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Schnittmusterbeschreibung – Jeans Ginger von Closet Case

zwei Ginger Jeans  Dieses kanadische Schnittmuster gilt für eine Jeans mit allen typischen Elementen: Vorderer Verschluss (hier ein Reißverschluß), fünf Taschen,  Ziernieten an den Taschen, Zierstiche an der Innennaht der Beine, der Schrittnaht und des Bündchens….
Ginger von Closet Case gibt es in zwei Leibhöhen, bis in die Taille mit enger geschnittenen Beinen und niedriger mit geraden (stovepipe!) Beinen. Gedacht ist die Hose für moderaten Stretchstoff, empfohlen wird 2% Elastan. Ich habe Fassung A mit der niedrigen Leibhöhe genäht. Mein Unterkörper ist relativ kurz und diese Hose geht mir trotzdem bis fast zum Bauchnabel. Die Höhe ist perfekt für mich.

Technische Zeichnung Ginger JeansNur Online und als Mehrgrößenschnitt  ist das Muster zu haben. Man erhält zwei Varianten; eine zum Ausdruck auf dem heimischen Computer und eine Datei mit der in besseren Copyshops auf einem großen Papier der Ausdruck erfolgen kann. Diese Variante ist teuer und sehr komfortabel; festes Papier, einfach ausschneiden und los geht es.

Größen:
Das Größensystem von Closet Case geht von 0 bis 18. Ich habe 18 genäht da die Angaben der Größentabelle ungefähr meinen Maßen entsprachen. Es ist unbedingt zu empfehlen seine Körpermaße mit der Firmentabelle zu vergleichen. Ich habe dann sogar den Schnitt ausgemessen um zu schauen wo ich die fehlenden cm zugeben wollen würde. Die schon fertigen Hosen im Netz sehen so eng aus. Am Ende habe ich bei der ersten Hose, der Schwarzen, an den Aussennähten jeweils 1 cm zugegeben und sie nach der Anprobe wieder entfernt.

Die rote Cordhose hat keinen Stretchanteil im Stoff. Hier habe ich diesen 1 cm benötigt.

Sieht das genähte Kleidunsstück wie auf dem Foto bzw. wie die technische Zeichnung aus?
Ja, da habe ich keine Überraschungen erlebt.

War die Anleitung leicht zu verstehen?
Die Anleitung ist perfekt, mit Fotos illustriert und sehr ausführlich. Und dann gibt es noch diese Sew Along Dokumentation die auch die allerletzten Fragen beantwortet und Varianten in der Nahtkonstruktion zeigt. Ich halte sie für eine der besten Anleitungen.

Was mochte ich besonders bzw. überhaupt nicht an dem Schnittmuster?
Die Hose ist gut konstruiert. Ich hatte keinerlei Probleme. Überrascht war ich wie weit die Hose am Ende war. Ich habe nur den hinteren Hosenschritt vertieft und die Taschensäcke vorne mit der Vorderfront verbunden. Beides wird auch im Sew Along beschrieben. Noch immer bin ich überrascht wie gut mir die Hose(n) passen.

Skinny sind meine Hosen direkt nach dem Waschen. Das hängt mit der Wahle der Stoffe zusammen. Nach kurzer Tragezeit weiten sie sich und werden bequemer und auch lässiger.

Verwendeter Stoff?
Variante 1: Schwarzer
Jeansstoff von Karstadt mit 2% Elastan und 5% Polyester, das ist laut Anleitung der perfekte Stoff für diese Hose.
Variante 2: Beerenfarbener Cord aGingerjeans Detailsus Polyester ohne Stretch von Hüko Berlin

Änderungen am Schnittmuster oder am Design?
Ich bin der Anleitung strikt gefolgt. Die inneren Beinnähte habe ich als Flachnaht oder auch Kappernaht gearbeitet. WIe das geht ist im Sew Along beschrieben.

Welche Unterstützung oder Tutorials habe ich genützt?
Anleitung und Sew Along auf der Firmenseite

Würdest du das Schnittmuster noch einmal nähen?
Der Schnitt gefällt mir sehr. Jeans nähe ich nach diesem Schnitt

Fazit:
Näht ihn. Er macht Spaß.

 

 

Cordhose hinten Cordhose vorne Schwarze Ginger Jeans hinten Schwarze Ginger Jeans vorne

Basisschnitt – Hosen konstruieren

Ich schränke mich nicht ein. Ich will alles tragen.  Hosen gehören seit langem zu meinen beliebtesten Kleidungsstücke und jetzt will ich lernen sie selber zu machen. Fasziniert habe ich die verschiedenen Frauen  und ihr Ringen um gut sitzende Hosen verfolgt. Ich habe gelernt, dass es Frauen gibt die ihr Leben lang keine gut sitzenden und bequemen Hosen kaufen konnten. Ich habe sehen gelernt, wie gut sitzende Hosen aussehen. Noch kann ich aber keine produzieren.

Im vorletzten Winter habe ich mich erstmals an die Herstellung weiter Hosen gemacht und war ganz erfolgreich. Das Ergebnis waren zwei gefütterte weite Hosen mit vorverlegten Beinnähten. Die Rückansicht war befriedigend. Unter den Pobacken zeig sich immer zu viel Stoff. Aber die Hosen sind tragbar; im Winter tuen sie mir gute Dienste. Der erste große Meilenstein auf dem Weg zu guten Hosenschnitten.

Zum Geburtstag habe ich einen Konstruktionskurs Hosen im Modelabor in Düsseldorf bei Susanne Sixtus geschenkt bekommen. Das sollte mein zweiter großer Meilenstein werden. Ich wollte das Konstruieren eines gut sitzenden Basisschnittes lernen. Der Kurs war ein Erfolg. Ich habe gelernt wie eine Hose nach meinen Maßen auf Papier konstruiert wird. Die erste Übung war das Aufstellen eines Schnittes mit Idealmaßen auf 1 zu 4.

Hosen konstruieren auf Papier 1 zu 4

Und dann kam das ganze nach eigenen Maßen in Originalgröße.

Hosen konstruieren auf Papier 2

Und das Nähen einer Probe aus Nessel. Anprobieren, Änderungen einarbeiten, auf dem Papierschnitt vermerken, Nesselprobe ändern, auf dem Papierschnitt notieren, Nesselprobe modifizieren……………….

Und dann der erste Hosenschnitt! Auch schon mal in schwarzem Stoff probiert. Die Nesselprobe sitzt besser als der erste Versuch. Ob ich nicht exakt gearbeitet habe? Nun, der Schnitt, den ich aus Düsseldorf mitgebracht habe, ist brauchbar, ein guter Ausgangspunkt aber da gibt es noch viel zu verbessern.

Erste Hosenprobe1

 

Nun zum dritten Meilenstein. Zuhause habe ich mit Fotos und Beratung von Julia den Schnitt weiter verbessert. Immer wieder das gleiche Verfahren: Hosenprobe anpassen, Fotos machen, Erfolg beurteilen, Ideen entwickeln und Vorschläge von Julia in Empfang nehmen, Hosenprobe verändern, Veränderung auf dem Schnitt vermerken, Fotos machen……………….

Bestimmt 6 solcher Schleifen habe ich gemacht. Wenn alles zu Unübersichtlicher wurde habe ich schnell eine neue Hosenprobe genäht. Jetzt gibt es einen ganzen Stapel alter Hosenproben.

Hosen konstruieren Probehosenstapel

Dann war die Hosenprobe ausreichend angepasst und ich habe keine Lust auf weitere Übungen gehabt. Ich bin dann zum vierten Meilenstein gekommen. In den Stoffresteparadiesen in Bielefeld gibt es viele feste Stoffe, die sich für Hosenübungen eignen. Ich habe zwei Stoffe gefunden, die von beiden Seiten brauchbar sind und die mir gefallen haben.

Hosen konstruieren Stoffe Probehose

Der untere Stoff ist mit der dunklen Seite nach außen und der obere Stoff mit der hellen Seite nach außen verarbeitet worden. Basis war immer der angepasste Hosenschnitt. Dazu konstruiert habe  ich noch einen eingesetzten Formbund, Vordertaschen und einen Reißverschluss mit Untertritt und „Knopfsicherung“ (keine Ahnung wie das korrekt und auf Deutsch heißt). Alles das hatte ich im vorletzten Winter bei meinen ersten Hosenversuchen schon ausgetüftelt.

Hosen konstruieren safe fly

Ich habe also viel Wert auf die Innenverarbeitung gelegt. Eine gute Innenverarbeitung erhöht für mich die Tragequalität immens und sie ist ein Motive zum Selbernähen, Keine klaffenden Reißverschlüssen, Festigkeit und Lockerkeit genau da wo ich es mag, Taschen so plaziert und genauso tief wie es mein Bedürftnis ist.

Ich habe jetzt zwei Hosen, tragbare Probehosen, eine weiter, eine enger und ich erprobe mit ihnen den Sitz und ihr Verhalten im Alltag. Noch immer zeigen sich Falten unter den Pobacken hinten und vorne am Schritt gibt es weiteren Optimierungsbedarf. Das zeigt sich auf Fotos und im Spiegel. Aber von innen fühlen sich die Hosen schon ganz wunderbar an. Sie kneifen oder spannen nirgendwo; sie sind bequem und sehr praktisch.  Ich werde also weiter mit dem Schnitt arbeiten aber ich bin schon ganz fröhlich über das Erreichte.

Nach ausgiebigem Tragen sind die Hosen fast schon wieder zu weit; ein normales Phänomen bei Webstoff. Die Kleidunsstücke wachsen beim Tragen und sind wieder eng nach dem Waschen.

Hose 1. echte vorne Hose 1. echte hinten

 

Culottes / Hosenrock

Manche Kleidungsstücke tauchen plötzlich auf und schwimmen eine Weile auf der Populationswelle. Mal sehen ob der Hosenrock, der Culottes dazugehört.

Hosenrock hinten

Mein Motiv diese RockHose zu nähen ist ganz praktisch. Im 2 Monaten fahren ich für eine Woche nach Lissabon und ich denke über die Reisekleidung nach. Ein Hosenrock aus Microfaserstoff scheint mir zur Zeit ganz praktisch. Es gibt auch bei warmem Wetter keine Probleme mit scheuernden Oberschenkeln, er läßt sich schnell waschen, trocknet im Handumdrehn, ist sehr kombinationsfreudig und er kann lässig und edler gestylet werden.

 

Die Schnittmustersuche hat sich allerdings aufwändiger gestaltet; noch ist die Populationswelle ja nicht da. Es mehren sich aber die Zeichen: DieHosenrock vorne Vogue hat Coulottes bei Besucherinnen von Couture-Modeschauen gesichtet. Ein australischer Coulotteschnitt ist diesem Sommer so populär geworden, dass er ausverkauft ist. Es finden sich aber Fotos von wunderschönen SommerHosenRöcken im Netz. Einfach mal Tania Culottes googlen. Eine erste deutsche Näherin, Muriel, hat sich am Hosenrock versucht und dabei sogar eine wunderbare ältere Anleitung von Lauriana fürs „Selber konstruieren“ wieder hervorgeholt. Muriel, gib nicht auf, die Welle kommt bestimmt.

 

Nun, alle Beispiele von oben haben eine ganzen oder teilweisen Tellerrock als Basis. Das kann ich nicht tragen. Ein gerader Rockschnitt, der ist erprobt und ich finde mich darin gut. Vermutlich hätte ich den Hosenteil auch an meinen Rockgrundschnitt anbauen können, ich war mir aber unsicher in manchen Punkten und habe lieber auf ein bestehendes Modell zurückgegriffen.

 

Entdeckt und realisiert habe ich einen Schnitt von Schnittvision. Eine kleine Berliner Schnittmusterfirma die Fans und Gegner hat und bei der nach eingeben der eigenen Maßen ein passender Schnitt konstruiert wird. Er läßt sich ausdrucken oder als Papierschnitt bei der Firma bestellen. Diese Schnitte müssen natürlich auch mehr oder weniger individuell angepasst werden, sie berücksichtigen nicht alle körperlichen Hosenrock DetailBesonderheiten.

 

Ich habe aber mit den Rockschnitten von Schnittvision schon einmal gute Erfahrungen gemacht. Genäht habe ich alHosenrock Detail 2so diesen Rock aus Look 9 und die Trageprobe am Freitag hat er sehr gut überstanden. Auf den Fotos habe ich ihn mit dem Top aus Vogue 1247 kombiniert. Die Paspeltaschen mit Hosenrock Detail 3Klappen habe ich mit der Anleitung von Mia Führers hilfreichen Videos schnell und ganz gut gearbeitet. Ich vergesse immer wieder wie es geht. Der Oberstoff ist ein etwas dickerer Microfaserstoff, die inneren Belege  sind aus japanischem Baumwollstoff (Kokka).  Der Rock hat kein Futter aber einen unsichtbar eingenähten Reißverschluss und ein massives Paar Harken und Öse. Die Hosenbeine sind bis unter das Knie verlängert und die Bruchkanten der äußeren Falten vorne und hinten habe ich abgesteppt. Sonst ist keinerlei Anpassung erforderlich gewesen.   Die ausführlichere Schnittmusterbeschreibung des Schnittes folgt in einem gesonderten Post.

Schnittmusterbeschreibung – Basisschnitt weite Hose

Ich dokumentiere hier die Nähschritte die für mich bim Nähen dieser Hose / dieses Schnittes besonders waren und nicht oder zumindest so nicht in Hosenanleitungen stehen. Eine Anleitung zum normalen Hosennähen ist diese Beschreibung nicht. Fals es überraschenderweise Interesse gibt eine genaue Nähanleitung zu sehen, so werde ich das bei der nächsten Hosenproduktion nachholen.

2. Hose
Probehose

Beschreibung:

Die Hose sitzt knapp unter der Taille, hat weite gerade Bein und eine nach vorne gelegte Seitennaht in die zwei Seitentaschen eingearbeitet sind. Es gibt keinen Hosenbund sondern einen von innen angenähten Beleg in der Art eines Formbundes.
Größen:
Durch die Veränderungen läßt sich das nicht genau sagen, vermutlich so um Größe 46
Sieht das genähte Kleidungsstück wie geplant?
Die Hose ist jetzt so wie ich sie wollte. Sie nimmt verschiedene positive Details meiner gekauften Hosen auf.
Was möchte ich besonders  an dem Schnittmuster?
Ich liebe die weiten Beine die die Hose so bequem und doch auch für offizielle Gelegenheiten brauchbar machen. Die tiefen Taschen vorne auf Hüften und Oberschenkeln sind sehr geeignet um die Hände entspannt hineinzustecken und auch kleine Sachen wie Lippenstifte, Schlüssel für Dozentenzimmer, etwas Kleingeld und ähnliches aufzubewahren ohne das sie ausbeulen. 

Verwendeter Stoff:

Ich habe einen leicht glänzenden Anzugstoff vom Markt verarbeitet. Neben verschiedenen beigen und mittel- und dunkelbraunen Fasern ist auch ein mittelblauer Faden eingewebt. Der Stoff scheint überwiegend aus Wolle zu bestehen, das verrät die Brennprobe.Der schwarze Stoff der tragbaren Probehose besteht auch aus Wolle und hat zwischen den schmalen Streifen ein Fischgrätmuster.

 

 

 

 

 

Verarbeitungsschritte:

Vorarbeiten:

Auf der Basis eines üblichen Hosenschnitts, hier Burdaeinzelschnitt 8087, habe ich zwei Probehosen aus Baumwollstoff genäht und Hüfte, Schritt und Schrittbogen angepasst. Alle Veränderungen wurden auf dem Schnittmuster notiert und an Ende habe ich einen neuen sauberen Folienschnitt erstellt.

Nachdem die Hose zu meiner Zufriedenheit gesessen hat, habe ich aus Hosenstoff aus Wolle eine erste tragbare Probehose genäht. Diese Hose hat schon einen inneren Formbund bekommen. Weil ich auch da schon Taschen vorne auf der Hüfte wollte, habe ich Pattentaschen eingenäht. Hier ist diese Hose vorgestellt worden.

Schnittmustermodifikation:

Schere zeigt auf Seitennaht
Schere zeigt auf Seitennaht

Jetzt hatte ich eine Hose mit der gewünschten Taillenlösung die gut sitzt. Der nächste Schritt war die Vorverlegung der Seitennaht. Dazu habe ich das Schnittmuster erneut auf Folie kopiert und das hintere Hosenteil an der äußeren Seitennaht um 10 cm verbreitert. Das vordere Hosenteil wurde an der Seitennaht um diese 10 cm schmaler gezeichnet. Um die Hüftkurve habe ich mich zunächst nicht gekümmert. Hüfte und Taille haben bei mir keine riesigen Unterschiede und den Fehlbetrag der Hüftkurve habe ich  beim ersten Anpassen der Hose in zwei Abnähern untergebracht. Dieser Schritt ist nicht dokumentiert.
Der Folienschnitt wurde mit 1,5 cm Nahtzugabe versehen. Dieses ist jetzt mein fertiger Hosenschnitt.

Fertigung der Hose:

Versäubern
Der Schnitt wurde wie üblich ausgeschnitten und sofort mit der Overlock versäubert.

Vorderes Teil
Hinteres Teil

Vorbereitung der Nahttaschen
An die vorderen und hinteren Teile der Hose wurde jeweils ein Taschenbeutel aus Nessel angenäht.  Der vordere Taschenbeutel ist am Eingriff mit aufgebügelter Einlage verstärkt, der hintere Taschenbeutel hat einen großen Flicken aus Hosenstoff damit der Eingriff schöner aussieht.
Die Taschenbeutel werden vorne beim Reißverschluss angenäht. So sitzen Taschen besser.
verbreiterter Untertritt

 Vorderer Schlitz

Bei der schwarzen Probehose habe ich noch ein Taillenband in die Hose genäht weil ich meiner bundlosen Taillenkonstruktion nicht ganz getraut habe. Sie ist aber gut und kann so bleiben, das Taillenband ist nicht erforderlich. Allerdings sichere ich den Reißverschluss mit einem Knopf indem ich den oberen Teil des Untertritts des Reißverschlussen verbreitere und mit einem Knopfloch versehe. An der anderen Seite der Hose wird dann der Knopf angenäht. Theoretisch läßt sich das schlecht erklären. Die Fotos verdeutlichen diese Anatomie dieses Teils der Hose hoffentlich besser.
Alle weiteren Schritte zum Einnähen eines Reißverschlusses mit Untertritt sind ganz normal und genauer finden sie sich in jedem guten Nähbuch. Der Steg mit den Knopf hinter dem Reißverschluss erhöht den Tragekomfort sehr. Ich überlege schon ihn bei gekauften Hosen nachzurüsten.Futter:

Das Füttern der Hosen erhöht den Komfort ebenso und es macht die Hosen wintertauglich. Hier wurde das Futter genauso wie die Hose zugeschnitten, allerdings natürlich ohne die Taschenkonstruktion. Oben ist das Futter an den Taillenbeleg angesetzt worden. Auch  hier zwei Fotos von der Außen- und der Innensicht.

Aussen
Innen

Der innere Beleg ist mit aufgebügelter Einlage verstärkt worden. Die Naht in der Taille wurde mit einem Nahtband gegen ausleiern verstärkt. Die Fotos von diesen Schritten waren so nichtssagend, ich habe deshalb darauf verzichtet.
Bei dieser Hose habe ich noch Hosenaufschläge gearbeitet.

Hier noch ein paar weitere Fotos von der fertigen Hose:

Welche Unterstützungen und Tutorials habe ich genützt:

Ich habe verschiedene Hilfen gesucht und gefunden. Da waren zunächst mal meine Nähbücher. Für die Untertrittkonstuktion findet sich hier eine Hilfe. Innerhalb des letzten Jahres sind in der amerikanischen Nähzeitschrift Threads verschiedene hilfreiche Artikel zum Hosennähen veröffentlicht worden. Und, besonders hilfreich, ich habe eine meiner kaputten Lieblingshosen auseinander geschnitten und die Konstruktion studiert.

Würdest ich das Schnittmuster nochmals nähen?

Diesen Hosenschnitt werde ich wieder und wieder verwenden.

Fazit:
Ich bin glücklich das es mir gelungen ist diesen Schnitt zu konstruieren.

Schnittmusterbeschreibung – Salme Hosenkleid

Beschreibung:
Der Romper von Salmepatterns ist das Schnittmuster für ein Hosenkleid mit kurzen überschnittenen Ärmeln, kurzen Hosenbeinen, Taschen in der Taille und einer Knopfleiste im Vorderteil die mit Druckknöpfen geschlossen wird. Es gibt keine Abnäher. Die Weite in der Taille wird mit einem Gummi und oder Gürtel gebändigt.

Größen:
Der Mehrgrößenschnitt geht von 4 -16, das entspricht Größe 34 – 46. Genäht habe ich 38/40.

 

Sieht das genähte Kleidungsstück wie auf dem Foto bzw. wie die technische Zeichnung aus?
Das fertige Kleidungsstück entspricht dem auf dem Bild wenn man mal von den verlängerten Beinen absieht.
War die Anleitung leicht zu verstehen?
Ich fand die Anleitung mittelgut zu verstehen. Über die Konstruktion der Taschen habe ich etwas länger gebrütet. Der Schnitt ist aber eigentlich sehr schlicht. Die Zusammensetzung versteht sich überwiegend von selbst.
Was möchte ich besonders bzw. überhaupt nicht an dem Schnittmuster?
Die Firma bietet ausschließlich englischsprachige Downloadschnitte an.
Das Kleid war ziemlich einfach zu nähen denn das Schnittmuster ist gut aufgebaut und bezeichnet. Für einige anspruchsvollere Nähschritte gibt es aussagekräftige Zeichnungen. Das Oberteil ist an den Schultern etwas zu breit konstruiert und der Ausschnitt ist sehr tief geschnitten. Das würde ich beim nächsten Mal verändern. Ich habe leider keine Probekleid genäht!
Verwendeter Stoff:
Der beige Stoff hat ein hellgrün und braunes Zebrastreifenmuster. Er besteht überwiegend aus Baumwolle, beim Waschen hat er überraschend wenig  geknittert. Ich denke es gibt irgendeine Beimischung.
Änderungen an dem Schnittmuster oder am Design:
Unklar war zu Beginn des Nähprozesses wie lang die Hosenbeine werden sollen. Ich habe sie also als lange Hosen zugeschnitten. Dadurch wurde der Originalstoff so knapp, dass ich einen hellgrünen einfarbigen Stoff für die Belege und die inneren Taschen benützt habe. Belege am Hals und an der Knopfleiste sind doppelt mit dünner Vlieseline verstärkt. Wichtig war, dass die Druckknöpfe sich nicht nach außen durchdrücken, also vollständig unsichtbar bleiben. Durch die doppelte Verstärkung ist das gelungen. Auf das Einsetzen eines Gummibandes in der Taille wurde verzichtet. Als kleine Spielerei habe ich Gürtelschlaufen aufgesetzt und im Rücken verkreuzt.

Welche Unterstützungen und Tutorials habe ich genützt:
Es war keine Unterstützung notwendig
Würdest ich das Schnittmuster nochmals nähen?
Ja, wenn sich der Bedarf zeigt.
Fazit:
Der Schnitt von Salme ist eine gute Grundlage für ein Hosenkleid oder einen Sommeroverall. Ich kann ihn sehr empfehlen.