Archiv der Kategorie: Bluse

Hemden aus Viskose, Hose aus Leinen

Die ersten richtig heißen Tage in diesem Jahr stehen an. Wenn die Sonne so sehr vom Himmel brennt mag ich dünne Blusen, längere Ärmel und Leinenhosen. Die orange- ziegelfarbene Leinenhose habe ich nach dem Schnitt von Style ARC Teddy Designer Pant in diesem Jahr ohne Falte vorne genäht.

Dazu kombiniere ich oft
DP studion Le 608 Léa Tie-neck blouse green fish als Nähset, ein tolles und sehr teures Set mit Schnittmuster, Stoff und allen Zutaten die benötigt werden. Ich habe nur die Knöpfe ausgetauscht.

Manchmal auch Le 608 Lea aus cremefarbener crepeartiger Viskose. Diese Bluse habe ich als Probe nach den gleichen Schnitt genäht.

Heute trage ich im Nähzimmer aber ein altes Nähschätzchen dazu, Dove von M. Nielsen. Diesen Schnitt habe ich bisher dreimal genäht und alle drei passen zum Sommer und zur Hose.


Und noch mal ein Foto aller Materialien:

Wie schön, dass es den MeMadeMittwoch immer noch gibt. Netzwerke sind wirklich wichtig. Danke für die Organisation liebes MMMittwochsteam.

Grün in den Frühling

Bislang war der Inhalt meines Kleiderschranks weitestgehend frei von grünen Kleidungsstücken. Das wird sich jetzt schnell ändern. Im letzten Sommer haben mir meine Nähfreundinnen grüne und graue Wolle geschenkt um damit am Westknits Mystery Shawl KAL 2019 teilnehmen zu können. Das Strickmuster heißt Starflake. Eine in mehrfacher Hinsicht interessante Herausforderung: Neben der für mich ungewöhnlichen Farbe grün wird ein zentraler Teil des Tuches in mehrfabigem Patent mit verschiedenen Zu- und Abnahmen gestrickt. Patent kann ich, mehrfabiges Patent geht so gerade noch wenn ich beim stricken konzentriert bleibe aber wenn es dann um Zu- und Abnahmen geht …………………

Nach verschiedenen Versuchen und Ribbelorgien habe ich jetzt ein Probeteil (Clockwork, auch von Stephen West) auf der Nadel. Zweifarbiges Patent und regelmäßige, nicht ganz so komplizierte Zunahmen. Keine Abnahmen!

Ich werde diese Herausforderung meistern und wenn es 2 Jahre dauert.

Beim Stricken kreisten meine Gedanken natürlich auch um das fertige Teil und wozu ich es wohl tragen könnte (und schon wieder ein Fehler im Strickteil!) Schwarz geht, grau geht aber etwas mehr Variation hätte ich schon gerne. Ich habe also meinen Stoffschrank inspiziert und alle grünen Stoffe herausgeholt und zusätzlich noch ein paar Schnäppchen getätigt.

Zwei Hemden/Blusen habe ich genäht.
Bewährter Schnitt und gut angepasst:
Hermes (Schnittmusterbesprechung) von Iam

Und dann noch einen dünnen Pulli LB von Paper Theorie Patterns

Am Ende gab es noch ein Wintershirt nach meinem vor langer Zeit angepassten T-Shirt Schnitt. Hier werde ich wohl den Ausschnitt noch etwas erweitern.

Da gibt es noch einige Stoffe auf dem Stapel im Nähzimmer:

Für diesen Stoff plane ich einen Rock mit dekorativem Reißverschluss. Eine der russischen Seiten hat mir dafür die Inspiration geliefert. Den Schnitt werde ich aus meinem Basisschnitt für Röcke entwickeln.

Und für diesen Stoff plane ich ein Osterkleid.

Mein Tweedkleid, entstanden bei einem Sew Along, organisiert von Yvonne und Monika im September 17, trage ich sehr gerne. Dieses Grüne hier soll etwas einfacher geschnitten sein, ehr ein Hängerchen mit aufgesetzten Taschen. Auch da habe ich mich noch für keinen Schnitt entschieden. Das Cielo Dress von Closet Case kommt meinen Vorstellungen schon nahe.

Und dann ist da noch der Plan gemeinsam mit anderen noch eine chanelige Jacke zu nähen. Aber davon ein anderes Mal.

Upcycling – Olya Shirt / Paper Theory

vom alten Leinenbettlaken zum Hemd

In die Aussteuer habe ich eine größere Menge Bettlaken aus weißem Leinen bekommen. Manche verwende ich als Gardinen oder Tischdecken für die Biergarnituren bei unseren Sommerfesten, einige habe ich schon vor sehr langer Zeit zusammengenäht und sie werden als Laken und dünne Sommerbettdecken verwendet. Ganz allmählich werden diese in der Mitte dünn und neulich ist ein Laken sogar gerissen! Ich liebe diesen seit Jahrzehnten genützten und hunderte Male gewaschenen Stoff. Also habe ich ein Hemd für mich aus den Resten genäht.

Olya (Schnittmusterbeschreibung) ist ein Schnitt von Paper Theory mit einer besonderen Ärmellösung:

Interessant zu nähen, gut zu tragen und für diesen etwas derben Leinenstoff sehr geeignet. Und weil es sich um Bettlakenstoff handelt habe ich mich auf die Suche nach alten / uralten Wäscheknöpfe gemacht. Ich habe im Knopfkasten noch solche die etwas angerostet sind. Neu konnte ich sie aber auch noch kaufen:

Das sind Zwirnknöpfe. Es gibt Handwerkerinnen die diese alte Kunst der Knöpfeproduktion wiederentdeckt haben und wunderbare Sachen damit machen.

Vor einiger Zeit habe ich den Olya Schnitt schon mal genäht, aus härtlicher Wildseide. Das klingt luxuriöser als es ist. Der Stoff kratzt und hat bei den ersten Wäschen gestunken, wegen des Seidenleims. Oben auf dem Bild mit der technischen Zeichnung sieht man ein kleines Stück des Seidenstoffs. Der Schnitt selber hat mir aber gut gefallen. Jetzt könnte der Frühling kommen damit ich das Hemd nicht mehr unter Jacken verstechen muss.

Schnittmusterbeschreibung Olya Shirt von Paper Theory

Olya Schnitt für ein Hemd bzw ein Hemdkleid. Alle klassischen Merkmale sind vorhanden: Hemdkragen mit Steg, Ärmelmanschetten mit Falten, abgerundeter Saum, Brusttaschen …
Der besondere Dreh entsteht durch die spezielle Ärmelführung im Vorderteil und die eingesetzten Taschen:

Verwendeter Stoff:
Verwendet habe ich alten Leinenstoff für das eine und grobe Wildseide für das andere Hemd.

Anleitung:
Die englische Anleitung ist sehr ausführlich und auch schwierige Schritte sind gut bebildert.

Größen:
Das firmeneigene Größenschema geht von 6 bis 20.  Die größte Größe arbeitet mit 113 cm Brustumfang, das fertige Hemd hat dann 141 cm Brustbreite. Guter Servis, das sowohl die Körpermaße als auch die Maße des fertigen Stückes aufgeführt sind. So etwas möchte ich bei allen Schnittmustern sehen.

Verarbeitunghinweise:

Ich habe nach Anleitung genäht. Hier wir die Overlock zum Versäubern vorgeschlagen. Das macht bei vielen Nähten auch Sinn. Nur die Seitennaht hat eine Kappnaht bekommen. Beim weißen Hemd habe ich die Knöpfe an den Brusttaschen weggelassen und die Eingriffe nur mit kurzen Steppnähten rechts und links gesichert.

Fazit:
Ein weites, bequemes Hemd! Im Sommer sicher gut auch als leichte Jacke zu tragen. Der Schnitt hat mir keine Schwierigkeiten bereitet. Ich empfehle den ihn.

Hemd mit Plisseefalten und Kräuselungen , Le 604 dp Studio

 

Meine Liebe zu diesem Schnitt DP Studio LE 604

ging durch Tiefen und Höhen. Das pariser DP Studio hat in den letzten Jahren eine Vielzahl von verrückten und schrägen Schnittmustern veröffentlicht. Die älteren Designs sind auch nähtechnisch anspruchsvoll. Das Hemd Le 604 mit Stehkragen nimmt viele Details bayrischer Trachtenhemden auf. Ganz in Weiß und Schrittlang, wie auf dem Modellbild, könnte es auch ein Nachthemd aus dem vorvorigen Jahrhundert sein. Und dann wird der Stehkragen

auch noch mit kleinen Mäuseohren und einem gekräuselten Kropfband verziert. Merkwürdige Kapriolen!!

Aber wie es manchmal so ist: Sybille vom Büro für schöne Dinge erkannte für das Potential des Schnitts und ihre Exemplare zeigen, dass der Stoff hier über schön und schrecklich altmodisch entscheidet.

Beim „noch mal genauer betrachten“ bemerkte ich, dass die dp302 Hose in Begleitung eines Hemdes mit genau dem gleichen Schnitt gezeigt wird, allerdings ist das Hemd in einem ganz zarten Viskose oder Seidenstoff genäht. Dieses Hemd gefällt mir sehr, sehr gut und ich habe im Stoffschrank nach einem ähnlichen Stoff gesucht und auch einen gefunden. Den Stoff zur besseren Verarbeitung mit Flüssigstärke versteift und das Schnittmuster auf durchsichtiges Papier kopiert und  auf den Nähtisch gelegt, hatte ich dann allerdings große Entscheidungsschwierigkeiten. Wie sollen die Streifen laufen, soll ich quer oder längs verarbeiten. Fast ein Jahr habe ich meine Nähfreundinnen immer mal wieder mit diesen Fragen belästigt. Zuletzt, vor einigen Wochen, bei einem kleinen Nähwochenende im Münsterland. Die zündende Idee kam von Yvonetsurreal . Sie schlug vor den Streifen zwar längs aber asymetrisch zu verarbeiten. Dann habe ich ganz schnell angefangen zuzuschneiden um nicht noch ein weiteres Jahr in einer Grübelschleife zu hängen.

Die vielen kleinen Details zu nähen war zwar zeitaufwändig aber auch befriedigend. Ich habe immer nur die Teile zugeschnitten die gerade vernäht werden sollten. Ich habe so weitere Grübelschleifen verhindert aber auch nicht bemerkt, dass der Stoff sehr knapp ist, ja im Prinzip nicht ausreichen würde. Am Ende angekommen war klar, ich werde mir für alle Belege einen anderen passenden Stoff suchen müssen und auf die Kräuselungen verzichten. Es gab schon den konkreten Plan vorhandenen Seidenmalereistoff  mit Tee zu färben.

Das halb fertige Hemd habe ich auf Instagram gezeigt und auch eine Bemerkung über den fehlenden Stoff gemacht. Nina hatte genau diesen Stoff noch im Vorrat und hat mir ihren angeboten. Wie wunderbar, wie großzügig.

Jetzt ist mein Hemd fertig (auf das Kropfband habe ich einsweilen verzichtet) und es ist überraschend bequem und sehr alltagstauglich. Die Schnittmusterbeschreibung findet sich hier.

Im Schrank fand ich noch eine alte Hose nach eigenem Schnitt in der perfekt passenden blaugrünen Farbe und eine weitere olivfarbene Gingerjeans war auch schnell fertiggestellt.

Ohne die Hilfe durch die Nähfreundinnen wäre dieses Hemd vermutlich noch längst nicht fertig udn der Stoff zu einem Schrankhocker geworden. Und ich hätte nicht so ein tolles Hemd für den sommerlichen Frühherbst.

Danke euch allen für die Hilfe und ich glaub isch näh noch eins. Da gibt es  noch so einen wüsten königsblau roten Seidenstoff……………….