Archiv des Autors: Mema

Das gruene Band – Teil 4 – Reisegarderobe

Der letzte Teil unserer großen Reise entlang des grünen europäischen Bandes  an der ehemaligen Grenze zwischen Ost und West steht kurz bevor. Heute zeige ich meine Reisekleidung. Wie  2015 , 2016, und 2017 wird sie  klein, flexibel und überwiegend selbstgenäht sein. Wir werden über Helsinki in FInnland und Estland nach Russland fahren. Dort geht es über Weliki Novgorod und Sankt Petersburg weiter nach Norden durch Karelien, das russische und ev. auch das finnische. Dann bis zum norwegischen Nordkap und zurück über Schweden mit einem kurzen Abstecher in Stockholm. 8 bis 9 Wochen werden wir uns Zeit lassen.

Viele Kleidungsstücke sind schon in den vergangenen Jahren entstanden. Ich habe nur ein paar Sachen neu genäht. Rot, Schwarz und etwas Weiß sind dieses Jahr die Farben. Genau wie schon 2015. Ich rechne mit ehr kühlem, oft regnerischem Wetter.

die Shirts sind alle schon mehrere Jahre alt. Fast alle sind nach meinem üblichen Schnitt entstanden. Und, ohne Foto, noch zwei uralte gekaufte Streifenshirts zum Schlafen.

die Kleider sind auch alte Schätze:

Vogue 1350,   Vogue 8379,  und Vogue 1027

die Jacken, eine Harper aus Wollstrick, eine gekaufte dünne Steppjacke und die neue Regenjacke aus gewachster Baumwolle .

Hosen und ein Rock,

die Jeans ist eine Ginger, die schwarze Stoffhose ist eine Sasha Trousers beide von ClosedCase .
Die rote Leinehose und der schwarze Kunstlederrock sind nach eigenen Schnittmustern genäht.

 

die Blusen

Marley woven shirt von StyleArc , Dove von Megan Nielsen  und Jac von Tessuti Fabrics

 

die Pullover
der schwarz weißer Pulli  Schnitt ist von Sew House Seven, Toaster 2, der rote Merinowollpullover ist nach einem alten gekauften Pulli genäht.

Und ein paar Tücher etwas Schmuck und zwei Sets alte, schwarze, selbstgenähte Dessous.  Auch der schwarze alte gekaufte Badeanzug kommt in den Koffer. Davon gibt es kein Foto.

Glücklicherweise passt alles in meinem kleinen Trollikoffer und es ist auch noch Platz für Dessous und Schmuck und eine Kulturtasche. Was da mitkommt, darüber habe ich noch nicht entschieden. Ich werde es nachträglich hier einstellen. Schuhe

und die dicke Wachsjacke brauchen nicht in den Koffer. Sie liegen lose im Auto.

Ganz zum Schluss habe ich noch die Stella Bluse von Named eingepackt. Zuerst bin ich ja in Helsinki da liegt es nahe den kleinen Laden zu besuchen und diese Bluse anzuziehen.

 

Schnittmusterbeschreibung / Hut / Vogue 8844

Da meine neue Regenjacke ja keine Kapuze bekommen hat, nähe ich noch einen Regenhut aus gleichem Stoff. Der Schnitt Vogue 8844 ist schon älter und wird nicht mehr verkauft. Die Designerin ist offensichtlich eine bekannte Hutmacherin “ Patricia Underwood „. Nie von ihr gehört.

Es gibt drei Varianten im Schnittmuster.

Ich habe mich für Version A entschieden. Viele gratis Schnitte für Sommerhüte kann man im Netz finden. Vogue 8844 ist aber in kleinen Details interessant geschnitten und so hat sich für mich die Inverstition (von vor einigen Jahren) gelohnt. Mir gefallen die kleinen besonderen Schnittführungen: die Krempe ist z.B. nicht überall gleich breit, der Hutdeckel ist speziell geformt und hat deshalb eine Mittelnaht.

Anleitung:
Die englische Anleitung ist ausführlich und mehr als ausreichend.

Verwendeter Stoff:
Rote gewachste Baumwolle und als Futter eine Baumwolle die extra für gewachste Baumwolle empfohlen wird sowie aufbügelbare Versteifung unbekannter Herkunft.

Größen:
Der Schnitt enthält 3 Größen. Entscheidend ist der Kopfumfang.

Verarbeitungshinweise:

Länger als das Nähen hat es gedauert bis ich mich für die innere Verstärkung entschieden hatte. Verschiedene aufbügelbare Stoffe habe ich ausprobiert. Ich wollte eine gewisse Steifheit aber der Hut sollte noch faltbar bleiben. Jetzt habe ich eine mittlere Stärke auf den Futterstoff gebügelt und erst der Praxistest wird zeigen ob das gut war. Auf den Außenstoff wollte ich nichts bügeln da er gewachst ist und sich schlecht mit Hitze bearbeiten läßt. Offensichtlich ist der innere Hut etwas verzogen. Beim Zusammennähen musste ich ihn in kleinere Falten legen. Beim nächstem Mal sollte ich da besser aufpassen.

Fazit:

Ein schnelles erfolgeiches Projekt. Immer wieder gerne.

Schnittmusterbeschreibung – Regenjacke aus gewachster Baumwolle – Burda 11/177/Nr. 103

Ein Regenjacke aus natürlichem Material war mein Wunsch. Gewachste Baumwolle als Regenbekleidung trage ich schon lange. Ich kenne auch die Nachteile. Solche Jacken sind sehr viel schwerer als moderne Kunststoffe aber sie sind auch irgendwie besonders. Vor einiger Zeit habe ich entdeckt, dass es gewachste Baumwolle auch in hellen Farben gibt. Ich habe Rot gewählt. Bei der Suche nach einem Schnittmuster bin ich auf den Anorak aus der Burda 11/2017 Nummer 103 gestoßen, gefüttert mit Kapuze und länger geschnitten.  Viele meiner Wünsche erfüllt der Schnitt.

 

Anleitung:
Die Anleitung ist „Normalburda“. Mir hilft es sie Schritt für Schritt zu befolgen. Dann klappt das schon. Ich fand die Anleitung gut. Den schwierigsten Teil, die Anleitung für die Kapuze, habe ich aber ausgelassen. Hier hätte ich vermutlich Probleme bekommen.

 

Verwendeter Stoff:
Rote gewachste Baumwolle und als Futter eine Baumwolle die extra für gewachste Baumwolle empfohlen wird.

Größen:
Der Schnitt geht bis Größe 44. Ich habe gleich beim Kopieren auf Größe 46 gradiert. Das hat gut geklappt

Verarbeitungshinweise:
Je mehr ich mich mit dem Schnitt beschäftigt habe umso mehr Zweifel hatte ich an der Kapuze. Ein genähtes Modell einer Burdaleserin  bestätigte mich schließlich darin, das diese Kapuze nicht praktisch sein kann. Ich habe mich also gegen die Kapuze und für einen Hut (Vogue 8844) entschieden.

Die Taschen in den Seitennähten sind nicht besonders praktisch. Ich habe sie um zwei Innentaschen ergänzt. Warum haben Frauenjacken eigentlich nicht sowieso Inntentaschen?

Sonst habe ich nichts verändert. Die Jacke sollte mit dickem Garn und Ziernähten gearbeitet werden. Das hat nicht gut funktioniert. DIe Ziernähte sind nicht besonders schön geworden. Meine Maschine hat wechselnd gut und schlecht gearbeitet obwohl ich Markengarn verwendet  und die Nadeln sehr oft gewechselt habe.

Bügeln ist ein Problem. Das Wachs schmilzt natürlich und versaut alles. Außerdem fehlt der Wachs dann im Stoff. Besser bin ich gefahren mit Ausstreichen der Nähte mit dem Daumennagel und einem Hölzchen.

Fehlsstiche und Heftstiche sind im Stoff noch einige Zeit zu sehen. Sie haben sich aber nicht umgehen lassen. Wo immer es ging habe ich mit Stoffklammern gearbeitet.

Fazit:
Ich bin sehr zufrieden mit der Jacke. Klasse ist sie. Mir fehlen nur bequeme Taschen in die ich bei Regen unkompliziert meine Hände stecken kann. Vermutlich werde ich die noch nachrüsten. Dennoch kann ich den Schnitt sehr empfehlen.

 

Schnittmusterbeschreibung – Marley woven shirt

Bei der australischen Firma StyleArc habe ich schon verschiedene Schnittmuster gekauft und wieder und wieder genäht. Das Marley woven shirt gehört auch dazu. Gerade habe ich ein rotes Hemd für den Urlaub genäht. Es ist als Ersatz gedacht.

 

Das erste Rote ist vollständig aufgebraucht.

Das Marleyhemd ist hüftlang, hat dreiviertellange Ärmel und kleine Schlitze an allen Säumen, ein lässiges Teil, das als Bluse aber auch als Sommerjacke getragen werden kann.

Anleitung:

Diesen Schnitt habe ich als Papierversion gekauft und wird nur die eigene Größe bestellt, es gibt  Mehrgrößenschnitte inzwischen auch, dann aber nur als PDf. Die Papieranleitung kommt auf schönem dicken Papier mit professionellen Nähzeichen. Es ist mir immer wieder eine Freude damit zu arbeiten. Ein kleiner Stoffschnipsel, auf das Deckblatt aufgeklebt, zeigt welche Art Stoff die Designerin vorschlägt.

Die englische Anleitung ist echt knapp gehalten und manchmal muss gerätselt werden wie das denn jetzt wohl geht. Knifflige Nähschritte werden mit kleinen Zeichnungen illustriert, dass hilft meistens.

Verwendeter Stoff:
Das rote neue Hemd ist aus dickerer Baumwolle mit Elastan, das ältere Hemd ist aus Viskose mit Elastan und das orange ist aus einem alten Bettlaken. Die Faser gibt mir schon immer Rätsel auf.

Größen:
Die FIrma hat ein eigenes Größenschema. Vor dem Bestellen ist natürlich der Vergleich mit den eigenen Maßen notwendig. Die Maße der Modelle in inc und cm findet man auf der jeweiligen Seite des Schnittmusters unten.

Verarbeitungshinweise:
Das erste Hemd habe ich so genäht wie der Schnitt es vorgegeben hat. Bei den beiden anderen  habe ich eine kleine FBA gemacht und die Schultern verschmälert. Den Kragen der letzten Bluse habe ich zunächst wie ein Herrenhemd verarbeitet und fachgerechte EInlagen eingebaut. Zu dem lässigen Stil hat das nicht gepasst. Ich habe dann den Kragen erneut zugeschnitten und keine Einlage mehr verwendet. Das gefällt mir jetzt viel besser. Über die Lage der Knopflöcher und Knöpfe entscheide ich immer ganz am Schluss und bei einer Anprobe. Der entscheidende Knopf sitzt auf Brusthöhe. Danach richten sich dann die andern aus. Und zwei Reserveknöpfe näh ich an die Seitennaht.

Fazit:
Irgendwas ist mit dem Schnitt. Ich kann es nicht beschreiben. Die Teile sitzten nicht perfekt an meinem Körper. Trotzdem sind sie perfekte Begleitung auf meinen Reisen, als Blusen, als dünne Jacken über Kleidern, als leichter Sonnenschutz. Ich sollte mir die Mühe machen den Schnitt noch mal besser anzupassen. Vermutlich lohnt sich das.

 

Hop oder Flop / Sack oder nicht

Diese Frage muss ich mir selber beantworten. Ich weiß es nicht bei diesem Kleid, mal ist es so gut und mal fühlt es sich anders an. Den Schnitt finde ich sehr interessant. Hier habe ich eine Beschreibung veröffentlicht. Ziemlich schnell nach der ersten Veröffentlichung habe ich ihn mir besorgt den Schnitt, denn er hat mir so gut gefallen. Jetzt trage ich das Kleid manchmal und rätsel darüber wie es mir eigentlich gefällt. Ich denke jede Näherin hat solche ambivalenten Stücke. Vermutlich hat das auch damit zu tun wie die Frau sich gerade selber leiden kann, wie liebevoll sie sich im Spiegel beurteilt. Oder ich habe es schlicht eine Nummer zu groß genäht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nicht ambivalent bin ich bei der Beurteilung des neuen Rhytmus des deutschen Me Made Mittwoch. Jeden Monat einmal, das ist im Moment offensichtlich passend.

Die Bloggerszene der Näherinnen von Kleidung hat sich schon immer verändert und die Bewegung hat sich in den letzten zwei Jahren noch mehr beschleunigt und ist noch viel differenziert worden. Immer mehr Sew Alongs und wöchentliche Treffen gibt es. Private und semiprofessionelle Initiativen entstehen und sind oft nicht auseinanderhaltbar. Es wird immer vielfältiger und unübersichtlicher. Blogs schließen oder die Besitzerinnen schreiben immer weniger,  andere Blogs werden immer  perfekter und „glänzender“.  Diskussionen über Nähthemen lese ich kaum noch. Und die zum Teil sehr emotionalen Auseinandersetzungen früherer Zeiten gibt es nicht mehr. Gut oder schlecht? Nun auch Streit ist Begegnung. Und Reibung ist für Entwicklung unerläßlich. Die Szenen haben sich jeweils in ihre eigenen Kreise verzogen. Und es kommen neue Medien wie Instagram dazu. Ganz normal ist das. Ich bin sehr gespannt was sich für neue Türen auftun.

Heute, am 2. Mai ist aber wieder MMM. Hier stellen die anderen Frauen ihre Produkte vor.