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Zwei neue duenne Sommerblusen mit zwei kleinen Tutorials

 

 

 

 

 

 

 

 

Von der langen Reise wieder da, liegt jetzt der  Sommer vor mir. Ganz sicher wird es auch noch heiße Tage geben. Da sind Sommerkleider und Blusen wunderbar. Es gibt zwei Schnittmuster die schon seit (vor)letztem Sommer hier liegen. HOW TO DO FASHION, das kleine relativ neue Schnittmusterlabel aus Dänemark hat letztes Jahr den Schnitt Aarhus veröffentlicht. Nina von Kleidermanie hat ihn mehrfach genäht und ausführlich vorgestellt und ich war absolut begeistert obwohl Vintage mich normalerweise kalt läßt. Der Schnitt wurde gleich gekauft und dann nicht genäht. So ist das manchmal. Diesen Sommer möchte ich so ein Kleid.

Der zweite Schnitt liegt hier noch viel länger. Der Sophia Dress von Byhandlondon gefällt mir schon lange sehr und nach den positiven Erfahrungen mit dem Elixia Dress auf der Reise will ich das Kleid jetzt auch nähen. Und Claudia hat neulich so ein wunderbares Exemplar gezeigt.

Schnitte von HOW TO DO FASHION habe ich noch nie genäht, die Maße sehen aber viel versprechend aus. So probiere ich zuerst den kostenlosen Blusenschnitt.

Jenny von Exclamation-Point hat letzten Mittwoch auch ein tolles Exemplar gezeit. Das Nähen hat wunderbar geklappt. Eine kleine FBA, den Brustpunkt etwas noch unten verschieben und die Taille erweitern, das ging alles schon am Papierschnittmuster. Die Sonne brennt seit gestern heiß auf Bielefeld. Die Blusen werden also gebraucht.

Hier findet sich die Schnittmusterbeschreibung mit weiteren Erläuterungen.

Zur Verarbeitung der dünnen Stoffe habe ich zwei alte Techniken verwendet:

Französische Naht bzw. Rechts-Links-Naht mit der Overlock:

 

 

Schulternähte und Seitennähte (links auf links !) mit der Overlock zusammennähen.

Naht rechts auf rechts gut ausbügeln. Overlocknaht liegt jetzt innen.

Eine Naht so setzen, dass die Overlocknaht verschwindet.

 

Gut ausbügeln und fertig sind die Nähte.  

 

Der Saum ist als ganz schmaler Saum gearbeitet. Ich hätte auch einen Rollsaum nehmen können, da bin ich aber noch nicht so geübt. Auch hier die Schritte:

 

Eine erste Stabilisierungsnaht.

Nach innen schlagen und gut bügeln

Dann eine zweite Naht genau auf die erste oder knapp daneben setzen.

Den überstehenden Stoff abschneiden.

Umknicken, bügeln und noch mal eine Naht setzten.  Fertig ist der ganz schmale Saum.

Und so sehen die Blusen mit drei meiner Röcke angezogen aus. Der rote Rock und der Rock aus Jerseyleder sind aus der Reisegarderobe 2017 und 2016. Der blaue Rock (Schnittvision) ist 2012 genäht.

 

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Reiseutensilien – Gürtel aus Papier

Papierguertel

Neben dem Nähmäppchen habe ich für die Reise noch einen Gürtel gebastelt.

Meine Schwägerin ist Ergotherapeutin und hat eine wunderbare Sammlung besonderer Werkbücher. In einem davon habe ich die Anleitung für einen Papiergürtel gefunden. Im Original wird er aus dem dünnen Papier einer Bibel gearbeitet und hat den Namen „Bible Belt“. Ich habe dabei aber sofort an einen Gürtel aus einer unserer alten Straßenkarten gedacht. Der Gürtel ist sicher nicht sehr haltbar aber ein wunderbares Projekt um Altpapier zu verwenden.

Papierguertel innen

Die Herstellung ist ganz einfach. Ich habe ein Stück der alten Landkarte mehrmals um ein gewebtes Band gewickelt. Die offene Kante liegt auf der Rückseite. Alles wurde gebügelt. Dann habe ich durch Papier und Band genäht, wie auf dem Foto zu sehen ist. Das Band habe ich in eine ältere Gürtelschnalle eingefädelt und festgenäht. Die gegenüberliegende Seite ist mit ein wenig flüssigem Klebstoff verstärkt worden. Die Löcher für die Dornen sind vom Schuster eingeschlagen worden. Ich hatte keine passenden Ösen. Es gäbe verschiedene Möglichkeiten den Gürtel haltbarer zu machen. Man kann ihm eine äußere Plastikschicht mit Buchfolie geben oder ihn mit Lack einsprühen. Ich habe darauf verzichtet und bin gespannt wie lange er brauchbar ist.

Papierguertel gerollt

Ein kleines, schnelles, effektvolles Projekt. Die Anleitung ist von Barbara Baumann und aus dem Buch Papierschmuck, Verlag Haupt Bern.

McCall 4769 – Belegverarbeitung

Für das Frühjahr habe ich eine Hemdblusenkleid McCalls 4769 genäht. Hier die Bilder „an der Frau“ und hier die Schnittmusterbeschreibung. Beim nähen ist mir ein Beitrag von Nahtzugabe eingefallen. Dort wird eine sehr schlaue Art der Belegverarbeitung vorgestellt. Hier wird der Beleg mit aufgebügelter Einlage gearbeitet. Das Prinzip funktioniert  aber auch mit anderen Einlagen. Auch in der amerikanischen Threads findet sich das Prinzip unter dem Titel Facing the Facing.

Das Hemdblusenkleid gab mir die Gelegenheit diese Technik auszuprobieren und ich bin absolut begeistert. So begeistert, dass ich die Schritte noch mal dokumentieren um sie weiter zu verbreitern. Das Ergebnis sieht sehr elegant, nein, eigentlich unsichtbar aus und es geht ziemlich schnell. Ich zeige das Prinzip hier an den Belegen des Oberteils. Anders als im Schnittmuster vorgesehen habe ich die Knopfleisten angeschnitten und habe in der Taille eine Naht eingearbeitet!

1. Belege und Einlage zuschneiden

Beleg 1

 

 

2. Beleg und Einlage Rechts auf Rechts aufeinanderlegen.
Die linke Seite des Beleges und die klebende Seite der Einlage sind außen.
Jetzt an der Seite zusammennähen die später frei hängt. Nicht bügeln!!
Nahtzugabe der Einlage zurückschneiden. Immer noch nicht bügeln!!!
Stoff umklappen und die Naht mit der Hand ausstreichen. Feststecken.

Beleg 23. Bügeln
So sehen die Belege jetzt aus. Ich habe die Belege an der Kante so gelegt, dass ein kleines Bisschen des Originalstoffes innen sichtbar ist. Das macht eine besonders schöne Kante. Sie können nun nach Anleitung verarbeitet werden.

Beleg 4Beleg 3

4. Hier jetzt einige Fotos von der Innenansicht des Kleides

McCalls innen 5McCalls innen

5. Alle Nähte sind französische Nähte. Um auch die Taillennaht gut aussehen zu lassen habe ich hier ein Schrägband verwendet. Das stabilisiert gleichzeitig diese Naht. Die Nahtzugaben sind auf 0,7 mm zurückgeschnitten und mit dem Schrägband eingefasst. Diese Naht wurde dann nach unten gebügelt. Nur die Belege haben diese Schrägbandverarbeitung nicht. Hier ist die Naht ganz ohne Versäuberung geblieben.

McCalls innen 3McCalls innen 2McCalls innen 7

 

Produktionsbeschreibung – Basis T-Shirt

Wie nähe ich ein passendes schlichtes T-Shirt?

Ein T-Shirt zu nähen ist viel schwieriger als es aussieht und  vielfach im Netz beschrieben wird. Zumindest gibt es Hürden wenn die Oberweite mehr als Körbchengröße B vorsieht und die Schulterbreite dann vergleichsweise schmal ist.  Meine T-Shirts müssen diese beiden Eigenschaften berücksichtigen. Andere Hürden wie z.B. ein Hohlkreuz muss ich nicht berücksichtigen. Ich möchte passende und haltbare Shirts.

Im Winter 2014 habe ich eine kleine „EinFrauManufaktur“ eröffnet und hintereinander weg 9 Winterhemden genäht. Bei letzten habe ich wesentliche Schritte fotografiert. Hier gibt es eine Menge Fotos der Wintershirts von 2014.

Die vorherigen Versuche und die Analyse gekaufter T-Shirts hat ergeben, meine größeren Brüste benötigen einen Brustabnäher. Sonst zeigen sich tiefe Stressfalten zu den Ärmeln und zur Taille. Und wenn die Oberweite vom Umfang her passt, dann habe ich immer überschnittene Schultern in T-Shirts,  auch bei eingesetzten Ärmeln. Das ist keine Katastrophe. Ich lebe damit seit Jahrzehnten, so wie viele andere Frauen auch! Aber wenn ich es mal richtig machen will, dann geht das so:

Der Basisschnitt ist egal. Ich nütze Vogue 8793 weil ich ihn besitze. Alle anderen Schnitte mit eingesetzten Ärmeln gehen auch. Benötigt werden nur das Vorder- und Rückenteil und der Armschnitt. Über die Größe des Schnittes entscheidet der normale Brustumfang. Die Schnittteile sind auf Folie kopiert und alle Nahtzeichen eingemalt. Das Vorderteil habe ich an meinen Körper gehalten und den Brustpunkt markiert. Und, ganz wichtig, das Vorderteil hat 2 cm mehr Länge. Die brauche ich wegen der Oberweite. Das erste Shirt ist ein Probeshirt.

Zur Technik: Ich nähe mit einem normalen geraden Nähmaschinenstich (3mm), allerdings mit dem Obertransportfuss. Den habe ich erst seit kurzem. Er ist sehr teuer aber ich bin ganz glücklich damit. Jersey verhält sich damit viel besser. Ich schneide die Schnittteile alle mit 1,5 cm Nahtzugabe zu.

Vorbereitung der Schnittteile

Shirt 1

Auf hinteren Schulterteile und die Ausschnitte von Vorder- und Rückenteil habe ich eine leichter  Verstärkung aufgebügelt. Die Streifen waren genau 2,5 cm breit. Hier habe ich Streifen von der Rolle genommen. Meterware geht für die Ausschnitte besser denn sie muss nicht gestückelt werden. Dann wurde den die Ausschnittteile genau auf der zukünftigen Naht, also 1,5 cm vom Rand entfernt, mit einer Stütznaht versehen (bei diesen Demofotos habe ich das etwas später gemacht denn die Schulterschräge wurde nur beim ersten Shirt angepasst).

Festlegung der Schulterschräge:

Davon habe ich keine Fotos. Ich arbeite ja mit einem schon angepassten Schnittmuster und mit abfallenden Schultern habe ich auch keine Probleme. Bei meinem  Probeshirt habe ich das aber geprüft.  Dann steckte ich die Seitennähte und die Schulternähte mit Stecknadeln und überprüfte den Sitz. Alles Gut, es konnte weitergehen.

Nähen der Schulternähte: Shirt 2

Der Stoff wird rechts auf rechts gelegt und in 1,5 cm Abstand vom Rand genäht. Ich mache das ohne Stecknadeln denn es handelt sich um eine kurze verstärkte Strecke.

Shirt 3

Danach wird die Nahtzugabe der Rückseite (die verstärkt ist) zurückgeschnitten.

Shirt 4

Die vordere Nahtzugabe wird eingeklappt und von rechts (!!) ganz knapp an der eingeklappten Kante festgesteckt. Von rechts nähe ich jetzt die Nahtzugabe fest (und hoffe, dass von hinten alles gut geht).

Shirt 5

Jetzt habe ich schöne stabile Schulternähte und die Verstärkung ist, wenn ich genau gearbeitet habe, in der Naht verschwunden.

Halsausschnitt: Shirt 6

Der Halsausschnittbeleg ist ca. 4 cm (2,5 – 5 cm je nach dicke des Stoffs) breit und an einer Seite mit der Overlock versäubert. Die Länge des Beleges schätze ich ab. Es reicht wenn er so lang wie der Umfang des Halslochs ist. Dieser Beleg wird jetzt rechts auf rechts mit der nicht versäuberten Kante genau an die Nahtlinie gelegt und „halb nähmaschinenfüßchenbreit“ abgesteppt. Mein Obertransportfuss ist breiter als ein normaler Fuß, hat aber eine Markierung nach der ich mich bei der Breite richten kann.

Shirt 7

Ich nähe den Beleg aus dem Handgelenk an. Nichts ist vorher gesteckt oder geheftet. Beim Annähen wird der Beleg fortlaufend gedehnt. Je enger die Rundung ist an der er sitzt, um so mehr Spannung gebe ich beim Nähen auf den Stoff. Schon beim ersten Mal hat das gut geklappt. Ich fange hinten oder auf der Seitennaht mit dem Annähen an. 3 cm vor dem Ende nehme ich das Teil aus der Maschine, messe die jetzt noch notwendige Länge des Beleges ab und verbinde beide Teile. Dann beende ich den Vorgang des Annähens des Belegs.

Shirt 8Shirt 9

Dann wurde die Nahtzugabe des Vorderteiles (mit Verstärkung bebügelt) abgeschnitten.

Shirt 10

Jetzt habe ich mit viel Dampf auf einem Bügelei gebügelt. Dabei hat sich der Halsausschnitt mit dem Beleg schön in die Rundung gelegt. Hier ist meine aufgebügelte Verstärkung etwas breit.  Da wo sie zu unregelmäßig war habe ich das weiße Flies abgezogen.

Shirt 11

Der Beleg wird um die kleine verbliebene Nahtzugabe geklappt, festgesteckt und im Nahtschatten genäht. Ich habe seit einiger Zeit dazu ein besonderes Füßchen. Meine Ergebnisse beim „Nahtschattennähen“ haben sich damit sehr verbessert. Die Nähte sind fast unsichtbar geworden.

Shirt 12

Nun noch mal viel Dampf auf den Ausschnitt und er lag wunderbar und genau.

Shirt 13

Die Schultern sind fertiggenäht, der Ausschnitt passt. Jetzt kommt die zentrale Anprobe.

Anpassung des T-Shirts

Mir war ja schon klar, dass ich einen Abnäher brauchte. Der sollte vom Armloch aus gehen. Die maximale Größe so eines Abnähers (sagt mein Craftsykurs) kann 2 cm sein. Die Schenkel des Abnähers sollen auf den Brustpunkt zeigen und mehrere cm vorher aufhören.

Solche Abnäher habe ich also auf beiden Seiten provisorisch gesteckt. Der Brustabnäher legt sich bei Anprobieren eigendlich schon selbständig in die richtige Form. Obwohl ja das Armloch mit dem Abnäher 4 cm weniger Stoff hatte habe ich keine Erweiterung eingeplant. Der Jersey hat diese Veränderung so „geschluckt“. Bei Webstoff sähe das anders aus.

Shirt a

Auch die Seitennähte wurden mit Stecknadeln zusammengeheftet und die Nahtlinie der Ärmel mit Stecknadeln markiert.

Shirt 14

So sah das dann aus. Nicht vergessen, dieses rote Shirt basiert schon auf meinem angepassten Schnittmuster. Beim ersten Mal hatte ich viel breitere Schultern und der Abnäher waren auch noch nicht so tief. An dieser Stelle habe ich mir viel Mühe gegeben die Shirts anzupassen. Die Seitennähte zu variieren, die Taillenkurve nachzuzeichnen und auch die Tiefe des Brustabnähers zu formen. Meine Shirts sind aus verschiedenen Materialien. Immer an dieser Stelle des Nähprozesses probiere ich das neue Teil an und immer gibt es Veränderungen mit der unterschiedlichen Flexibilität des Materials zusammenhängen.

Das Vorderteil ist ja 2 cm länger. Beim Zusammennähen der Seitennähte dehne ich den mittleren Teil des Rückteils, die 10 cm unter dem Armloch, so, dass alles wieder passt.

Bei diesem roten Shirt war wenig zu tun. Die wenigen Falten unter der Brust nahm ich in kauf. Hier würde nur ein zweiter Abnäher helfen. Die Falten vom Ausschnitt verschwanden als die Ärmel eingenäht wurden.

Ärmel einnähen

Shirt b

Shirt c

Zunächst wurden die Ärmel an Vorder- und Rückenteil mit Stecknadeln eingeheftet und  mit einem einfachen geraden Stich angenäht. Natürlich habe ich die Passzeichen beachtet. Die Nahtzugabe wurde, wieder auf dem Bügelei, in den Ärmel gebügelt. Danach ist die Nähtzugabe mit der Overlock versäubert worden.

Seitennähte schließen

Die Seitennähte wurden ebenfalls zunächst mit dem Gradstich der Nähmaschine geschlossen und dann mit der Overlock versäubert.

 Säumen des Shirts und der Ärmel

Shirt d

Der letzte Schritt waren die Säume. Hier habe ich zunächst die Kanten mit der Overlock gesäubert und dann umgeklappt und gebügelt.  Die Säume der Shirts sind wahlweise mit der Zwillingsnadel oder mit einem einfachen Stich angenäht. Bei diesem roten Shirt habe ich eine einfache Näht gewählt. Meine Wintershirts haben breite Bündchen bekommen. Die Ärmel lassen sich so aufkrempeln.

Hilfsliteratur

Zur Unterstützung habe ich das Buch  Professionell schneidern von Maynard zurate gezogen. Die Halsausschnittverarbeitung habe ich da gefunden. Das Buch ist großartig und sehr zu empfehlen.

Der Craftsykurs „The ultimate T-Shirt“ der beiden Tiltonschwestern ist nichts für die schnelle Information. Beide Tiltons entwickeln Schnittmuster für Vogue und arbeiten für diesen Videokurs in ihren jeweiligen privaten Nähzimmern und sie tun die Dinge etwas unterschiedlich. Mir war es ein Vergnügen ihnen zuzuschauen obwohl ich ihren Kleidungsstil nicht sehr mag. Beide sind aber gute Lehrerinnen und erklären die Dinge folgerichtig und schlüssig. Und sie haben Humor.

In 9 Lektionen gibt es alle notwendigen Basisinformationen über das Nähen von einfachen T-Shirts für Frauen. Es geht um die Wahl des Stoffes, die Anpassung des Schnittmusters und um Nähtechniken.  Das Schnittmuster V 8793 wird mitgeliefert. Auf der verlinkten Craftsyseite gibt es ausführliche Informationen über den Inhalt des Kurses und auch eine kleine Vorschau.  Für mich waren insbesondere die Informationen über die Technik der Anpassung der Shirts hilfreich. Aber auch über gute Verarbeitung habe ich viel gelernt. Den Kurs empfehle ich wenn jemand viel Zeit hat und sich ausführlich mit der Materie beschäftigen möchte.

Es gibt ihn nur in englischer Sprache, in Deutsch kenne ich nichts vergleichbares.

Einfacher Jerseyrock

Lila rotes Outfit

Für das lila / rote Hemd wollte ich einen Rock. Ganz schnell und bequem. Es gab im Stofflager einen passenden lilafarbenen dicken Romanitjersey. Also habe ich ein Experiment gewagt. Vom Nähpozess wurden keine Fotos gemacht. Ich wollte ja sofort einen Rock zu anziehen. Den Nähweg illustriere ich also am fertigen Rock:

Der Stoff liegt 150 cm breit.

1. Ich habe in Stück abgeschnitten, in der gewünschten
Länge des Rockes
+ kleiner Nähtzugabe oben / 2 cm
+ breitem Saum / 8 cm

1. Der Stoff wLila Rock 1urde an den beiden seitlichen Stoffrändern zusammengenäht und so zu einem Schlauch geschlossen.

3. Eine Schnittkante unten wurde dann mit der Overlock versäubert und den Stoff zu einem einfachenLila Rock 2 Saum breit umgeklappt und mit dem Dreifach-geradstich der Nähmaschine umgenäht.

4. Auf der anLila Rock 4deren Seite des Schlauch wurde der Streifen eines dünnen Stoffes angesetzt und alles zu einem Tunnel geschlossen. Ich habe hier die Webkante des dünnen Stoffes verarbeitet. So musste die eine Seite nicht versäubert werden.

5. In den Tunnel habe ich ein breites Gummi eingezogen und die Einzugstelle mit der Hand geschlossen. Dies ist jetzt das Taillenband.

6. Die Naht mLila Rock 6it den Schnittkanten wurde mit dem Dreifachstich umgesteppt. Die SIMG_1656teppung beginnt schon oben beim Taillenband  und endet direkt in der Saumnaht unten.

7. Ein breiter Haken und eine handgearbeitete Öse ergeben der Rockverschluss in der Taille. Der Haken sitzt unter dem abgesteppten Taillenband, die Öse auf dem Taillenband, an der Stelle die richtig ist, um den Rock bequem tragLila Rock 3en zu können.

8. An einer Stelle der Taille liegt das Taillenband dreifach übereinander. Das Gummiband innen haLila Rockdetail ebe ich an diesen Stellen ganz glatt gezogen. Hier gibt es also kaum Kräusel. Gegen verrutschen ist es  Gummiband auf der einen Seiten mit dezenten schwarzen Stichen und auf der anderen Seite durch die Garnöse gesichert.

Lila Rock Detail 1Lila Rock Detail bLila Rock detail CLila Rockdetail d

Der Rock nur die eine abgesteppte Naht, die nach dem Verschließen des Rockes wie eine Falte aussieht, ein bisschen wie ein Wickelrock. Es gibt keine Seitennähte. Die Falte des Rockes kann deshalb an beliebiger Stelle getragen werden. Mittig vorne, ganz an der Seite oder hinten.

Das Experiment hat geklappt. Der Rock bewährt sich. Es gibt an der einen oder andere Stelle Optimierungsmöglichkeiten. Dadurch wird der Nähprozess aber wieder komplizierter.

Ob dieses Nähprinzip wohl auch mit Webstoff klappt?