Archiv der Kategorie: Maßrock

MMM – Dreikahs Liste

Ich nehme mal die letzten 3 Punkte von Karins Liste auf und interpretiere meine heutige Kleidung so:

 

  • einen älteren Schnitte, den ich gerne immer wieder nähe,
  • was Buntes, das ja schon mein Markenzeichen zu sein scheint,
  • oder lieber doch was und Einfarbiges, damit man ich mich im Spiegel wiedererkenne.

Rock eigen Sorbetto

 

 

 

Ältere Schnitte
Buntes

Sorbetto mit Ärmeln, mindestens das Achte, neulich habe ich 3 Stück davon genäht. Sie gehören zu meinen Brot- und Buttertops. Hier habe ich Wachsprint aus Köln verwendet. Den Stoff habe ich beim Nähbloggerinnentreffen im November 15 gekauft.

Ältere Schnitte
Einfarbiges

Der Rock, nach eigenem Schnitt, ist der erste seiner Art, danach sind noch mindestens 10 weitere entstanden. Dieser Stoff kommt aus einer Second Hand Sammlung und ist alter Anzugstoff aus Wolle, unzerstörbar, macht keine Falten und sitzt.

 

 

 

MMM Rock eigen Nina Sorbetto

 

 

 

 

Ältere Schnitte
Einfarbiges

Darüber trage ich einen Nina Cardigan, davon gibt es 5 Stück in verschiedenen Farben. Hier habe ich ihn in der Taille geknotet. Manchmal stören mich die langen Stoffstreifen des Vorderteils.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

MMM Rock eigen schwaze Walkjacke Sorbetto Nina

 

Ältere Schnitte
Einfarbiges

Und zum Gang auf dem Markt kommt noch die schwarze Walkjacke nach Vogue 8714 drüber. Sie ist ein Einzelstück aber wenn sie aufgetragen ist, nähe ich sofort wieder eine identische Jacke. Seit mehr als 3 Jahren ist die Jacke in Herbst, Winter und im Frühling eins der wichtigsten Kleidungsstücke.

Der Nina Cardigan stört hier. Ich binde die langen Vorderteile um meine Taille und stecke die Enden in den Rockbund. So hält alles warm und sieht besser aus.

 

Das wars für heute. Einen schönen Tag und schaut euch die Kleidungsschau beim MMM an.

 

Unabhängiger werden von Schnittmustern Teil 2 – Abnähermanipulation

Immi und ich brauchten eine Woche länger um den zweiten Beitag zu „Unabhängiger werden von Schnittmustern“ zu verfassen. Dieses Mal geht es um Röcke und verschiedene Möglichkeiten.

Ich glaube, mit dem Römö-Rock fing es bei mir an. Vor einiger Zeit haben viele Frauen ihn genäht, er wurde heiß geliebt. Ich habe mich gefragt, was hat der da für merkwürdige Nähte oben parallel zur Taille? Deko? Konstruktionsbedingt?

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RÖMÖ von Schnittreif / Farbenmix

Erst allmählich habe ich verstanden , dass das die Taillenabnäher sind. Genau so ist es. Alleine durch die Verlegung der Taillenabnäher bei einem Basisrock lassen sich schon viele interessante Effekte erzielen.

Hier einige Beispiele:

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Butterick 5566

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Burda 133b November 2013

 

 

 

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Abnäher werden benötigt, um die weibliche kurvige Figur nachzuzeichnen. Lage, Länge und Tiefe der Abnäher entscheiden häufig über den guten Sitz eines Kleidungsstücks. Sie haben aber auch nicht zu unterschätzende Funktionen für das Design. Besonders aus den 40er und 50er Jahren gibt es fantastische Beispiele für fantasievolle Gestaltung der Abnäher.

Abnäher lassen sich fast beliebig verschieben oder besser, um den höchsten Punkt rotieren. Ist das Prinzip verstanden, läßt sich der Vorgang ziemlich einfach bewerkstelligen.

Abnäher lassen sich auch wegkonstruieren, zudrehen nennt das die Fachfrau. Michou hat das im vorletzten Jahr auf ihrem Blog hier sehr einleuchtend gezeigt.

Die Konstruktion eines Basisrockschnitts ist relativ einfach und im Netz und vielen Büchern finden sich gute Anleitungen. Hier in diesem Blog habe ich auch eine dreiteilige Anleitung veröffentlicht (hier, hier und hier). Auf dieser Basis gelingte es dann in kurzer Zeit eigenen Modellvorstellungen zu folgen oder ein einmal gesehenes Modell nachzubauen.

Rock Abn. Puppe SeiteLetztens habe ich bei einem geraden Rock die Taillenabnäher in der Art des RÖMÖ Rocks verschoben und mit roten Kunstlederpaspeln betont. Hier, in diesem gesonderten Post, kann der Prozess der Konstruktion nachvollzogen werden.

Rock Abn. Puppe VorneRock Abn. Puppe hinten

Es lohnt sich mit Abnähermanipulation zu experimentieren. Da kommen immer wieder überraschende Ergebnisse raus. Und viel Schnittmuster leben von dieser Art der Anpassung.

Auch mein Jeansrock  hier ist im Grundsatz ein normaler enger Rock mit Reißverschluss wie bei Hosen im Vorderteil.

MMM Details Italienischer RockDer vordere Abnäher verschwindet in der SeiteMMM Italienischer Rock hintenntasche. Bei genauem Hinsehen erkennt man das. Hinten ist das Schnittmuster in einer Kurve durchgeschnitten. Dann wurde der hintere Abnäher in die gewünschte Kurve verlegt.  Um die Weite unten zu erzeugen sind noch Keile / Godets eingesetzt worden. Sie ersetzen den sonst oft üblichen Schlitz.  Alles also kein Hexenwerk.

Nur Mut. Wir sind auf eure Rückmeldungen und Bericht zu euren Experimenten sehr gespannt und setzen Links zu euren Beiträge hier unter unsere Posts.

Teil 3 ist für Anfang Dezember geplant.

Eigene Schnitte – Rock – Abnaeher verlegen

Der Rock an der Schneiderpuppe von allen Seiten.
Die Basis ist mein Grundschnitt nach persönlichen Maßen wie in Teil 1, 2 und 3 beschrieben. Die Pappschablone dafür hängt immer neben meinem Nähtisch.

Basisrockschnitt Muster

Zuerst habe ich den Schnitt auf Packpapier kopiert. Dann wurden die Taillenabnäher verlegt. Sie gehen jetzt im Bogen von der Seitennaht Richtung hintere bzw vordere Mitte. Damit die besonderen Abnäher auch auffallen, habe ich sie mit einer roten Kunstlederpaspel versehen und um die Balance zu halten, ist der Saum auch mit dieser Paspel und Schrägband eingefasst. In der Taille gibt es kein Bündchen sondern nur einen festen Streifen Ripsband mit Haken und Öse als Verschluss . Ein unsichtbarer Reisverschluss in der hinteren Mitte und unten ein klassischer Schlitz vervollständigen den Rock. Gefüttert ist er mit normalem schwarzen Futterstoff. Hier ein paar Detailbilder und darunter demonstriere ich wie ich die Abnäher verlegt habe.

Rock Abn. Puppe hinten

Rock Abn. Puppe VorneRock Abn. Puppe Seite

 

 

 

 

 

 

Rock Abn. MaterialRock Abn. innen Taille Rock Abn. innen Saum

 

Rockblock

Es war schwierig vom Packpapierschnittmuster aussagekräftige Fotos zu machen. Ich habe deshalb ein kleines Pappkartonmodell gebaut:

Das ist das Modell des Schnittmusters ohne Nahtzugaben.

 

 

 

 

Abnaeher bereinigen und aufschneiden

Im zweiten Schritt habe ich
1. den Standort der neuen Abnäher eingezeichnet (rot gepunktet), dann
2. die Mittellinie bei den alten Abnähern eingezeichnet (rot),
3. die alten Abnäher bis zu dieser Linie verlängert (nicht verbreitert), und
4. je einen Abnäherschenkel und die neue Abnäherlinie aufgeschnitten.
! In der Mitte muss das Papier noch zusammenhalten!

 

 

Abnaeher zukleben

Danach habe ich den alten Abnäher zugeklappt. Von den Seitennähten aus entstehen so die neuen Abnäher. Gegebenenfalls die neuen Abnäher wieder einkürzen.

Die alten Abnäher habe ich mit Klebestreifen zugeklebt.
Im richtigen Schnittmuster wurden nun auch die neuen Abnäher mit Papier unterfüttert.

 

 

doch andere Abnaeher

 

 

Diese geraden Abnäher haben mir nicht gut gefallen. Ich habe deshalb die neuen Abnäher erneut verlegt. Sie sind höher angesetzt und führen im Bogen nach unten (grüne Linie).

 

 

 

neue Abnaeher

 

Technisch geht das genauso. Neue Linie bestimmen, aufschneiden, einen Schenkel des „alten“ Abnähers wieder aufschneiden, zusammenschieben und der neue Abnäher ist entstanden. Hier handelt es sich ja um eine Rundung. Die ist schwerer zu nähen, deshalb habe ich hier  Passzeichen eingesetzt.

 

Jetzt noch die Nahtzugaben einzeichnen und das Nähen kann losgehen.

Zum Schluss noch ein paar Fotos vom wirklichen Schnittmusterveränderungsprozesses:

Schnittentw. Abn. 1

Schnittentw. Abn. 2

 

Schnittentw. Abn. 3

Rock Abn. endg.

MMM – schneller neuer Rock

MMM HahnentrittrockIm Januar 15 bei den anNÄHerungen ist von Stoff dieses Kleides ein Stück  übrig geblieben. Es  hat einen breiten Fehlstreifen im Webmuster. Für einen Rock ist das gar nicht so schlecht. Der Streifen kann als Designelement eingesetzt werden.

Der mitteldicke Jerseyjacquard ist einfach  zu verarbeiten. Bei der Verarbeitung des Bündchens habe ich mich von Gerti Hirsch und diesem Post inspirieren lassen. Eine wirkliche „Vintage Verarbeitung“. Viele Röcke in den 50ern und 60ern hatten solche Bündchen.Hahnentrittrock Detail Taillengummi

Mein Stoff sieht besser aus wenn die Nähte nicht sichtbar sind. Also habe ich den Schlitz und den Saum mit der Hand genäht. Bei den kurzen Strecken ist das keine große Sache. Der Rock ist ganz gerade geschnitten. An den Seiten, über den Hüften, habe ich Abnäher eingearbeitet damit der Stoff meinen Kurven sanft folgt. Hinten gibt es einen langen Schlitts für die Bequemlichkeit.

Heute trage ich ihn mit einem frisch gekauften T-Shirt aus unglaublich dünnem luftigen Leinenjersey; ein Material, das als Meterware schwer zu bekommen ist. Dieses Shirt habe ich deshalb gleich in drei verschiedenen Farben erstanden.

Hahnentrittrock Puppe vorne Hahnentrittrock Puppe hinten

Der Laufsteg zum heutigen MMM ist eröffnet. Viel Vergnügen.

 

Nachtrag:
Hier ein paar Fotos des Bündchens. Ich habe ein breites Gummi zum Ring geschlossen und mit der Overlock angenäht. Das Gummi wird jetzt zwei Mal umgeklappt.Ich hoffe die Fotos sind aussagekräftig:

IMG_1849 IMG_1850 IMG_1851 IMG_1852

 

MMM – Alltagskleidung

MMM JeansrockJeansrock italienische Art (hinten ist der Rock klasse, bitte dem Link folgen um das zu sehen, mein Foto von heute hat das nicht hergegeben),
T-Shirt aus der Vorjahresproduktion, Harper Jacke, styleARC und ein roter Flechtgürtel weil alles so gut zusammen passt. Nichts Neues also, aber sehr alltagstauglich.

Hier kommt die wöchentliche Produkteschau der selbstgenähten Kleidungsstücke.

Details MMM2