Der Rock an der Schneiderpuppe von allen Seiten.
Die Basis ist mein Grundschnitt nach persönlichen Maßen wie in Teil 1, 2 und 3 beschrieben. Die Pappschablone dafür hängt immer neben meinem Nähtisch.
Zuerst habe ich den Schnitt auf Packpapier kopiert. Dann wurden die Taillenabnäher verlegt. Sie gehen jetzt im Bogen von der Seitennaht Richtung hintere bzw vordere Mitte. Damit die besonderen Abnäher auch auffallen, habe ich sie mit einer roten Kunstlederpaspel versehen und um die Balance zu halten, ist der Saum auch mit dieser Paspel und Schrägband eingefasst. In der Taille gibt es kein Bündchen sondern nur einen festen Streifen Ripsband mit Haken und Öse als Verschluss . Ein unsichtbarer Reisverschluss in der hinteren Mitte und unten ein klassischer Schlitz vervollständigen den Rock. Gefüttert ist er mit normalem schwarzen Futterstoff. Hier ein paar Detailbilder und darunter demonstriere ich wie ich die Abnäher verlegt habe.
Es war schwierig vom Packpapierschnittmuster aussagekräftige Fotos zu machen. Ich habe deshalb ein kleines Pappkartonmodell gebaut:
Das ist das Modell des Schnittmusters ohne Nahtzugaben.
Im zweiten Schritt habe ich
1. den Standort der neuen Abnäher eingezeichnet (rot gepunktet), dann
2. die Mittellinie bei den alten Abnähern eingezeichnet (rot),
3. die alten Abnäher bis zu dieser Linie verlängert (nicht verbreitert), und
4. je einen Abnäherschenkel und die neue Abnäherlinie aufgeschnitten.
! In der Mitte muss das Papier noch zusammenhalten!
Danach habe ich den alten Abnäher zugeklappt. Von den Seitennähten aus entstehen so die neuen Abnäher. Gegebenenfalls die neuen Abnäher wieder einkürzen.
Die alten Abnäher habe ich mit Klebestreifen zugeklebt.
Im richtigen Schnittmuster wurden nun auch die neuen Abnäher mit Papier unterfüttert.
Diese geraden Abnäher haben mir nicht gut gefallen. Ich habe deshalb die neuen Abnäher erneut verlegt. Sie sind höher angesetzt und führen im Bogen nach unten (grüne Linie).
Technisch geht das genauso. Neue Linie bestimmen, aufschneiden, einen Schenkel des „alten“ Abnähers wieder aufschneiden, zusammenschieben und der neue Abnäher ist entstanden. Hier handelt es sich ja um eine Rundung. Die ist schwerer zu nähen, deshalb habe ich hier Passzeichen eingesetzt.
Jetzt noch die Nahtzugaben einzeichnen und das Nähen kann losgehen.
Zum Schluss noch ein paar Fotos vom wirklichen Schnittmusterveränderungsprozesses:
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