Archiv der Kategorie: PrimePattern

WKSA2025 – Finale – 2 teiliges Ensemble

Seit 2011 gibt es das gemeinsame Weihnachtskleid nähen bei MeMadeMittwoch. Immer finden sich einige Frauen, die mit großem Engagement die Aktion organisieren und begleiten. Herzlichen Dank dafür.

Ich habe nur wenige Male ausgesetzt. Auf meinem Blog gibt es ganz unterschiedliche Weihnachtskleidung, extra für diesen Anlass genäht aber dann lange getragen. Hier ist mein Beitrag für den WKSA2025.

Seit langem liegt ein Doublefacestoff von ungewöhnlicher Qualität in meinem Lager.
Er ist vermutlich aus Baumwolle, Viskose sicher auch etwas Wolle und Elastan, denn er hat 10% Stretch. Die Brennprobe hat mich nicht richtig schlau gemacht. Beim Vorwaschen in der Maschine ist er fast knitterfrei herausgekommen. Er fällt schwer und hält warm. Ein guter Winterstoff für Reisen.


Ich habe daraus ein zweiteiliges Ensemble genäht.

Oberteil
Ich wollte ein Wendeoberteil, um das Doubleface zu erhalten. Also habe ich nach einem einfachen Schnitt gesucht. Der LB Pullover von Paper Theory erfüllt diese Anforderungen. Ich habe ihn mehrfach genäht. Er ist meine sichere Bank dann, wenn ich wenig Stoff habe und ein langärmliges Oberteil möchte. Hier z.B. bei meinem russischen Pullover.


Die Nähte des Pullovers sind als Kappnähte auf der schwarzen Seite gearbeitet. Das hat funktioniert. Dicker hatte der Stoff aber nicht sein dürfen.



Den Rollkragen ist gedoppelt und dazu habe ich eine Hälfte in schwarz und die andere Hälfte in Pepita zusammengenäht. Der Umschlag ist von Hand an staffiert. Ich wollte keine sichtbare Näht haben.

Für die Säume habe ich Belege zugeschnitten und auch die zur schwarzen Seite hin mit der Hand angenäht.

Nicht geplant aber ganz hübsch ist, dass der Kragen und die Ärmel umgeschlagen werden können und dann jeweils ein wenig von dem dann inneren Stoff zeigen.

Hose

Mein bewährter Schnitt für weite Hosen ist der Marleene von Prime Pattern. Hier habe ich den Reißverschluss nach vorne verlegt, die Seitennähte um 4 cm vorverlegt und einer kleinen Dornschlaufe für den Gürtel gearbeitet.

Trotz der Dicke des Stoffs ist die Vorderseite der Hose gefüttert. Der etwas dehnbare Stoff beult dann weniger aus und rutscht bei Aufstehen besser nach unten.

Das Ensemble hat kann ich in verschiedenen Varianten tragen:

Und mit einer schwarzen Hose geht das auch sehr gut.

Für Silvester habe ich ein Spitzenhemd mit Schluppe besorgt. Das geht auch gut zur Hose:

Genäht habe ich das alles für die Wienreise zu Sylvester. Weihnachten habe ich es getestet und es hat mir gefallen. Es war wie ich es gerne habe: Anziehen und die Kleidung vergessen, weil sie gut sitzt und bequem ist. Genauso wars. ich bin sehr zufrieden und sicher, dass mich diese beiden Kleidungsstücke lange begleiten werden.


Euch allen ein schönes neues Jahr mit wunderbaren Nähergebnissen.

WKSA2025 – 3. Treffen – 2 teiliges Ensemble

Neue Weihnachtskleidung brauche ich 2025 nicht. Von allem ist genug da. Hosen, Blusen, Kleider………..
Aber im letzten und vorletzten Sommer war ich so glücklich mit meinem 2 teiligen Ensemble.

Ein weiteres zweiteiliges, wintertauglich, reisefreundlich (ich fahre mit dem Zug zur Jahreswende nach Wien) und pflegeleicht!!! Eigentlich eine großartige Idee! Und ich habe gerade auch kein neues Nähprojekt. Aber der WKSA2025 hat schon angefangen! Macht nichts, ich spring einfach auf den fahrenden Zug auf.

Da gibt es in meinem Stofflager sicher seit 5 Jahren 4 Meter Stoff. Eine ungewöhnliche Qualität. Es ist ein Doubleface aus Baumwolle, Viskose sicher auch mit etwas Wolle und Elastan. Die Brennprobe hat mich nicht richtig schlau gemacht. Beim Vorwaschen in der Maschine ist er fast knitterfrei herausgekommen und verhältnismäßig schnell getrocknet. Er fällt schwer, ist etwas elastisch und warm.

Ein perfekter Stoff für mein Projekt. Und das Schnittmuster? Ich entscheide mich für eine weitere Variante von Marleene von Prime Pattern. Hier werde ich den Reißverschluss nach vorne verlegen und die Tascheneingriffe und das Taillenband nur einteilig arbeiten. Der Schnitt ist eine sichere Bank, ich habe ihn schon oft genäht und er passt mir sehr gut. Ich werde die Pepitaseite als rechte Seite nehmen – Schwarze Hosen habe ich genug.

Und das Oberteil? Ein Jacket wäre meine erste Wahl gewesen. Dafür reicht der Stoff aber nicht. Und soll es schwarz oder Pepita sein? Da kann ich mich nicht entscheiden. Ein Wendeoberteil ist hier die Lösung. Ein blusenartiges Oberteil, das so gearbeitet ist, das ich es wenden kann. Ein einfaches Schnittmuster das sich dafür eignet ist LB Pullover von Paper Theory Allerdings sind die beiden Seiten des Stoffes so fest zusammengefügt, dass die übliche Methode Doubleface zu versäumen nicht funktioniert.

In der letzten Woche habe ich angefangen zu nähen. Herausfinden wie der Pullover auf beiden Seiten gut aussieht, hat mir viel Vergnügen bereitet. Der Pullover ist fertig und gut geworden. Die Hose wird bis Weihnachten sicher auch fertig werden.

Wir sehen uns an Weihnachten

Fake Jumpsuit

Memademittwoch im Mai 23 und ich zeige meine neuen und schon erprobten Kleidungsstücke.

Die Liebe zu den Einteiligen kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe seit vielen Jahren einen roten „Blaumann“, einen Overall für die dreckigen Arbeiten bei Umbau und Renovierung. Bei der Arbeit ist er praktisch, auf der Toilette, in den Pausen, wenn es warm ist usw. mag ich ihn nicht.

Ein solches Kleidungsstück selber zu nähen hat mich deshalb nie gereizt obwohl ich einige Schnittmuster ganz interessant finde. Ein zweiteiliger Anzug ist eine gute Idee, gleicht er doch die Nachteile aus und hat darüber hinaus noch weitere Vorzüge.

So ein Teil habe ich im letzten Monat genäht und auf bewährte Schnittmuster zurückgegriffen. Das Hosenteil heißt Calderpants und das Oberteil ist das Top von Vogue 1247.

letzte Woche war ich 4 Tage auf der Buchmesse in Leipzig. Eine gute Gelegenheit den Anzug und seine Einzelteile ausführlich zu testen. Ich habe noch eine schwarze Hose (Sasha Trousers), ein schwarzes Top (eigener Schnitt) und zwei Harperjacken in rot und schwarz mitgenommen und dann alles so kombiniert wie es mir gerade in den Sinn kam. Das hat hervorragend funktioniert und mein Koffer war ziemlich leer.

Auf der Buchmesse habe ich keine Fotos gemacht aber eben noch mal die Kombinationen angezogen und fotografiert.

Ursprünglich habe ich den Stoff gekauft weil ich passendes für mein neues Jacket nähen wollte. Auch das hat geklappt:

Mit diesem Jumpsuit bin ich gut gerüstet für verschiedenen Gelegenheiten des Sommers.

Schnittmusterbeschreibung – Blazer Erica Prime Pattern

Nach dem Erfolg mit dem Jeanskleid und der Marlenehose habe ich mich für einen weiteren Maßschnitte der Designerin Anja Höhn entschieden.

Der Blazer Erika hat einige kleine, besondere Designelemente. Einen stehenden Kragen, eine ungewöhnlich lange Knopfleiste an den Ärmeln und die Knopflöcher sind jeweils in Blenden eingearbeitet.


Der Blazer ist bis auf die Ärmel ungefüttert, die Nahtzugaben werden mit Schrägband eingefaßt.

Der Maßschnitt des Blazers wird von der Designerin als Papierschnitt oder als PDF-Datei geliefert. Die Nähanleitungen haben einen besonderen Stil. Es gibt eine knappe, zentrale Anleitung und ausgelagerte Beschreibungen bestimmter Nähschritte, z.B. Verstärken des Stoffes. Sie sind als gesonderte Datei vorhanden und finden dann bei mehreren Schnittmustern Verwendung. Gleichzeitig können sie als eine kleine Hilfsbibliothek auch für andere Schnittmuster dienen.
Gewöhnungsbedürftig ist für mich die Bezeichnung der Schnittmusterteile mittels Abkürzungen. Inzwischen habe ich mich aber daran gewöhnt.

Größen:
Mein Blazer Erica ist ein Maßschnitt. Die Designerin hat inzwischen meine Körpermaße. Sie wurden mit einer Nesselprobe überprüft, angepasst und auf dieser Basis dann die Schnittmuster erstellt.

Sieht das genähte Kleidungsstück wie auf dem Foto bzw. wie die technische Zeichnung aus?
Ja, da habe ich keine Überraschungen erlebt.
Mein fertiger Blazer ist länger ausgefallen als die Musterbilder vermuten lassen. Das ist bestimmt der Gradierung auf meine große Größe zu verdanken. Bei diesem Modell ist das für mich gut, als Jacke für ein Ensemble mit Kleid werde ich den Jackenkörper vermutlich kürzen.

War die Anleitung leicht zu verstehen?
Die Anleitung ist gut.

Was mochte ich besonders bzw. überhaupt nicht an dem Schnittmuster?
Die Jacke ist gut konstruiert. Ich hatte keinerlei Probleme. Auch die Jacke hat ohne Anpassung gut gesessen. Beim nächsten Mal würde ich die Ärmel 2 cm kürzen.

Verwendeter Stoff?
Wie schon bei der Marleenehose kommt dieser Stoff kommt aus dem Resteladen und war außerordentlich günstig. Deshalb habe ich auch hier keine Probe genäht. Der rote Cordstoff besteht aus einer großen Menge Kunststoff, er knittert kaum, glänzt und ist ganz unproblematisch zu waschen. Er kommt aus der Waschmaschine raus wie er reingegangen ist. Und er ist sehr regide, gibt kein bisschen nach. Das ist bei der Größenwahl zu berücksichtigen.

Ich habe an diese aufwendigen gearbeiteten Jacke wertige Knöpfe aus Horn genäht.

Änderungen am Schnittmuster oder am Design?
keine

Welche Unterstützung oder Tutorials habe ich genützt?
Anleitung

Würdest du das Schnittmuster noch einmal nähen?
vermutlich ja. Diese Jacke ist ja als tragbares Probemodell gedacht.

Fazit:
Ein schöner Blazer. Er ist aufwändig zu nähen und das hat mir viel Freude gemacht.

Alltagskleidung Winter 2021/22

Immer am Anfang des Monats zeigen wir, die vielen Näherinnen, was so in der letzten Zeit entstanden ist oder was im Kleiderschrank wieder entdeckt wurde. Und noch mehr Frauen nehmen das Gezeigt als persönliche Anregung für eigene Werke. Im Hintergrund arbeiten einige Frauen um diesen monatlichen Laufsteg zu organisieren und komfortabel zu halten. Die Teammitglieder wechseln immer mal, der Memademittwoch bleibt aber in bekannter Weise bestehen. Danke für euren langen Atem. Ich pofitieren dieses Mal, im Februar 22, besonders von Ina. Da habe ich gelernt, wie ich den Geburtstagshoodie für meinen Enkelsohn dezent personalisieren kann. Danke für die Erläuterungen.

Weite Hosen, T-Shirts und Wolljacken, das ist seit langem mein Standard im Winter. in den letzten Wochen habe ich dafür ein paar neue Hosen und T-Shirts genäht. Die graugestreifte und die rote Hose gefallen mir sehr. Sie passen, sind bequem, sorgfältig verarbeitet (z.B. Vorderhosenfutter) und so sehr alltagstauglich, also: mehr davon. Im Stoffschrank gab es noch zwei passende Stoffe. (Der mittlere Stoff ist der graugestreifte den ich zuerst probiert habe.)

Für T-Shirts habe ich einen sehr bewährten Standardschnitt, der mich etwas gelangweilt hat. Deshalb habe ich mal was Neues getestet: Anna von Prime Pattern. Und luxuriöser Feinripp aus einer italienischen Quelle, so wie Anja es vorschlägt. Der Stoff fühlt sich wirklich sehr wunderbar an auf der Haut. Und wenn die Shirts jetzt noch ein paar Jahre halten, dann hat sich auch der Kauf gelohnt.

Es war mein erster Versuch mit Feinripp! Das erste Shirt war zwei Nummern zu groß und 9 cm zu lang für mich. auch den Brustabnäher habe ich angepasst. Aber die interessante Art Ausschnitt und Säume zu arbeiten hat mir sehr gefallen.

Viele, viele ältere Kleidungsstücke passen gut zu den neuen Hosen und T-Shirts. hier ein paar Beispiele: