt, immer noch aktuell) habe ich am Morgen angezogen, eine dünne, durchsichtige Viskosebluse (Stella Shirt Named Clothing) und einen dicken, weiten Pullover (LB Papertheorie). In diesem Winter ist das meine übliche Kombination.

Von allen drei Teilen gibt es mehrere Varianten.

Die Hose habe ich sicher schon 6 -7 Mal genäht, mit Futter im Winter und ohne Futter für Herbst, Frühling und Sommer. Der Schnitt ist selbstentwickelt. Hier gibt es einen kleinen Einblick.

Hemden/Blusen nach Stella Raglan Shirt von Named Clothing gibt es dreimal; in Viskose, in Seide und in Polyester.

Mein absoluter Winterhit ist zurzeit aber der LB Pullover von Paper Theorie. Ich nähe ihn in 30 Minuten – na, mit Fadenwechsel an den Nähmaschinen und den Zuschneiden brauche ich maximal 45 Minuten und ich liebe es ihn zu tragen. Sowohl fester Webstoff als auch dehnbarer Strick geht gut und besonders gerne nehme ich besondere Stoff. So ein einfacher Schnitt und trotzdem so schön.

Weil das Weiß des Pullovers sich so schlecht fotografieren ließ gibt es es kleines Extrafoto. Den Stoff habe ich in Gütersloh mit Clara gekauft. Sie zeigt heute auch ein Kleid aus Stoff von dem Besuch.

Die weißen Teile und die schwarze Hose sind im Januar bei den anNÄHerungen in Bielefeld entstanden. Mein Thema war:
„Meine Mutter wird 90 Jahre, was ziehe ich an“.
Der Geburtstag ist vorbei und mein Konzept ist aufgegangen. Ich war passend gekleidet, konnte meine alten Tanten mit Selbstgenähtem erfreuen, meine Mutter konnte mit den Fähigkeiten ihrer ältesten Tochter strunzen (Karriere im Beruf zählt da weniger) und ich habe mit der Enkelin zwischen den Essensgängen kleine Wettläufe in die nahe Reithalle machen können.

Schöner Gruß und bis zum nächsten Monat liebe Memademittwochsleserinnen .

Weihnachtskleid Sew Along 2018 – Finale

Das Weihnachtskleid Sew Along Finale läuft schon seit mehreren Tagen. Erstmals haben die (alten) Organisatorinnen für jeden Meilenstein 7 Tage Zeit gegeben. Gute Idee. Ich konnte mir also viel Zeit lassen mein Ergebnis zu zeigen. Schwarze Kleidung und trübes Wetter ist für Fotos mit laienhaftem Equipment entweder für die Betrachtenden und die Fotografierenden eine Herausforderung. Aber so ist es. Wir sind hier ja nicht im Fotostudio.

Mein Ensemble war pünktlich fertig und ich bin sehr zufrieden. Es ist bequemer und schöner als gedacht. Rock und Oberteil haben gemeinsam und auch getrennt mit anderen Teilen Auftritte gehabt. Nur Fotos habe ich nicht gemacht. Gerade wurde das nachgeholt.

Die Inspiration habe ich mir von einem alten Chanel Ensemble aus dem Jahr 1927 geholt. Gabrielle Chanel hat zu Begin ihrer Karriere als Erste für Damenkleidung mit Jersey gearbeitet. Darüber habe ich bislang wenig gelesen. „About My Buttonbox“ hat im Nachgang zum Treffen in Hamburg einen Beitrag über die 20er Jahre verfasst und dabei das Ensemble gezeigt. Als Modell für ein Weihnachtkleid sehr geeignet.

Rock und Top sind selbstkonstruiert und in den vorherigen Beiträgen habe ich hier und hier darüber berichtet wie ich vorgegangen bin. Spaß hat ’s gemacht.

Unklar war beim letzten Mal noch die Verarbeitung des Saums am Rock:
Der Saum des Rockes ist roh also ohne Versäuberung geblieben. Ich habe nur eine kleine Sicherungsnaht 2 cm oberhalb des Saumendes angebracht. Inzwischen habe mir überall wo ich war Plisseesäume gesehen; immer wenn die Säume nachträglich gefertigt werden müssen gibt es Probleme. Die von mir jetzt gewählte rohe Art habe ich sogar in teuren Läden bei hochwertigen Stoffen gefunden.

Oberteil und Rock, mit und ohne Gürtel, sind wunderbar zu kombinieren. Hier trage ich den Rock mit dem Top vom 2017 WKSA und das Top mit einer uralten, selbstkonstruierten Winterhose.

Das MMMittwochsteam wechselt. Ich bin sehr froh, dass es weitergeht. Herzlichen Dank für die scheidenden Frauen und willkommen den Neuen. Ich bin sehr gepannt auf die neuen Ideen und Anregungen. Und ich freu mich auf die Weiterführung der alten Tradition Weihnachtskleid. Es wird doch wieder einen Sew Along geben oder?

Für euch alle einen schönen, friedvollen oder trubeligen Jahreswechsel ganz wie ihr wollt.

Mema

Weihnachtskleid Sew Along 2018 – 3 – erster Zwischenstand

Sonntag, 9.12.2018 – Erster Zwischenstand.
Hier die Berichte dazu

Die Fragen des Treffens:
Das Probemodell ist genäht und passt. Jetzt geht es weiter.
Nichts passt. Der Schnitt nicht zu mir, der Stoff nicht zum Schnitt. Hilfe!!!
Ach, alles nicht so schlimm. Weihnachten hat 3 Tage, ich nähe jetzt das 2. Kleid.

Ich bin angekommen und jetzt quasi im Flow. Die Arbeit am Modell gefällt mir sehr. Schritt für Schritt beantworte ich mir die Fragen des Projektes. Ein sehr interessanter Prozess. Schon im letzten Jahr hat mir diese Art der Arbeit wärend des Sew Along „vom Laufsteg in den Kleiderschrank“ organisiert von Monika und Yvonne sehr gefallen. Ich arbeite nichts ab sondern plane und gestalte jeden Schritt im Prozess selber.

Im Ausstellungskatalog der tollen Chanelausstellung in Mettingen 2013 kommt mein Modell auch vor. Unten Fotos vom Katalog. Das Ensemble war aber nicht Gegenstand der Ausstellung sonst hätte ich mich sicher erinnert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Welche Fragen haben sich mir gestellt?

Schnittmuster:

Der Rock und das Top sehen  vom Schnitt her sehr einfach aus.
Der Rock hat ein gerades Plisseeunterteil und einen breiten glatten Sattel. Ich verwende hier elastische gedoppelte Mikrofaser aus der Dessousstoffekiste. Als Schnitt habe ich den oberen Teil meines selbstkonstruierten Rockschnitts verwendet. Statt eines Taillenbundes werde ich oben ein breites Gummi einziehen. Und weil das Plissee sehr durchsichtig ist habe ich den Rock gefüttert. Noch ist der Rock viel zu lang. Das ändere ich wenn auch das Oberteil fertig ist.

Für das Oberteil verwende ich einen meiner T-Shirtschnitte. Über den Verlauf des Halsausschnitts und die Länge des Teil entscheide ich auch erst, wenn ich beides gemeinsam anziehen kann. Zunächst muss ich aber die Biesen in den Stoff einnähen und erst dann schneide ich zu. Es gelingt mir nämlich nicht zu berechnen, wieviel breiter der Stoff wegen der Biesen sein muss. Ich habe auch entschieden die linke Seite des Strickstoffs als sichtbare Seite zu verwenden. Sie ist stumpfer und der Kontrast zu den beiden anderen Stoffen gefällt mir besonders gut.

Das Einnähen der Biesen ist eine wirkliche Fleißarbeit. Es wird nicht exakt, etwas krumm und schief, handgenäht, von einer Laiin eben.

 

 

 

 

 

Verarbeitung schwieriger Stoffe:

Dünnes Plissee
Die Falten habe ich erfolgreich mit Klebeband gebändigt:

Über die Verarbeitung des Saumes denke ich noch nach. So gefällt es mir noch nicht.

Dehnbare Mikrofaser für den Sattel des Rocks
Der Stoff wurde gedoppelt. So hat er ein größere Stabilität bekommen, sitzt jetzt gut und ist gleichzeitig sehr bequem. Es ist kein Reißverschluss nötig, ich kann so in den Rock einsteigen.

Gürtel aus dehnbarem Mikrofaserstoff
Das habe ich erfolgreich gemeistert. Diese Videoanleitung hat mir dabei gute Dienste geleistet. Die Idee mit dem aufbügelbaren Bundfix hat es hier gebracht. Es fehlen noch die Löcher für den Dorn.

Und das ist der Zwischenstand:

 

mein erster Beitrag
der zweite Beitrag

und hier noch die nächsten Termine des Sew Along:
Sonntag, 16.12.2018 – Zweiter Zwischenstand
Mittwoch 26.12.2018 – Finale