Mein Blog ist wieder voll funktionstüchtig. Herzlichen Dank an meinen Sohn. Also kann ich entspannt beim MeMadeMittwoch im April mitmachen und muss mich nicht auf kurze Bemerkungen auf Instagram beschränken. Hier sind meine neuesten Nähteile:
Zwei Hosen und zwei Pullis für den Alltag sind in der letzten Woche entstanden. Die bunten Pullis sind schnell genäht nach dem erprobten Schnitt Toaster2 von Sew House Seven, 2017 das erste Mal genäht. Der hohe Kragen ist perfekt für meine schönen Broschen. Hier trage ich das Weihnachtsgeschenk meines Mannes, einen roten Vogel von Trovelore.
Die Hose hat etwa länger gedauert, eine weite Hose mit Gummizug im Rücken. Am Wochenende war ich mit zwei Nähfreundinnen beim Atelier_Workshop in Gütersloh bei Annette Görtz und habe zwei weite Hosen genäht. Dabei habe ich viel über sorgfältige Verarbeitung gelernt und bin jetzt ganz zufrieden mit meinen neuen Fähigkeiten. Einen kurzen Bericht über verschiedene Arten von Nähtreffen gibt es hier. Ich zeige hier nur die schwarze Hose. Die zweite ist nachtblau und auf den Fotos sind beide Hosen nicht unterscheidbar.
Seit Oktober 2011, seit 15,5 Jahren, berichte ich hier über mein Hobby. Virtuelle Nähtreffen und dann auch reale Treffen mit anderen Nähbloggerinnen gehören untrennbar dazu.
Wahrgenommen (aber nicht hingefahren) habe ich das 3. Bloggerinnentreffen in Berlin 2012. 2014 haben wir dann in Bielefeld ein Treffen ausgerichtet. Im Folgenden fanden noch an verschiedenen Orten solche Treffen statt. Ich selbst war in Köln und in Hamburg. Immer gab es ein kleines textiles Rahmenprogramm wie gemeinsame Ausstellungs- oder Atelierbesuch, Zeit zum Stoffkaufen und, ganz wichtig, ausgiebige Treffen, um sich auszutauschen und neue Ideen zu entwickeln. Schon länger habe ich nichts mehr von dieser Art Treffen gehört. Gibt es sie noch? Sind die Frocktails ( Berlin, Basel, München die glamourösen Nachfolgeunternehmungen?
2014 hat auch die erste AnNäherung in der Jugendherberge Bielefeld stattgefunden. Organisiert wurde sie jährlich im Januar von 3 bloggenden Näherinnen. Die schwierige Zeit wähend Corona hat auch hier einen Bruch erzeugt. Annäherungenen in der Jugendherberge in Bielefeld gibt es weiterhin jeden Januar. Eine Frau aus der Gründungsgruppe hat die Idee übernommen und organisiert weiterhin solche Nähtreffen an ganz verschiedenen Orten in Deutschland. Im Moment ist mir unklar wo es zu den jeweiligen Veranstaltungen Informationen gibt.
Die Jugendherbergen zwischen Nordsee und Sauerland haben auch ein Nähangebot entwickelt: Nähcamp heißt es und der Link führt zu den einzelnen Veranstaltungen. Hier auf Instagram gibt es Bilder und Berichte. Ich war mit zwei Nähfreundinnen 2024 in Paderborn. Unsere Erfahrungen waren sehr gut. Die Mitarbeiterin, die uns an dem Wochenende begleitete, war ausgebildete Schneiderin! Das gibt es nicht so oft. Sowohl für 2025 als auch für 2026 waren die Termine blitzschnell ausgebucht. Wenn man in der Jugendherberge nähen will, muss man schnell sein.
Meine Aufzählung ist überhaupt nicht vollständig. Es gibt sehr viel mehr!
Ganz in der Nähe hat die Modedesignerin Annette Görtz gerade im März zum ersten Mal ihren Atelier_Workshop organisiert. Weitere sollen folgen. Ich habe mich mit zwei Nähfreundinnen beteiligt und es hat uns viel Spaß gemacht. Wir sind mit unseren Nähmaschinen angereist, konnten uns aus einem kleineren Stofffundus bedienen und hatten die Wahl zwischen 10 Schnittmustern. Genäht wurde in der Zentrale des Labels. Wir haben die riesigen Zuschneidetische und die proffessionellen Bügeltische nutzen können. Die Mitarbeiterinnen der Modellschneiderei haben uns mit bewundernswerter Geduld unterstützt und Annette Görtz hat viele Tips gegeben, um die Kleidungsstücke individueller werden zu lassen. Die regionale Zeitung die Glocke hat über das Treffen berichtet. Die Stimmung ist sehr gut wiedergegeben. Die ausgewählten Schnittmuster wurden in unserer Größe direkt geplottet, auf ganz speziellem Papier, dass auf den Stoff aufgebügelt werden konnte. Dann erst wurden Schnittteile aus Papier und Stoff gemeinsam ausgeschnitten. Sehr praktisch. Ich habe mich das ganze Wochenende mit der Produktion von zwei weiten Hosen beschäftigt. Dabei habe ich endlich verstanden wie die Taillienabschlüsse und der Reißverschluss gearbeitet sind. Ich trage schon lange Hosen von Annette Görtz und mir gefällt ihre Lösung besonders gut. Meine Versuche es selbst hinzukriegen waren sahen immer ehr laienhaft aus (kein Wunder, ich bin ja auch eine Laiin). Jetzt kann ich es.
Seit 2011 gibt es das gemeinsame Weihnachtskleid nähen bei MeMadeMittwoch. Immer finden sich einige Frauen, die mit großem Engagement die Aktion organisieren und begleiten. Herzlichen Dank dafür.
Ich habe nur wenige Male ausgesetzt. Auf meinem Blog gibt es ganz unterschiedliche Weihnachtskleidung, extra für diesen Anlass genäht aber dann lange getragen. Hier ist mein Beitrag für den WKSA2025.
Seit langem liegt ein Doublefacestoff von ungewöhnlicher Qualität in meinem Lager. Er ist vermutlich aus Baumwolle, Viskose sicher auch etwas Wolle und Elastan, denn er hat 10% Stretch. Die Brennprobe hat mich nicht richtig schlau gemacht. Beim Vorwaschen in der Maschine ist er fast knitterfrei herausgekommen. Er fällt schwer und hält warm. Ein guter Winterstoff für Reisen.
Ich habe daraus ein zweiteiliges Ensemble genäht.
Oberteil Ich wollte ein Wendeoberteil, um das Doubleface zu erhalten. Also habe ich nach einem einfachen Schnitt gesucht. Der LB Pullover von Paper Theory erfüllt diese Anforderungen. Ich habe ihn mehrfach genäht. Er ist meine sichere Bank dann, wenn ich wenig Stoff habe und ein langärmliges Oberteil möchte. Hier z.B. bei meinem russischen Pullover.
Die Nähte des Pullovers sind als Kappnähte auf der schwarzen Seite gearbeitet. Das hat funktioniert. Dicker hatte der Stoff aber nicht sein dürfen.
Den Rollkragen ist gedoppelt und dazu habe ich eine Hälfte in schwarz und die andere Hälfte in Pepita zusammengenäht. Der Umschlag ist von Hand an staffiert. Ich wollte keine sichtbare Näht haben.
Für die Säume habe ich Belege zugeschnitten und auch die zur schwarzen Seite hin mit der Hand angenäht.
Nicht geplant aber ganz hübsch ist, dass der Kragen und die Ärmel umgeschlagen werden können und dann jeweils ein wenig von dem dann inneren Stoff zeigen.
Hose
Mein bewährter Schnitt für weite Hosen ist der Marleene von Prime Pattern. Hier habe ich den Reißverschluss nach vorne verlegt, die Seitennähte um 4 cm vorverlegt und einer kleinen Dornschlaufe für den Gürtel gearbeitet.
Trotz der Dicke des Stoffs ist die Vorderseite der Hose gefüttert. Der etwas dehnbare Stoff beult dann weniger aus und rutscht bei Aufstehen besser nach unten.
Das Ensemble hat kann ich in verschiedenen Varianten tragen:
Und mit einer schwarzen Hose geht das auch sehr gut.
Für Silvester habe ich ein Spitzenhemd mit Schluppe besorgt. Das geht auch gut zur Hose:
Genäht habe ich das alles für die Wienreise zu Sylvester. Weihnachten habe ich es getestet und es hat mir gefallen. Es war wie ich es gerne habe: Anziehen und die Kleidung vergessen, weil sie gut sitzt und bequem ist. Genauso wars. ich bin sehr zufrieden und sicher, dass mich diese beiden Kleidungsstücke lange begleiten werden.
Euch allen ein schönes neues Jahr mit wunderbaren Nähergebnissen.
Neue Weihnachtskleidung brauche ich 2025 nicht. Von allem ist genug da. Hosen, Blusen, Kleider……….. Aber im letzten und vorletzten Sommer war ich so glücklich mit meinem 2 teiligen Ensemble.
Ein weiteres zweiteiliges, wintertauglich, reisefreundlich (ich fahre mit dem Zug zur Jahreswende nach Wien) und pflegeleicht!!! Eigentlich eine großartige Idee! Und ich habe gerade auch kein neues Nähprojekt. Aber der WKSA2025 hat schon angefangen! Macht nichts, ich spring einfach auf den fahrenden Zug auf.
Da gibt es in meinem Stofflager sicher seit 5 Jahren 4 Meter Stoff. Eine ungewöhnliche Qualität. Es ist ein Doubleface aus Baumwolle, Viskose sicher auch mit etwas Wolle und Elastan. Die Brennprobe hat mich nicht richtig schlau gemacht. Beim Vorwaschen in der Maschine ist er fast knitterfrei herausgekommen und verhältnismäßig schnell getrocknet. Er fällt schwer, ist etwas elastisch und warm.
Ein perfekter Stoff für mein Projekt. Und das Schnittmuster? Ich entscheide mich für eine weitere Variante von Marleene von Prime Pattern. Hier werde ich den Reißverschluss nach vorne verlegen und die Tascheneingriffe und das Taillenband nur einteilig arbeiten. Der Schnitt ist eine sichere Bank, ich habe ihn schon oft genäht und er passt mir sehr gut. Ich werde die Pepitaseite als rechte Seite nehmen – Schwarze Hosen habe ich genug.
Und das Oberteil? Ein Jacket wäre meine erste Wahl gewesen. Dafür reicht der Stoff aber nicht. Und soll es schwarz oder Pepita sein? Da kann ich mich nicht entscheiden. Ein Wendeoberteil ist hier die Lösung. Ein blusenartiges Oberteil, das so gearbeitet ist, das ich es wenden kann. Ein einfaches Schnittmuster das sich dafür eignet ist LB Pullover von Paper Theory Allerdings sind die beiden Seiten des Stoffes so fest zusammengefügt, dass die übliche Methode Doubleface zu versäumen nicht funktioniert.
In der letzten Woche habe ich angefangen zu nähen. Herausfinden wie der Pullover auf beiden Seiten gut aussieht, hat mir viel Vergnügen bereitet. Der Pullover ist fertig und gut geworden. Die Hose wird bis Weihnachten sicher auch fertig werden.
Das Linktool des Memademittwoch ist seit einiger Zeit auch donnerstags geöffnet. Ich kann also heute noch zum MMM Dezember 2025 meine selbstgemachten Kopfbedeckungen dokumentieren. Das sind alles Baskenmützen oder Baretts. Es gibt unterschiedliche Bezeichnungen dafür. Wer etwas tiefer in die Geschichte und Verbreitung einsteigen will, dem empfehle ich The Beret Project .
Auch Kopfbedeckungen sind leicht selbst zu machen. Im Sommer habe ich mit Nähfreundinnen im Ferienhaus das neue Schnittmuster Louvre aus der Zeitschrift Tauko genäht. Ein schönes Projekt und nachdem wir verstanden hatten, wie es zusammen passt, ging das Nähen schnell. Inzwischen habe ich sogar einen kleinen Youtubefilm als Anleitung gefunden. Fürs Nähen braucht es nur ein Schnittmusterteil, 6 mal ausgeschnitten. Und die Teile passen so nebeneinander, das es keinen Verschnitt gibt und die Mütze ein wirkliches Nowasteprojekt ist. Zuhause habe ich dann noch eine rote Mütze nachgenäht. Rot geht hervorragend z.B. mit meiner bunten Lieblingsjacke und blau passt oft und hier zum blauen Jasika Blazer. (ich merke gerade, dass ich dieses Schnittmuster nicht verbloggt habe).
Verschiedene ältere Baretts sind auch noch im Gebrauch. Von links nach rechts die drei schon vorgestellten Mützen und dann die gestrickten: Red Rose, hier in schwarz, von Isolda, Neep Heid von Kate Davies und eine Mütze gestrickt nach einem zetweise kostenlosen Muster der jährlichen Wollweek Shetland.
Immer wenn ich aus dem Haus gehe habe ich eine komfortable Wahl.