Quilt

Seit 6 Jahren hängt diese Landkarte im Flur. In den letzten 4 Jahren haben wir unsere genaue Reiseroute dort eingezeichnet. Letztes Jahr haben wir die „Grüne Band Reise“ abgeschlossen und nun soll auch die Karte von der Wand. Ich habe aber noch etwas besonderes mit ihr vor. Sie soll mir als Muster für ein Map Quilt dienen.

Bei der Vorbereitung auf die Reise bin ich im Internet auf ein Quilt von Clara / Bimbambuki gestoßen. Clara wohnt gerade in Petersburg und hat einen Teil ihrer Stadt in Stoff als Quilt verarbeitet. Das hat mich sehr fasziniert. Sie hat die Schritte in ihrem Blog dokumentiert und ich habe eine Ahnung davon bekommen wie anspruchsvoll und interessant so ein Projekt ist. Bis dahin hatte ich für mich vollkommen ausgeschlossen jemals Quilts selber anzufertigen. Die wenigen Werke bei Patchworkausstellungen fand ich nicht sehr ansprechend, oft altmodisch, mitunter merkwürdig in der Farbwahl und der Motivgestaltung, allerdings hatte ich immer große Hochachtung vor dem hohen handwerklichen Können.

In Sankt Petersburg konnte ich Claras Werk anschauen und ein wenig mit ihr über die Entstehungsgeschichte sprechen. Immer größer wurde die Lust doch auch so etwas zu versuchen. Schon während des Restes der Reise habe ich mich damit beschäftigt, in den Antiquariaten in Russland, Schweden und Finnland nicht nur nach Nähbüchern sondern auch nach Quiltliteratur Ausschau gehalten, Quiltmagazine gekauft,

in den Museen alte Quilts fotografiert…….

Das Thema hat mich nicht mehr losgelassen. Der Quiltbereich im Internet ist riesengroß. Und es gibt moderne Quilts die mir sehr gefallen. Für mein Projekt aber habe ich immer mehr Fragen gehabt: Welche Technik, was für ein Stoff, welche Farben??????

Nach langem Zögern habe ich mich entschlossen einfach mal anzufangen. Zuerst nähe ich einen Probequilt um mich mit dem Hantieren mit Rollenschneider, Inch Lineal, Batting, Backing usw. zu üben. Und an der Volkshochschule habe ich einen Patchworkkurs gebucht. Aus lauter alten blauen und weißen Stoffen fertige ich einen Fischgrätenquilt. Etwas grün als Kontrast kommt noch dazu. Das Muster dafür habe ich schon während der Reise durch Russland online gekauft. Die Stoff sind überwiegend schon Jahrzehnte in meinem Besitz.


So weit so gut. Im Hinterkopf beschäftigt immer weiter der Map Quilt. Es gibt zwei konkurierende Varianten.

Die Firma Haptic Lab verkauft Vordrucke von Stadtplänen, die dann mit einfachen Stichen auf Baumwollstoff gestickt und zu Quilts verarbeitet werden. So einen Vordruck könnte ich mit meiner Karte anfertigen und die Länderkonturen, die Reiserroute und sonst noch allerlei Besonderes einsticken.

Die zweite Variante ähnelt dem Piterquilt von Clara. Mit English Paper Piecing Technik (Land an Land mit der Hand zusammennähen) und Needle Turn Technik (manche kleinere Sachen oder auch ganze Länder auf einen Unterstoff applizieren) könnte so Stück für Stück die Landkarte aus Stoff entstehen. Hier gibt es noch andere Beispiele für diese Technik.

Vielleicht sollte ich beide Techniken auf kleinen Kissenplatten ausprobieren?

Nun, zunächst arbeite ich weiter am Herringbone Quilt und entscheide ob ich Polyester-, Baumwoll-, Woll-, Ikeaflies oder Bambusbatting als mittlere Schicht bevorzuge. Fragen über Fragen.

Meinungen und Erfahrungen von euch sind hochwillkommen.

4 Gedanken zu „Quilt

  1. Pingback: Fischgraetenquilt „MY Song“ | mema

  2. made with Blümchen

    So ein großes Projekt in English Paper Piecing und händischen Applikationen würde ich nur angehen wenn ich mir sicher bin, dass ich wirklich gerne mit der Hand nähe. Ich für mich habe einmal einen La Passacaglia Quilt begonnen und beschlossen: English Paper Piecing ist mir zu langwierig. Claras Piter Map Quilt ist der absolute Hammer, aber sie macht ja dauernd solche handgenähten Wahnsinns-Projekte, die ich nur bewundern kann! Insofern finde ich Deine Idee sehr gut, die einzelnen Techniken zunächst als kleine Probestücke, Kissen oder Ähnliches auszuprobieren. Needle Turn war mir noch kein Begriff, aber dank Dir kenne ich das jetzt auch. Mir würde die andere Variante mit den aufgestickten Konturen mehr entsprechen. Ich bin sehr gespannt, wie Deine Quilting-Geschichte weiter geht! Der Herring Bone sieht jedensfalls schön aus mit den Farben. Und wenn du lauter alte Stoffe drinnen verarbeitest, wird er auch ganz viele Geschichten zu erzählen haben. Liebe Grüße, Gabi

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  3. Malou

    Das wird bestimmt sehr spannend. Ich könnte mir auch eine Kombination der Techniken vorstellen. Die Länder Europas mit Grenzen, Küsten und wichtigen Strukturen in ganz zurückhaltenden Farben in der gestickten Variante und entlang eurer Reiseroute etwas mehr Farbe und detailliertere Formen. Da könnten dann das grüne Band und wichtige Stationen eurer Reise als Applikationen bzw. Paper Piecings auftauchen.
    Herzliche Grüße,
    Malou

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    1. Mond

      Was Malou schreibt, könnte ich mir auch gut vorstellen – eine Mischung aus Techniken, je nachdem, wie du etwas Bestimmtes am besten darstellen kannst. Was das EPP betrifft: wer sich darauf einlässt, sollte Zeit haben (oder sich zwischendurch immer wieder ein bißchen Zeit dafür nehmen), denn es ist natürlich von Grund auf aufwendiger als alles andere. Mir gefällt es gut, weil man damit selbst schwierige Formen gut darstellen kann. Ich bin gespannt, für welche Technik(en) du dich entscheidest. Hoffentlich sehe ich den Quilt mal persönlich, gerne schon im Entstehungsprozess…
      Herzliche Grüße aus St- Petersburg!

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