Archiv der Kategorie: Stricken

MMM – Winter und Sommer, Alt und Neu

Das schnelle Foto vor dem Gang zum Markt im Flurspiegel: 

Ich habe meine ganz alte braune Wolljacke angezogen. Gestrickt habe ich sie 1980. Unten gibt es ein Foto mit mir, der braunen  Jacke und meiner Tochter im Strickanzug. Heute kombiniere ich die Jacke mit einem neueren Rock, genäht in diesem Sommer. Zu braunen Strumpfhosen und braunen Schuhen (leider nicht aus der ganz gleichen Farbtonreihe) geht das ganz gut.

1980, Mema und Tochter

Mit der Jacke verknüpft ist eine schöne Geschichte: Ich brauchte damals einen Mantel für den Winter in dem ich gleichzeitig auch das Tragetuch für das Kind benützen konnte. 1980 war ich noch ziemlich neu in Hamburg und habe die Suche mit einem Streifzug durch die Kleidergeschäfte und Boutiquen Eppendorfs verknüpft. Nichts hat mir gefallen und war praktisch genug. Verliebt habe ich mich aber in diese silberne Brosche mit goldenem Schmetterling und sie statt Wintermantel gekauft. Damit war mein Budget mehr als erschöpft. 

Für den Wärmebedarf habe ich dann diese Strickjacke gearbeitet und sie und die Brosche haben mich bis heute begleitet. Beides trage ich immer mal wieder.

Die Strickjacke hat einen ganz simplen Schnitt. Ich habe sie nach einem Strickmuster gearbeitet aber überhaupt keine Idee mehr woher ich das hatte. Arme, Rücken und die beiden Vorderteile sind Rechtecke und im Patentmuster gestrickt. Das Ärmelbündchen hat die gleiche Maschenzahl ist aber 1rechts 1links und mit ganz dünner Nadel gestrickt. Das war eine ziemliche Würgerei hat sich aber sehr bewährt. Es ist über die vielen Jahre sehr elastisch geblieben. 1rechts 1links in einem Teil gestrickt ist auch die Blende / der Kragen, der später angenäht wird.

Die aktuellen Beiträge der vielen Teilnehmerinnen des MMM finden sich hier.

Ach und noch eine Information für die Bielefelderinnen: Sowohl der Nudelstand als auch der Stoffstand sind wieder da!!!

Stricken für Enkel – Bärenanzug

die Enkelin 2012

Als ich Großmutter wurde sind natürlich auch die Erinnerungen an die eigenen Kinder hochgekommen. Und bei der Wahl der Handarbeiten für die Enkel lasse ich mich jetzt auch von meinen  Erfahrungen als Mutter leiten. Mein Mann und ich haben unsere Kinder oft und lang in einem Tragetuch getragen. So machen viele Eltern es auch heute noch. Die Firma die unser Tragetuch hergestellt hatte gibt es immer noch und sogar das Design gibt es noch. Klar das die Kinder zur Geburt so ein Tragetuch von uns bekommen haben. 

Mema mit Tochter 1980

Meine Tochter ist ein Herbstkind gewesen und für das Tragetuch habe ich ihr damals einen „Ganzkörperanzug“ gestrickt, mit Kapuze und Füßchen. Ich hatte das Modell selber entworfen und es hat den ganzen Winter gute Dienste geleistet. 

der Enkel 2010

So einen Anzug sollte auch der Enkel bekommen. Schon lange hatte ich keine komplizierteren Kleidungsstücke mehr gestrickt und ich war mir nicht mehr sicher ob ich es noch kann aber wunderbarerweise habe ich ein Muster gefunden, sogar Handschuhe werden da anstrickbar, eine echte Weiterentwicklung. Nur die Bärenohren fand ich albern. Eine Umfrage in der Familie hat aber ergeben: Ohren sollen sein. Also habe ich diesem Anzug mit Ohren gestickt. Der allerletzte Rest des Strickteils ist bei der Einfahrt in den Berliner Bahnhof (Kinder und Enkel wohnen in Berlin) fertig geworden und ich konnte den Anzug zur Geburt überreichen. Wunderbar. Nun, der erste Enkel ist jetzt 2,5 Jahre und längst aus dem Kleidungsstück herausgewachsen aber die Schwester trägt es jetzt und das gibt mir die Gelegenheit den Anzug hier vorzustellen. Er hat sich sehr bewährt, hält warm und kein kühler Wind kann das kleine Kind erschrecken. Ich empfehlt den Anzug aus Baumwolle für den Sommer und aus Tierwolle für den Winter für alle Traglinge.

Das Strickmuster habe ich dem Buch „Stricken für das Baby“, Frechverlag 2008 entnommen. Die Originalausgabe heißt „Baby Knits“ von Lois Daykin. Beide Bücher sind nur noch antiquarisch zu erhalten. Glücklicherweise findet sich das Muster aber im Forum Ravelry.

Selbst gemacht und sonntags gezeigt – Barett neep heid

Noch ein Barett habe ich gestrickt.
Die schottische Designerin Kate Davies nennt diese Art der Kopfbedeckung Tam und hat dieser den Namen neep-heid gegeben. Ihr Blog needled  enthält eine ganze Fülle von Anregungen und selbstentworfenen Strickmustern. Viele gefallen mir sehr gut. Mich beeindruckt darüber hinaus besonders, wie Frau Davies mit ihren körperlichen Einschränkungen nach einem Schlaganfall umgeht.
Das englische Strickmuster kann hier textisles oder hier ravelry erworben werden. Ravelry zeigt auch eine große Anzahl von nachgestrickten Mützen und gibt damit gute Anregungen für die eigene Farbwahl.

Selbst gemacht und sonntags gezeigt – der bunte Strickschal

Zwischendurch ist dieser Schal entstanden. Er ist aus Sockenwolle (LanaGrossa Meilenweit Magico) aus dem Vorrat. Die langen Farbverläufe passen gut zu diesem Muster. Die Anleitung ist von Edith Filzhof, heißt „Wellenbrecher“ oder „Frangiflutti“ und ist nach Anmeldung auf der Strickseite  Ravelry  als kostenloses  deutsches Download (Strickmuster Frangiflutti) zu erhalten.  
Bei seinem Weihnachtsbesuch hat der Enkel ihn bekommen.