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Egg-Shape Mantel

MeMadeMittwoch mitten in der Zeit des Teamwechsels. Es geht weiter! Wie schön.
Das habt ihr gut gemacht altes Team. Danke dafür.
Herzlich Willkommen euch neuen Frauen. Ich freu mich auf eure Impulse.

Ich zeige heute meinen neuen Wintermantel.
Das teuerste Schnittmuster ever, 50 CHF und dann noch ca. 25 € für die Überweisung dieser Fremdwährung (es hätte deutlich günstigere Möglichkeiten gegeben!), 30 € für den schönen weichen Wollstoff von Annette Görz, 10 € für das bunte Futter das schon länger auf Halde lag, 10 € für die Einlagen, ca. 5€ für Faden und  sonstige Kurzwaren, alles das ergibt einen guten Wintermantel. Um eine wirkliche Kalkulation zu machen müsste ich noch meine Arbeitszeit berechnen. Aber mit welchem Stundenlohn? Meinem alten als Geschäftsführerin? Dem einer Hilfskraft im Schneiderhandwerk? Ich kalkuliere diesen Mantel auch nur um die hohen Kosten für den Schnitt innerlich zu rechtfertigen. Mich hat dieser Mantel also unter 150€ gekostet. Der Schnitt ist professionell gemacht, gut beschrieben und ich hatte kaum Probleme beim Nähen. Alles Gut.

Der Schnitt ist von Susanne Hirt, Trendschnitt, Stans, Schweiz entworfen. Sie hat ihn auch in der Rundschau Damenmode vorgestellt. Da hat Julia, Piek und Fein ihn entdeckt und letztes Jahr vorgestellt. Ein Jahr habe ich dann noch gebraucht um ihn auch zu nähen.

Julia hat eine Schnittmusterbeschreibung verfasst der aus meiner Sicht nichts hinzuzufügen ist. Ich verzichte auf eine eigene Beschreibung.

Ein Mantel für alle Fälle ist entstanden. Nur einen kleinen Wermutstropfen gibt es: er ist etwas zu kurz für meine Kleider. Ich habe ihn genäht wie der Schnitt es vorsah und nicht daran gedacht ihn auf die Länge der Kleider abzustimmen. Nun ja. So ist es.

Hier ein paar Bilder:

 

Reeta Dress – Named Pattern – Schnittmusterbeschreibung

Reeta ist ein klassisches, wadenlanges, weites Hemdblusenkleid mit hohen Schlitzen und einem Bindeband im Tunnel in der hohen Taille und halbem Arm.

Entworfen wurde es von Named für die Sommerkollektion Playground 2017.

Das Kleid hat einen ganz klassischen Schnitt und wird mich mehrere Jahre begleiten. Ich habe also auf gute, haltbare Verarbeitung großen Wert gelegt.

Genäht habe ich es aus Crepeviskose die ich aus Finnland mitgebracht habe.

Das Schnittmuster gibt es als PDF und auf Papier. Ich habe die PDF beim Plotterservis ausdrucken lassen und dann ausgeschnitten. Das Named eigene Schnittgrößensystem geht von Eur 32 bis 46. Ich passe da gerade noch gut rein.

Auch diese Anleitung war ausführlich, fehlerfrei und für mich völlig ausreichend.  Auch die Brusttaschen habe ich nach Anleitung eingenäht.  Trotz meiner großen Oberweite sieht das ganz gut aus denn der Stoff fällt sehr schön.

Das Kleid wurde nur um 5 cm im Rockteil gekürzt und die Schultern um 2,5 cm verschmälert. Sonst ist nichts verändert.

Die Taille wird mit einem Band in einem Tunnel zusammengerafft. Sie sitzt sehr hoch und ich war mir nicht sicher ob das so gut ist für mich. Also habe ich das Kleid habe zuerst vollständig fertiggestellt und erst dann den Tunnel aufgenäht: das Kleid auf links angezogen, den vorbereiteten Tunnel aufgesteckt und erst dann von innen aufgenäht.

Das Band kommt vorne durch zwei Knöpflöcher heraus und wird dann zusammengebunden.

 

Einiges habe ich anders verarbeitet als in der Anleitung vorgesehen. Die vorderen Belege der Knopfleisten wurden mit aufbügelbarer Verstärkung nach diesem System vernäht. Das geht genauso schnell wie die übliche Methode, macht aber einen ganz perfekten Eindruck.

In die Seitennähte habe ich zusätzlich Taschen eingearbeitet.

Alle Nähte sind mit Rechts-Links-Naht und der Overlock gearbeitet und am Anfang der hohen Seitenschlitzt habe ich zwei Reserveknöpfe eingenäht. Einer geht immer mal verloren.

 

Ein schönes Kleid das ich auch bei hohen Temperaturen gerne trage. Es ist luftig und leicht, schützt aber gleichzeitig vor der Sonne. Ich kann den Schnitt empfehlen.

Ich packe meinen Koffer…….. aus

Der monatliche Me Made Mittwoch hat heute, zum Termin im Juli,  ein Motto:
„Ich packe meinem Koffer“

Gestern bin ich von meiner Reise wieder nach hause gekommen und jetzt packe ich meinen Koffer aus. Und wasche alle Sachen in der Waschmaschine. Im Urlaub habe ich die meisten Kleidungsstücke nämlich nur wenn es absolut nötig war mit der Hand gewaschen.

7 Wochen war ich dieses mal unterwegs, mit kleiner, überwiegend selbstgenähter Garderobe. Hier ist sie ausführlich beschrieben und auf Instagram gibt es eine Tag für Tag Dokumentation. Eine der kleinen Freuden nach so einer langen Reise ist es, dass ich mich wieder aus dem ganzen Kleiderschrank bedienen kann.

Es ist immer noch sehr warm. Ein Leinenhemd und eine kurze, gekaufte Hosen im Haus und für die Öffentlichkeit eine Leinenhose sind heute meine Wahl. Beides alte Teile aber immer noch sehr gerne getragen. Das Hemd ist hatte ursprünglich schmale hellgelbe Streifen. Die sind fast ganz verschwunden.

Allen die erst noch in den Urlaub fahren wünsche ich eine schöne Reise und allen anderen einen guten Sommer.

Das gruene Band – Teil 4 – Reisegarderobe

Der letzte Teil unserer großen Reise entlang des grünen europäischen Bandes  an der ehemaligen Grenze zwischen Ost und West steht kurz bevor. Heute zeige ich meine Reisekleidung. Wie  2015 , 2016, und 2017 wird sie  klein, flexibel und überwiegend selbstgenäht sein. Wir werden über Helsinki in FInnland und Estland nach Russland fahren. Dort geht es über Weliki Novgorod und Sankt Petersburg weiter nach Norden durch Karelien, das russische und ev. auch das finnische. Dann bis zum norwegischen Nordkap und zurück über Schweden mit einem kurzen Abstecher in Stockholm. 8 bis 9 Wochen werden wir uns Zeit lassen.

Viele Kleidungsstücke sind schon in den vergangenen Jahren entstanden. Ich habe nur ein paar Sachen neu genäht. Rot, Schwarz und etwas Weiß sind dieses Jahr die Farben. Genau wie schon 2015. Ich rechne mit ehr kühlem, oft regnerischem Wetter.

die Shirts sind alle schon mehrere Jahre alt. Fast alle sind nach meinem üblichen Schnitt entstanden. Und, ohne Foto, noch zwei uralte gekaufte Streifenshirts zum Schlafen.

die Kleider sind auch alte Schätze:

Vogue 1350,   Vogue 8379,  und Vogue 1027

die Jacken, eine Harper aus Wollstrick, eine gekaufte dünne Steppjacke und die neue Regenjacke aus gewachster Baumwolle .

Hosen und ein Rock,

die Jeans ist eine Ginger, die schwarze Stoffhose ist eine Sasha Trousers beide von ClosedCase .
Die rote Leinehose und der schwarze Kunstlederrock sind nach eigenen Schnittmustern genäht.

 

die Blusen

Marley woven shirt von StyleArc , Dove von Megan Nielsen  und Jac von Tessuti Fabrics

 

die Pullover
der schwarz weißer Pulli  Schnitt ist von Sew House Seven, Toaster 2, der rote Merinowollpullover ist nach einem alten gekauften Pulli genäht.

Und ein paar Tücher etwas Schmuck und zwei Sets alte, schwarze, selbstgenähte Dessous.  Auch der schwarze alte gekaufte Badeanzug kommt in den Koffer. Davon gibt es kein Foto.

Glücklicherweise passt alles in meinem kleinen Trollikoffer und es ist auch noch Platz für Dessous und Schmuck und eine Kulturtasche. Was da mitkommt, darüber habe ich noch nicht entschieden. Ich werde es nachträglich hier einstellen. Schuhe

und die dicke Wachsjacke brauchen nicht in den Koffer. Sie liegen lose im Auto.

Ganz zum Schluss habe ich noch die Stella Bluse von Named eingepackt. Zuerst bin ich ja in Helsinki da liegt es nahe den kleinen Laden zu besuchen und diese Bluse anzuziehen.

 

Hop oder Flop / Sack oder nicht

Diese Frage muss ich mir selber beantworten. Ich weiß es nicht bei diesem Kleid, mal ist es so gut und mal fühlt es sich anders an. Den Schnitt finde ich sehr interessant. Hier habe ich eine Beschreibung veröffentlicht. Ziemlich schnell nach der ersten Veröffentlichung habe ich ihn mir besorgt den Schnitt, denn er hat mir so gut gefallen. Jetzt trage ich das Kleid manchmal und rätsel darüber wie es mir eigentlich gefällt. Ich denke jede Näherin hat solche ambivalenten Stücke. Vermutlich hat das auch damit zu tun wie die Frau sich gerade selber leiden kann, wie liebevoll sie sich im Spiegel beurteilt. Oder ich habe es schlicht eine Nummer zu groß genäht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nicht ambivalent bin ich bei der Beurteilung des neuen Rhytmus des deutschen Me Made Mittwoch. Jeden Monat einmal, das ist im Moment offensichtlich passend.

Die Bloggerszene der Näherinnen von Kleidung hat sich schon immer verändert und die Bewegung hat sich in den letzten zwei Jahren noch mehr beschleunigt und ist noch viel differenziert worden. Immer mehr Sew Alongs und wöchentliche Treffen gibt es. Private und semiprofessionelle Initiativen entstehen und sind oft nicht auseinanderhaltbar. Es wird immer vielfältiger und unübersichtlicher. Blogs schließen oder die Besitzerinnen schreiben immer weniger,  andere Blogs werden immer  perfekter und „glänzender“.  Diskussionen über Nähthemen lese ich kaum noch. Und die zum Teil sehr emotionalen Auseinandersetzungen früherer Zeiten gibt es nicht mehr. Gut oder schlecht? Nun auch Streit ist Begegnung. Und Reibung ist für Entwicklung unerläßlich. Die Szenen haben sich jeweils in ihre eigenen Kreise verzogen. Und es kommen neue Medien wie Instagram dazu. Ganz normal ist das. Ich bin sehr gespannt was sich für neue Türen auftun.

Heute, am 2. Mai ist aber wieder MMM. Hier stellen die anderen Frauen ihre Produkte vor.