Archiv der Kategorie: Dress

Agate Dress – Named Pattern – Schnittmusterbeschreibung

Beim MeMadeMittwoch im März 17 zeige ich heute mein aktuelles Lieblingskleid:

Mit Schnittmustern von Namedclothing aus Finnland gelingen mir in der letzten Zeit immer Treffer. Das Kleid Agate ist so ein Erfolg. Zunächst hat mir nur diese Kleid aus der letzten Kollektion FW17 – Earth Science gefallen. Inzwischen trage ich aber auch das  (hierStella Raglanshirt  und das  (hier)   Beryl Bomber Dress   mit großem Vergnügen.

Agate ist ein „enges“ Kleid, ein Bleistiftschnitt,  der die Körperform nachzeichnet. Im Schnitt enthalten ist jedoch ausreichend Bequemlichkeitszugabe. Durch die Längsnähte und gg. die Verwendung verschiedener Stoffe macht es eine gute Figur. Empfohlen wird fester, nicht dehnbarer Stoff. Daran habe ich mich nicht gehalten.

Genäht habe ich es aus schwarzem, mittelschwerem Romanit (vermutlich hat er viel Viskose) aus dem Stofflager und einem beschichteten, glänzenden Stretchstoff unbekannter Zusammensetzung. Dieser glänzende Stoff kommt von Monika Wollixundstoffix und weil die erste Spende vom Tauschtisch beim Treffen in Köln 2016 noch nicht reichte, hat sie 2017 zu der anNÄHerung in Bielefeld 2017 noch was dabei gehabt. Und ich konnte endlich dieses Kleid nähen. Danke Monika, der Stoff ist perfekt für dieses Kleid. Das Kleid ist ungefüttert und  fast vollständig mit der Overlook genäht. Zuerst habe ich es allerdings mit großen Stichen mit der Maschine geheftet um den Sitz zu überprüfen. Der Seitenreißverschluss ist entbehrlich denn der Stoff ist dehnbar.

Das Schnittmusster gibt es als PDF und auf Papier. Ich habe die PDF beim Plotterservis ausdrucken lassen und dann ausgeschnitten, für mich die im Moment beste Methode. Das Named eigene Schnittgrößensystem geht von Eur 32 bis 46. Ich passe da gerade noch gut rein.

Die Anleitung war ausführlich, fehlerfrei und für mich völlig ausreichend.

Perfekt zum Kleid ist auch die Brosche. Ein Urlaubsmitbringsel aus Mazedonien. Die Perle wird, als regionale Besonderheit, aus Fischschuppen von Fischen die nur im Ohridsee leben hergestellt und auch die filigrane Silberarbeit ist eine lokale Spezialität.

 

Der besondere Schnitt des Ärmels gefällt mir sehr und  die beiden unterschiedlichen Stoffe unterstreichen ihn noch mal. Den Ärmelsaum trage ich natürlich normalerweise umgeschlagen und nicht aufgeklappt wie hier.

Das Kleid ist so bequem wie ein Trainingsanzug und das Nähen ging wirklich schnell. Ich habe nichts angepasst. Es saß auf Anhieb. Nur etwas gekürzt wurde es. Und auf den Gürtel und den Reißverschluss an der Seite habe ich verzichtet. Der breite Saum wurde von mir mit der Hand genäht weil ich dort keine sichtbaren Nähte wollte.

Der hohe Rockschlitz ab Mitte des linken Oberschenkels kann, je nach Situation, verkleinert oder verlängert werden. Neulich, bei einem Geburtstagsfrühstück mit alten Damen und Herren, habe ich den Reißverschluss tatsächlich mal halb heruntergezogen. Meistens ist er aber geöffnet.

Ich bin gespannt was die anderen Frauen uns heute hier zeigen.

Schnittmusterbeschreibung – Asymmetric Gather Dress, the Maker’s Atelier

Asymmetric Gather Dress heißt dieses ungewöhnlich geraffte Kleid der englischen Schnittmusterfirma The Maker’s Atelier.
Die Musterkleidung sind dort aus schlichten wunderbaren Stoffen gearbeitet. Ohne Schnick Schnack, ohne Rückgriffe auf alte Moden / Vintagestyle und mit sehr reduzierter Schnittführung haben mich die Schnitte dieser Firma schon länger angesprochen. Im Sommer, bei einem Kurztrip nach Schottland, habe ich dann das Buch gekauft, immer noch angezogen von der eleganten Aufmachung. Schöne Fotos, tolle Stoffe aber doch etwas sehr schlichte Schnitte. Ich bin hin- und hergerissen und konnte mich bislang nicht richtig entscheiden ob und was ich nähen soll.

Dann kam das “ Asymmetric Gather Dress“ auf den Markt und ich habe es bestellt;  jetzt bin ich mehr her- als hingerissen.

Die Schnitte gibt es nur auf Papier und nicht als PDF zum Ausdrucken. Die Verpackung ist sehr schön und das Papier ausreichend dick. Und der Schnitt ist vergleichsweise teuer.

Aus diesem Schnitt entstand ein weites Kleid, das mit drei breiten Gummizügen in Form gebracht wird: im Rücken, am linken Ausschnitt und in der rechten Taille. Das ist eine interessante Alternative zu Abnähern. Die halblangen Ärmel haben ebenfalls Gummizüge.
Das Vorderteil kann nicht im Bruch zugeschnitten werden denn die unterschiedliche Plazierung der Gummizüge erfordert dezent verschiedene Schnittführungen rechts und links. Es ist ungefüttert.

Anleitung:
Die englische Anleitung ist vollständig und ausführlich. Allerdings sind die verwendeten Nähtechniken so simpel wie der Schnitt.  Viele Nähschritte sind mit Grafiken illustriert. Das finde ich sehr gut. Allerdings ist nicht auf jedem Schnittmusterteil der Fadenlauf eingezeichnet.  Er muss dann aus dem Schnittmusterauflageplan geschlossen werden.

Verwendeter Stoff:
Ich habe für das Kleid einen sehr schönen Viskosecrepe verwendet. Er fällt schön und die Raffungen an den Gummis kommen gut raus.

Größen:
Auch diese  Firma hat ein eigenes Größenschema. Vor dem Zuschneiden sollten die Maße der Großentabelle berücksichtigt werden. Sie ist ausführlich und aussagekräftig. Ich habe nach meinen Maßen gearbeitet, finde jetzt aber das Kleid etwas zu groß. Ein Blick auf die Musterkleider zeigt mir aber, die Designerin hat das so geplant.

Verarbeitunghinweise:
In beide Seitenähte habe ich jeweils Taschen engesetzt.

Mit der richtigen Länge der Gummis und damit der Breite der Raffungen habe ich mir Mühe gegeben. Dazu habe ich die Gummibänder zunächst nur festgestecke und dann am Körper reguliert. Zunächst gab es im Vorderteil merkwürdige Falten von oberem Gummi zu unterem Gummi. Das ließ sich aber leicht lösen.

Fazit:

Das Kleid ist orginell entworfen und sehr bequem. Es fällt luftig am Körper runter und engt nicht ein. Das Konzept gefällt mir gut. Die Verarbeitungshinweise sind sehr schlicht und es ist immer die einfachste Methode gewählt. Insofern ist es für Anfänger gut geeignet.

 

Vom Laufsteg in den Kleiderschrank 5.2 Finale / Tweedkleid / McQueen FW 17/18

Heute ist Finale des fünften Durchgangs von Yvonne/yvonetsurreal und Monika/Wollixundstoffix  Aktion „Vom Laufsteg in den Kleiderschrank“.  Dieser fünfte Durchgang hat mir  ein wunderbares neues Winterkleid gebracht.  Danke Monika und Yvonne. Es war mir ein Vergnügen. Und ich hoffe den anderen Teilnehmerinnen ging es auch so.

 

 

 

Dieses Kleidungsstück ist meine Inspiration, ein Kleid aus Fancy-Tweed, aus der Herbst- Winterkollektion 17/18 des Modehauses Alexander McQueen.   Mehr darüber in Teil 5.1  und Teil 5.2.

Es gab überwiegend Kleidung mit der wilde Tweedvariante mit vielen losen Fäden auf dem Laufsteg im Januar in London, verkauft wurde dann mehr Kleidung mit der gemäßigteren Tweedvariante. Wishing Tree Tweed wurde der Stoff genannt und da klingen die Wunschbäume in Cornwall (und sonstwo in GB) an die mit Fäden und Stoffstreifen behangen, Wünsche übertragen und Glück bringen sollen. Nun denn, wenns mir Glück bringt.

Der Schnitt ist schlicht und einfach:
körperbetontes Oberteil, Brustabnähern von der Seitennaht aus, Nähte in der hinteren Mitte und der vorderen Mitte und Reißverschluss im Rücken,
halber Ärmel, normale Form,
gemäßigter 4 Bahnenrock,  sitzt in der natürlichen Taille,
alle Teile sind quer zum Fadenlauf zugeschnitten,
die Säume sind überall ausgefranst, vollständig gefüttert mit Seide.

Ich habe die Gelegenheit wahrgenommen und endlich meinen Grundschnitt erneuert. Dieses Mal habe ich als Grundlage das System von Suzy Furrer, Apparel Arts  aus Oakland genommen. Mir standen ihr Buch Building Pattern und die Kurse bei Craftsy zur Verfügung. Das hat gut geklappt.

Das Probekleid aus Nessel hat mit wenigen Modifikationen gepasst.

Der gewählte Stoff ist lose gewebt. Alle Teile werden quer zu Fadenlauf verarbeitet. Also habe ich mich beim Nähen vorsichtig vorgetastet und immer erst die Teile zugeschnitten wenn ich sie brauchte. Alle Schnittkanten habe ich knapp neben dem Verlauf der Naht zunächst mit der Nähmaschine mit einer Stütznaht versehen. Das fertige Oberteil habe ich zwei Nächte aushängen lassen bevor der Rock montiert  wurde.

Tatsächlich hatte sich das rückwärtige Oberteil um einige Zentimeter gelängt.  Erst danach habe ich die rückwärtige Mittelnaht mit einem Streifen Einlage bebügelt und den oberen Teil des Reissverschlusses angenäht. Auch der Rock wurde mehrere Tage ausgehängt und erst dann endgültig mit dem Oberteil verbunden und der Reissverschluss fertig genäht. Leider passten die Streifen nicht mehr exakt. Die Taillennaht sitzt aber ziemlich genau da wo sie sitzen soll und der Reissverschluss zeigt keine Beulen. Die Weite im Rücken ist ein perfekter Kompromiss zwischen Beweglichkeit und Faltenfreiheit.

Das ganze Kleid ist mit Seidenstoff gefüttert. Auch hier ist das Oberteil quer zum Fadenlauf verarbeitet.

 

 

Beim Rock hat der Futterstoff nicht mehr für diese Verarbeitung gereicht. Die Kanten habe ich nicht versäubert sondern nur mit der Stütznaht gesichert.

 

 

 

 

 

 

 

Die Ärmel sind nicht gefüttert und die Nähte in die den Ärmel gebügelt. So stützen die rohen Fäden die Kugel an der Schulter, fast wie ein kleiner Ärmelfisch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ganz am Schluss habe ich die Ärmelsäume, den Halsauschnitt und den Saum gerade geschnitten, in 2 cm abgenäht und dann ausgefranst. Ich bin sehr zufrieden mit dem Kleid, ein warmes schickes  Winterkleid das zudem bequem, alltagstauglich und waschmaschinenfest ist. Und es ist noch etwas Stoff übriggeblieben. Ich habe daraus einen Rock, ebenfalls aus der McQueen Kollektion nachgenäht.

 

 

 

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Schnittmusterbeschreibung – Hermes, I AM Patterns, Dress and Shirt

Hermes heißt der Schnitt der französischen Firma I AM Patterns den ich in zwei Versionen ausprobiert habe. Als klassisches Hemd kommt der Schnitt auch verlängert zum Kleid. Es gibt Brustabnäher aber keinen Taillenabnäher. Durch die Quetschfalte am Rücken fällt der Schnitt weit und geht von der Hüfte gerade nach unten. Die Säume können abgerundet genäht werden. Für meine Figur mit wenig Taille ist der Schnitt ideal.
Anleitung:

Es gibt den Schnitt in englischer und in französischer Sprache, als PDF und als Papierversion. Ich habe nach der englischen Anleitung gearbeitet und die ist ausführlich und vollständig. Es gab keine Probleme.

Verwendeter Stoff:
Für das Kleid habe ich eine Denimstoff mit Stretch verwendet, das Hemd ist aus Viskosejersey mit etwas Elastan. Und das bunte Kleid ist aus qualitativ hochwertigerem Polyester.

Größen:
Auch diese  Firma hat ein eigenes Größenschema. Vor dem Zuschneiden sollten die Maße der Großentabelle berücksichtigt werden. Ich habe die zweitgrößte Größe genäht.

Verarbeitunghinweise:
Nur den Brustabnäher habe ich nach unten verlegt und das Kleid um 12 cm gekürzt.

Brustpunkt verlegt

Da ich das Kleid im Rahmen eines Sew Along genäht habe wurden auch Veränderungen am Design vorgenommen:

  • Normale Knopfleiste  – verdeckte Knopfleiste
  • Quetschfalte in der Rückenmitte – zwei einseitige Falten über den Schulterblättern
  • runder Saumabschluss – gerader Saumabschluss
  • Nahttaschen rechts und links
  • Bindeband als Gürtel
  • Gürtelschlaufen
  • gelbe Ziernähte

Nahttasche an der Seite eingebaut. Hier mit Nadelkissen vom Kölner Treffen gezeigt.

Verdeckte Knopfleiste an das Schnittteil angeklebt

Verdeckte Knopfleiste

Faltenveränderung am Rückenteil

Das Hemd habe ich wie im Schnittmuster vorgesehen genäht. Nur die Brustabnäherverlegung und die verdeckte Knopfleiste habe ich übernommen. Aus der Quetschfalte ist eine Kellerfalte geworden. Und die Nähte sich Rechts-Links-Nähte, auch französische Naht genannt. Durch den Jerseystoff ist das Hemd besonders lässig und weit geworden. Ich trage es als Bluse aber auch als leichte Jacke über T-Shirts.

Fazit:

Ein klassischer Hemdenschnitt und  sehr gut konstruiert. Er passt mir ziemlich gut. Sogar die leicht überschnittenen Schultern sind wie für mich gemacht. Wie gut, dass ich diesen Schnitt gefunden habe. Ich kann mir diesen Schnitt als Basis für viele weitere Kleidungsstücke vorstellen: z.B. Nachthemden, dünne edle Seidenkleider. Alles steht und fällt mit der Stoffwahl.

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Nr. 5 Aarhus das Kleid von How to do Fashion

Dänische Schnittmuster finden immer mal wieder den Weg nach Deutschland. Schon im letzten Jahr tauchten Kleidungsstücke der Designerin von „How to do Fashion“ auf. Ich habe mich schnell in das Kleid ÅRHUS verguckt als  Nina von Kleidermanie  2016 so schöne Exemplare genäht hatte. Jetzt habe ich mich auch an diesen Schnitt gesetzt. Ein schneller Erfolg.

Das Kleid passt mir sehr gut. Nur wenig war anzupassen. Hier gibt es die übliche Schnittmusterbeschreibung. Länger habe ich gebraucht um mich für den Stoff zu entscheiden. Zuerst hatte ich dünnen Viskose mit einem schönen Druck gewählt. Genaueres Lesen der Anleitung, dort wird von etwas festerem Stoff gesprochen, hat mich dann zu diesem dickeren Baumwollsatin greifen lassen. Das war wohl eine gute Wahl. In dem Kleid sehe ich „altersgerecht“ gekleidet und sehr wohlerzogen aus. Manchmal braucht man solche Outfits. Ich bin sicher, dass mit einigen Accessoires auch andere Variationen in dem Kleid gelingen.

Mit diesem Kleid ist für dieses Jahr meine Produktion der Sommerkleider abgeschlossen denke ich.

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