Archiv der Kategorie: Schnittmusterbeschreibung

MMM – anNaeHerungsgeburtstagskleid

MMM Kleid

Annäherungsgeburtstagskleid!!  Was ein Wortgetüm!!
Aber es passt genau.

Im Januar und Februar gibt es in meiner Familie immer eine Feier nach der anderen und hin und wieder sind das besondere Geburtstage. So hat meine Mutter ihren 85. Geburtstag und ich meinen 60.  Geburtstag gefeiert und mein Mann hatte auch Geburtstag und der Enkelsohn und eine Freundin wurde 70 und hat ein Fest veranstaltet und……………..

Tja das sind die „Maigemachten“. Die Termine dieser Feste sind bekannt und ich konnte meine Kleiderwahl länger im Vorraus planen.

Ein lila Kleid musste sein denn ich hatte das Gedicht „Warnung“ als Motto für diesen Geburtstag ausgesucht. Und ein weiteres Kleid, etwas formeller, wollte ich auch. Schon im Herbst hatte ich einen Meter eines Jacquard-Strickstoffes als Rest im lokalen Stoffgeschäft gefunden und zeitgleich wurde ein neues Schnittmuster, McCalls 6887, veröffentlicht. Ein Bodycon Dress. Meine Inspiration.

Rote Kunstlederpaspeln waren schon da und der schwarze Romanit ist auch schnell gekommen. Länger habe ich mit mir gerungen ob ich das Schnittmuster bestellen soll, am Ende habe ich es zusammengebastelt.

Der Schnitt ist so einfach! Prinzessnähte in die Armlöcher, das geht ziemlich leicht aus einem Grundschnitt zu verwandeln. Außerdem hatte ich im letzten Winter schon ein Schnittmuster mit Prinzessnähten in die Schultern angepasst und es lag noch der BurdaPlusSchnitt    Mai 2010 Nr. 541 rauskopiert herum. Aus all diesen Elementen habe ich einen neuen Schnitt als Basis für ein Kleid geformt.

Meine ScRote Paspelkleid vornehnittmusterkopien bestehen aus Folie. Ich kann also Schnitte übereinander legen und vergleichen. Nur der Basisschnitt besteht aus dicker Pappe. Wirklich relevant waren an dieser Stelle für mich die Rückenbreite und das Vorderteil. Die Seitennähte lassen sich bei diesem Kleid gut „nachjustieren“. Ich habe also den Basisschnitt als Gundlage genommen und darüber die zusammengessteckten Folienschnitte des Burdakleides Nr. 541 gelegt. Diese beiden Schnitte sind für Webstoffe gedacht. Der endgültige Schnitt wurde also noch einmal in der Breite etwas verkleinert. Das ist ganz gut gelungen, nur das Vorderpanel ist zu breit gewesen (wie bei dem lila Kleid zu sehen ist). Ärmel und Armloch habe ich gleich vom Grundschnitt übernommen.  Bei diesem eklektischen Umgang mit meinen Schnittmustern zeigt sich, dass die intensive Beschäftigung mit ihrer Aufstellung und Entwicklung Früchte getragen hat. Trotz des unkonventionellen Umgangs habe ich einen Erfolg verbuchen können.

Als tragbare Probe diente das lila Etuikleid. Damit habe ich sowohl den Schnitt als auch die Kustlederpaspeln in Romanitstoff erprobt. Die Passform ist mittelgut gelungen.

Den zu langen Rücken hab ich verändert indem das mittlere Panel verkürzt wurde; es hat jetzt eine Naht die wie beabsichtigt aussieht. Offensichtlich habe ich da die Korrektur etwas übertrieben. Es gibt doch einige Stessfalten in der rückwärtigen Ansicht nach längerem Tralila Kleid hintengen. Zudem beult der Stoff dann auch ungünstig.

Die Prinzessnähte vorne waren nur noch mit großem Aufwand zu verändern. Ich habe es gelassen. Hier geht die Naht nämlich knapp am Brustpunkt vorbei. Die Vorderansicht findet ihr auRote Paspelkleid hintench hier und hier. Die Erfahrungen und Verbesserungen die sich aus der Fertigung des lila Kleides ergeben haben sind dann auf den Schnitt übertragen worden. Dieser Prozess ist mir ziemlich leicht gefallen.

Der Schnittkonstruktionskurs hat sich also bewährt. Ich verstehe einfach mehr von der Sache. Allerdings bemerke ich jetzt immerzu Stressfalten und andere „Passformmängel“, denke bei den fertigen Sachen, dass ich eigentlich da und dort noch hätte was verbessern müssen. Die Ansprüche steigen mit der Erfahrung. So ist es wohl.

Beim Wochenendnähtreff anNÄHerung in Bielefeld habe ich dann das zweite Kleid nach diesem Schnitt genäht. Es sitzt besser. Selten habe ich so komfortabel genäht. Immerzu gab es Hilfe. Besonders dankbar bin ich den Mitnäherinnen für das Abstecken der Ärmel hinten und das  Abstecken des Saumes.  Hier haben mir sogar gleich zwei Fachkräfte zur Seite gestanden wie man auf dem 6. Foto hier sehen kann.

Ein langes Post für ein MMM. Vermutlich wäre es besser gewesen wie üblich in Schnittmusterbesprechung und MMM Post zu teilen. Aber es bleibt jetzt so wie es ist und wird in beide Kategorien eingeordnet.

So, dieses Kleider trage ich heute am Mittwoch nicht aber letzte Woche hatte sich sie öfter an! Wie haben sich die anderen Frauen entschieden? Was stellen sie vor? Hier beim MMM ist es zu besichtigen.

Schnittmusterbeschreibung – Rotes Jaquardkleid Burda 11/2013 133B

Rotes Jaquardkleid hinten ADP Rotes Jaquardkeid Vorne ADPAus der Novemberausgabe der Burda style 2013 habe ich das Kleid 133B genäht; ein Jerseykleid mit 3/4 langen Ärmeln aus der Plusstrecke.   Das enge Kleid mit einer Taillennaht und der speziellen Abnäherführung gibt es in zwei Varianten die sich an den Kragen unterscheiden.

Größen: Der Schnitt ist ein Multigrößenschnitt und geht im Heft von Gr. 44 bis Gr. 52   Ich habe Größe 46. ohne Veränderungen gehäht. Weil ich einen dehnbaren Stoff benützt habe, wurde auf eine Nesselprobe verzichtet. 

Anleitung: Die Anleitung im Heft ist sehr ordentlich. Ich habe da nichts zu bemängeln

Roter JaquardstoffVerwendeter Stoff: Es ist ein relativ dünner Jersey Jaquard von Folhofer. Die Brennprobe läßt ahnen, er besteht aus aus Baumwolle, etwas Wolle und Kunstfaser. Die genaue Zusammensetzung ist unklar. Der Stoff ist aber perfekt geeignet für diesen Schnitt.

Verarbeitungshinweise: Der Schnitt ist simpel, macht aber viel her.  Es gibt anpassungsfreundliche Abnäher von der Schulter aus im Vorder- und im Rückenteil. Das Oberteil hat eine Rückennaht und eine Vordernaht. Die vier Taillenabnäher sind so verschoben worden, dass sich zentral an Bauch und Rücken jeweils ein Stern bildet.Rotes Jaquardkleid Detail 2

Das ist die einzige Hürde bei diesem Kleid. Die Enden der Abnäher müssen exakt aufeinandertreffen. Die Oberteillänge sollte also stimmen. Später in der Taille etwas wegzunehmen verändert die Lage der Abnäher und sie passen nicht mehr aufeinander.  Hilfreich ist es an dieser Stelle der Burdaanleitung zu folgen und zuerst die Längs- und dann die Taillennähte zu arbeiten.

Drei VeränderungRotes Jaquardkleid Detail 1en habe ich umgesetzt. Auf den Reißverschluss habe ich verzichtet, bei Jersey kein Problem. Damit hat sich auch die Reihenfolge der Nähschritte vereinfacht. Die Schulter wurde um 1,5 cm verkürzt; dass hätte sogar noch mehr sein können. Und ich habe den hinteren Kragen verkürzt. Mir schwebte so eine Art kleiner Stehkragen vor.

Große Mühe habe ich mir bei der Verarbeitung der Abnäher im Bauch und Rückenbereich gegeben damit sie nicht auftragen und schön flach liegen. Sie sind exakt gearbeitet, genau gebügelt und der Abnäherinhalt an manchen Stellen mit unsichtbaren Stichen fixiert.

Auf die vorgesehenen Schulterpolster konnte ich verzichten da ich ehr gerade Schultern habe.

Anders als sonst bei Jersey habe ich für die Nähte die normale Nähmaschine genützt und mit der Overlook nur versäubert.

Der Schnitt sieht kein Futter vor. Ich trage das Kleid mit einem seidigen Unterkleid.

Fazit: Das Keid ist wunderbar. Leicht zu nähen und großartig zu tragen. Mir scheint, die Schnittführung ist sehr geeignet für fülligere Frauen.

 

Schnittmusterbeschreibung – ärmelloses Etuikleid Burda plus

Lissabonkleid vorneAus der Herbstausgabe der Burda Pus 2013 habe ich dieses ärmellose Kleid genäht.  Es ist Burda  NR. 424PLUSHW2013-DL und es gibt ihn auch als Downloadschnitt. Im Heft veröffentlicht sind  verschiedene Varianten, ohne Ärmel, mit halben Ärmeln, mit langen Ärmeln, mit Lissabonkleid hintenVarianten bei den Halsausschnitten und mit Rüschen am Saum. Im Grundsatz ist es ein klassischer Kleiderschnitt mit Prinzessnähten und einer Naht in der Taille. Nur das vordere Panel wird durchgehend zugeschnitten. Es hat rechts und links  zwei kleine Gehfalten.

Größen: Der Schnitt ist ein Multigrößenschnitt und geht im Heft von Gr. 44 bis Gr. 54   Ausgeganen bin ich von der Größe 46. Dann habe ich eine FBA am der Brust und eine weitere Vergrößerung an der Taille gemacht. Diese Veränderungen habe ich wie immer mit einer Oberteilprobe  aus Nessel überprüft.  

Anleitung: Die Anleitung im Heft ist ordentlich. Ich habe da nichts zu bemängeln

Verwendeter Stoff: Im Sommerendverkauf habe ich einen leichten Denim mit Stretch gefunden.

Lissabonkleid innen hinten Lissabonkleid innen vorneVerarbeitungshinweise: Im Burdaheft ist zu diesem Kleid ein Futter vorgesehen. Da mein Kleid  für heiße Sommertage geplant ist habe ich darauf verzichtet. Der Halsausschnitt und auch die Armausschnitte wurden mit leichtem Nahtband verstärkt und dann einfach doppelt umgeklappt. Das ging erstaunlich gut, liegt sicher am nachgebenden Stoff. Eingearbeitet sind ein unsichtbarer Reißverschluss in der hinteren Rückennaht und BH-Trägerhalter auf den Schultern. Zur Anpassung des Kleides habe ich den Craftsykurs „Adjust the Bust“  geschaut. Sehr hilfreich.

Die Verarbeitung  ist sonst schnell und einfach: Versäuberung mit der Overlock und der Saum ist mit dem unsichtbaren Stich der Nähmaschine angenäht.

Lissabonkleid Detail 2 Lissabonkleid Detail 1

Fazit: Ich bin mit Kleid und Schnitt zufrieden. Das Kleid sitzt gut. Ich plane die Schnittteile des Oberteils zu einem Basisschnitt mit Prinzessnähten weiterzuentwickeln.

Schnittmusterbeschreibung – Glencheckkleid Colette Hawthorne

Hawthorne G-Kleid hintenist ein Kleiderschnitt des kleineren SchnittmusterG-Kleid vorneverlages Colette.  Dieser Hemdblusenschnitt kombiniert dabei ein körpernahes Oberteil mit einen 3/4 Tellerrock. Im Schnitt gibt es wahlweise drei Ärmelvarianten; 3/4 lang mit Manschette und Schlitzverarbeitung ähnlich einem Oberhemd, kurzer Arm mit kleinem Aufschlag und ohne Ärmel mit Schrägbandversäuberung. Besonders interessant ist die Kragenlösung. Ein schmaler Kragen  bildet im vorderen Ausschnitt ein kleines V. Als weitere Variante kann auch eine Bluse gearbeitet werden bei der der weite Tellerrock zu einem Schößchen verkürzt wird.  Das Kleid und die Bluse werden nicht gefüttert.

Größen: Der Schnitt ist ein Multigrößenschnitt und geht von 0 – 18. Colette hat ein eigenes Größensystem, die eigenen Maße müssen damit verglichen werden. Ich habe mein Kleid von Größe 14 an den Schultern bis 18 an der Hüfte genäht. Dabei habe ich eine FBA am der Brust und eine weitere Vergrößerung an der Taille gemacht. Diese Veränderungen habe ich mit einer Oberteilprobe  aus Nessel überprüft.   Schnittmuster

Anleitung: Den Schnitt gibt es als Papierschnitt oder als Download aber nur in englischer Sprache. Ich habe den Papierschnitt genützt. Die Anleitung ist ausführlich, leicht zu verstehen und bebildert. Zusätzlich gibt es auf er Firmenseite weitere ausführliche Anleitungen für einzelne Arbeitschritte.

 

Verwendeter Stoff: Ich habe einen Leinen – Baumwoll Glencheck verarbeitet. Für diesen Schnitt ist der Stoff perfekt.

VerarbeG-Kleid Innenverarbeitung vorneitungshinweise: Von mir wurde die Kleiderversion mit den 3/4 langen Ärmeln genäht. In diG-Kleid Innenverarbeitunge linke Seitennaht habe ich eine Tasche eingearbeitet. Im Prinzip habe ich außer der Tasche und der Größenanpassung keine weiteren Veränderungen vorgenommen. Bei der Verarbeitung habe ich einige Varianten gewählt. Alle Nahtzugaben wurden mit Schrägband versäubert.  Beim Saum habe ich innen eine Baumwollspitze auf den Stoff genäht. Für diesen weiten Rock ist das eine sehr gute Idee gewesen.

Fazit: Der Schnitt des Kleides gefällt mir gut. Dieses Hemdblusenkleid hat durch den weiten Rock und die besondere Ausschnittverarbeitung eine etwas modernere Ausstrahlung als üblich. Auf der Basis dieses Schnittes sind viele Variationen denkbar. Der Nähprozess hat mir viel Spass gemacht. Für meine Rubensfigur ist dieser Schnitt einigermaßen geeignet. Das fertige Kleid gefällt mir auch. Ich bin sicher, dass ich diesen Schnitt mit Varianten erneut nähen werde.

G-Kleid ÄrmelbündchenG-Kleid SaumdetailG-Kleid Ausschnitt

Schnittmusterbeschreibung – Marita Knit Dress styleARC

Beschreibung:
Dieses schlichte Kleid hat einen angeschnittenen Wasserfallkragen und wird unter der Brust drapiert.

Größen:
Der Kleiderschnitt kann in Deutschland nur online und als Einzelgrößenschnitt bestellt werden. Dort aber in vielen Größen, von 6 – 30. Dies sind australische Größen, ich habe nach meiner Oberweite Größe 18 genäht.

Sieht das genähte Kleidungsstück wie auf dem Foto bzw. wie die technische Zeichnung aus?

Ich habe die vordere Drapierung nicht genau verstanden. Meine Lösung sieht etwas anders aus; ist aber auch ganz schön.

Dieses Kleid wird mit dem Satz „Sew it in less than 1 hour“ beworben. Die reine Nähzeit war wirklich weniger als eine Stunde. Länger hat das Verstehen des Schnittes gedauert.

Beeindruckt war ich von der Passform. Es hat ohne Änderungen einfach gesessen. Ganz selten ist das so bei mir.

War die Anleitung leicht zu verstehen?

Anleitungen von styleARC sind kurz und ehr sparsam. Von komplizierteren Schnittschritten gibt es aber Zeichnungen. Hier hatte ich erstmals  Schwierigkeiten mit einer englischen Anleitung und  der beigefügten Zeichnung.

Genäht wird das Kleid mit der Overlock, Arm- und Rocksäume habe ich mit der Zwillingsnadel gearbeitet.

Was möchte ich besonders bzw. überhaupt nicht an dem Schnittmuster?

Das Kleid sitzt sehr gut. Es ist einfach zu Nähen.


Verwendeter Stoff:
Der rote Baumwolljersey hat ein graublaues eingestricktes Blumenmuster.

Welche Unterstützungen und Tutorials habe ich genützt: 
Keine

Würdest ich das Schnittmuster nochmals nähen?
Ja, wenn diese Kleid aufgetragen ist werde ich ein neues nähen.

Fazit:
Dieses Kleid ist ein „Fastsewkleid“. Es fertigt sich schnell aus preisgünstigem Stoff, sieht ganz nett aus, bietet aber nähtechnisch nahezu keine Herausforderungen, wenn man mal von der kleinen Drapiernaht vorne absieht.