Archiv der Kategorie: Pullover

Naehen während des Lookdown

Heute ist das Märztreffen 2021 der nähbegeisterten Frauen in Deutschland. Das habe ich gerade produziert. Schaut mal.

Eigentlich nähe ich ja an der schwarzen kleinen Jacke.

Zwischendurch habe ich das Chaos im Nähzimmer beseitigt und einen hohen Stoffstapel grauer, schwarzer, weißer und beiger Stoffe gebaut. Immer mit der Frage: Was passt den dann demnächst zur neuen Jacke. Der Stapel wurde höher und höher und führte dann ein Eigenleben. Richtig alte Stoffe waren dabei. Schließlich nähe ich seit über 50 Jahren. Fast alle der Stoffe haben Handicaps: Webfehler, verdreht beim Waschen, zu wenig Stoff, zu jugendlich, zu durchsichtig, Reste……………… Ich beschloss schon mal einige der Stoffe zu vernähen. Die aktuelle Situation wegen Corona gab mir genügend Zeit.

Als ich heute alle entstandenen Kleidungsstücke aufeinander legte, war ich doch sehr überrascht! So viele Stücke sind seit Dezember entstanden.

Nun, heute stelle ich die winterlichsten Teile vor.
Es gab einen 90 cm langen 140 cm breiten Stoff aus Wolle und Baumwolle. Die Webart hat mir sehr gefallen. Trotzdem hat der Stoff schon viele Jahre im Lager gelegen.

Ich wollte einen Wickelrock aber 90 cm sind wirklich wenig dafür. Der Stoff hat schöne Webkanten die sich lohnen erhalten zu werden. Ich habe also einen Bleistiftrock ohne Seitennähte entworfen (hier schon mal vorgeführt) und die Wickel so weit übereinander geschlagen wie die Stoffbreite hergab uns statt Bündchen oben einen inneren Beleg und zur Stabilisierung ein schwarzes Ripsband.

Geschlossen wird der Rock mit einem dicken trennbaren Reißverschluss und Harken und Öse bzw. Druckknopf in der Taille. Und gefüttert ist er natürlich auch. Als ich nach längerem Überlegen das Konzept für den Rock im Kopf hatte, ging das Nähen ganz schnell.

Ich trage den Rock hier mit einem T-Shirt (nach eigenem Grundschnitt) aus einem restlichen Stück Jersey aus der T-Shirt-Produktion für meinen Mann. Gegen die Langeweile habe ich vorne und hinten einen V-Ausschnitt eingebaut. Es gibt noch so eins in hellerem Grau und zwei gestreifte Teile, eins mit kurzem (schwarz grau) und eins mit langem Arm (hell und dunkelbeige). Weil es aber kälter geworden ist, habe ich den schwarzen Toaster 1 Sweater drübergezogen. Der Schnitt gefällt mir sehr, Raglan, weiter Rollkragen, angenehmer Stoff. Dieser Stoff hatte mittig mehrere Webfehler! Aber nur auf einer Seite sichtbar. Von außen sieht der Sweater tadellos aus.

Russische Bekleidung

Heute ist MMMittwoch. Das trage ich heute. Übergangskleidung, es wird deutlich Herbst mit seinem unbeständigen Wetter. Das ist auch gut an den Beiträgen der anderen Teilnehmerinnen des Oktobertreffens zu merken. Schönen Herbst für euch. Wir sehen uns im November. Dann überwiegt sicher die Winterkleidung

Mein Stil, dein Stil, meine Farben, Farben nach Jahreszeiten ….. die zugrunde liegenden Konzepte leuchten mir oft nicht ein. Und es erscheint mir  auch unsinnig, mir solche Regeln aufzuerlegen. Dann schon lieber: „as my whimsy takes me“ – wohin mich meine Laune führt. Im Moment wähle ich für mich ungewohnte Farben (Oliv bzw. Jägergrün) und  altmodische Techniken (Strickspitze).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Frühjahr in Russland habe ich einige wenige Stoffe gekauft. Einen davon habe ich vorgestern vernäht. 1,5 Meter, mehr war nicht mehr da. Er hat mir so gut gefallen, sah so interessant aus. Ein gewebter Jaquardstoff mit Rosenmuster in blauschwarz-oliv, nicht ganz so dick und warm wie er aussieht.  Ich habe ihn zu einem Pullover vernäht: LB Pullover von Paper Theory, ein schlichter Schnitt, gut geeignet für Webstoff und die Produktion hat weniger als eine Stunde gedauert. Etwas länger hätte ich besser gefunden aber, wie schon geschrieben, es war nicht mehr da.

Länger habe ich für die Produktion der farblich passenden Gingerjeans gebraucht. Und die passt ganz wunderbar zu meinem neuen Hemd das ich heute beim Nähtreff fertig mache.

Im letzten und in diesem Frühling hat sie, meine Laune, mich nach Estland und nach Russland geführt und ich habe von dort verschiedene Dinge mitgebracht: u.a. die Faszination für gestrickte Spitze. Meine erste Begegnung hatte ich letztes Jahr in Hapsaluu / Estland. Dort stricken die Frauen seit der 2. Hälfte des 19. Jahrunderts unglaublich feine Schals und Tücher (und Pullover und Hochzeitskleider) aus heimischer Schafswolle. Abgeschaut und weiterentwickelt haben sie diese Fähigkeiten von russischen Strickerinnen. In Orenburg, in Russland werden diese Schals (seit dem 18. Jahrhundert) aus der Winterwolle einer speziellen Ziegenrasse gestrickt, so dünn und fein, dass sie durch einen Ehering passen. Orenburg liegt sehr weit außerhalb unserer Frühjahrsroute aber in Sankt Petersburg habe ich solche Schals aus Orenburg gesehen und einen gekauft. Ganz knapp kann ich ihn durch meinen Ehering ziehen. Er hilft mir jetzt über die ersten kühleren Tage in diesem Herbst. Viel rustikaler und grober hatte  ich im letzten Jahr erste Laceversuche veranstaltet und einen Schals gestrickt. Irgendwann kann ich solche Schals auch. Dann muss ich aber das Nähen lassen. Stricken dauert so viel länger.

Reinfaelle passieren mir immer wieder

…..und ich entsorge sie dann umgehend.

 

Länger erhalten bleiben Kleidungsstücke bei denen ich nicht so genau weiß. Dieser Pullover gehört dazu. Schon beim Stoff war ich ambivalent. Es ist ein Doubleface-Stoff aus Wolle, gekauft in einem der Bielefelder Fabrikverkäufe. Der hatte sich schon beim Waschen grauenhaft verzogen, war aber wunderbar weich geblieben.

So lag der Stoff länger im Schrank. Letzten Winter habe ich ihn dann zu diesem Pullover (Burda 10/2015 109) verarbeitet.

 

 

Und was ist das Ergebnis? Ich weiß nicht so genau. Kuschelig und warm ist das Ding aber irgendwie nicht toll. Zu Anfang des Herbstes habe ich es im Kleidersack entsorgt und eben wegen des Themas wieder hervorgekramt und angezogen.

Und schon geht es wieder los: soll ich ihn nicht doch behalten? Er ist so schön warm!  Aber die Naht über der Brust… und er ist so weit!  Etwas unförmig! Weg damit! Aber so schlecht ist der Pulli auch nicht!

 

Ich werde ihn heute noch mal tragen und am Abend entscheiden! Und erst nächsten Mittwoch das neuere Kleid anziehen und hier vorstellen. Die Schnittmusterbeschreibung habe ich aber schon mal veröffentlicht. Auch dieses Kleid ist so ein „Ich bin mir nicht sicher ob es mir gefällt“ Teil.

 

Einen schönen Nikolaustag und schaut euch an, was die anderen Kolleginnen der Hobbyschneidereizunft heute berichten. Von misslungenen Kleidungsstücken ist ja sonst selten die Rede. Liebes MMM-Team, das Thema  gefällt mir gut. Danke.

MMM – im Talvikki Sweater mit Schlangenhose

Talvikki Sweater, was für ein Name für ein Schnittmuster. Das Oberteil habe ich ziemlich schnell und ohne Anpassungen aus Wollwalk vom Roten Faden aus Aachen genäht. Interessant sind die strahlenförmigen Abnäher vorne und hinten vom Halsloch her.

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Und er ist vorne kürzer (die Hände gehen gut in die Hosentaschen) und hinten länger.  Er hält mich bei diesen Temperaturen draußen warm und das leuchtende Blau erkennt mein Mann auf dem Weihnachtsmarkt unter den vielen dunkelgekleideten Menschen gut.

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Hier kombiniere ich den Pullover mit einer älteren Hose im Schlagenmuster.

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In meinem neuen Materiallexikon „Stoff und Faden“ von Constanze Derham habe ich gesehen, es ist ein Flockendruck. Ein sehr hilfreiches Buch, das eine Lücke in meinem Bücherschrank gefüllt hat.

Schöne Woche für den Teilnehmer und die Teilnehmerinnen und die vielen Leserinnen und die wenigen Leser des Me Made Mittwoch.

Pullovermonster aus der November 15 Knip / fashionStyle

Ganz schnell habe ich mir gestern ein Pullovermonster genäht. Fashion Style 11/2015/ Modell 21 war die Grundlage.

Die rote Hose, ein Hut und Handschuhe passen gut dazu.  Hier gibt es die Schnittmusterbeschreibung. EIn Zitat daraus:

In der Zeitschrift haben mir die Fotos sehr gut gefallen und ich hatte große Lust das Teil sofort zu nähen. Zwischendurch, nach der Sichtung der Schnittmusterteile, hatte ich größte Befürchtungen. Zu weit, zu monströs, zu blöd!  Alles Quatsch. Ein wunderbares, etwas unpraktisches Teil.

Die Schnittmusterteile sind ehr ungewöhnlich beschriftet und die Beschreibung der Arbeitsschritte merkt man an, dass sie übersetzt sind. 

Wegen des Tragekomforts erscheint mir der Schnitt etwas problematisch. Der Rollkragen ist riesig und besteht aus doppeltem Stoff. Der Rest wird einlagig verarbeitet. Am Hals hält das Teil also sehr warm, der Körper braucht mehr Schutz. Es ist eben ein stylisches, modisches Teil, dessen Schwächen ich hier mit einem dicken Pullover untendrunter kompensieren werde. Das Nähen des Pullovers geht unglaublich schnell. Ich habe mehr über den richtigen Stoff und die  Schritte im Nähprozess nachgedacht als die reine Nähzeit gedauert hat. Ich denke, der Pullover ist für mich jetzt ein „1 Stunden Modell“.

Übrigens, neulich hat mal jemand nach diesen Trippen Schuhen gefragt. Sie sind sehr bequem und überhaupt die einzigen hohen Schuhe, die meine Füße akzeptieren. Und ich falle nicht nach vorne damit.
Monsterpullover 1 Monsterpullover 3 Monsterpullover 4 Monsterpullover hinten