das Kleid Patty

Mein neues Kleid Patty ist nicht wirklich hochsommertauglich aber neu und es ist das erste Kleidungsstück, dass ich wieder in Gesellschaft nähen konnte. Im Juni habe ich in Köln in einem kleinen Modeatelier bei Anja Höhn PrimePattern dieses Kleid genäht. Es wird mit Sex und Drogs und Rock’N Roll beworben. @Rita_Pepita hat mehrfach schöne Modelle aus dem Atelier genäht und vorgestellt. Ich habe mich in das Patty-Modell verguckt und mit einer Nähfreundin einen Kurs gebucht.

Hier habe ich Kleid und Kurs vorgestellt. Heute zeige ich es beim MeMadeMittwoch im Juli 2021.

Ich bin nicht unzufrieden mit dem Ergebnis. Am Sitz des Kleides im Rücken will ich noch etwas tun und kleine Schulterpolster werden auch noch eingenäht.

Besonders aber war es, nach so langer Zeit wieder in einer Gruppe mit Gleichgesinnten zu nähen, sich auszutauschen, zu schwatzen, sich gegenseitig zu helfen, etwas zu tratschen……… Was man eben so tut in einer Nähgruppe. Diesen Monat gibt es für mich wieder so eine Gelegenheit. Ich freu mich darauf.

Und was ist jetzt mit Sex und Drugs und Rock’N Roll in Patty? Beim ersten Probetragen des halbfertigen Kleides hat es sich schon gut angefühlt. Das fertige Kleid fühlt sich auch jetzt „von innen“ großartig an und auch mein Mann hat aufmerksamer auf das Kleid reagiert als er es sonst so tut. Also, ein besonderer Flair geht schon von diesem Schnitt aus. Wenn das Wetter es erlaubt, probiere ich es mal auf einem der Familientreffen der nächsten Zeit.

Patty – Prime Pattern – Schnittmusterbeschreibung

Es kommt immer häufiger vor, dass kleine Modedesignateliers auch eigene Entwürfe als Schnittmuster verkaufen. Anja Höhn / Prime Pattern bietet sogar Nähkurse zu ihren Schnitten an. Die Schnitten sind als Maßschnitte (incl. Überprüfung der individuellen Maße mit einer Nesselprobe) oder als Design – Schnitt nach der Maßtabelle zu beziehen. Und es gibt die Schnitte als PDF oder zum Ausdrucken. Schaut selbst auf der Internetseite nach. Das Angebot ist sehr differenziert.

Ich habe mich etwas in ihren Schnitt Patty, Sex und Drogs and Rock’n Roll verguckt. Im Juni gab es dann die Gelegenheit das Kleid im Atelier in Köln mit netter Begleitung von 2 bzw. 3 weiteren Näherinnen zu fertigen. Gerade eben haben die sinkenden Infektionszahlen der Seuche es zugelassen.

Geschlossen wird das enge Kleid mit einem rasanten, auffälligen, diagonal verlaufenen 2 Wege Reißverschluss vorn. Auch die halben Ärmel bekommen zwei, allerdings funktionslose, Reißverschlüsse.

Die Prinzessnähte verlaufen ab der Hüfte in einem eleganten Schwung nach hinten und ermöglichen so bequeme Nahttaschen.

Im Rücken werden auf der Höhe des Gesäßes Paspeltaschen eingebaut.

Das Kleid ist ungefüttert, bei einem Jeanskleid ist Futter auch nicht wirklich üblich. Die Nahtzugaben sind mit der Overlock gesäubert. Das würde ich auf beim nächsten Mal so machen, Hong Kong finisch würde hier zu sehr auftragen. Bei diesem Schnitt mit anderen Stoff würde ich über Futter bzw. Versäuberung der Nahtzugaben noch mal genauer nachdenken.

Der Kurs
Frau Höhn bietet auch hochwertige Stoffe und die nötigen Zutaten an. Ein Rundum-sorglos-Paket also, wenn man will. Ich habe mich dafür, einen Maßschnitt und für einen angebotenen grünen Jeansstoff mit Elastan entschieden. Der passt gut zu meiner Garderobe und durch das Elastan ist das Kleid unglaublich bequem geworden. Genützt habe ich auch die Maschinen im Atelier.
Ich hatte im Vorfeld nur die Nesselprobe für die Passform genäht, mir aber keine Gedanken um die Anleitung gemacht. Während des Nähprozesses im Kurs war ich also an einigen Stellen einigermaßen orientierungslos und mehr auf Anweisungen angewiesen als mir lieb ist. Das würde ich sicher beim nächsten Mal verändern und die Anleitung mal genau lesen. Die Anleitung ist eigentlich ausführlich, es gibt eine Menge hilfreicher Tricks und Tipps. Das Kleid ist schon sehr tragbar, ich will allerdings noch etwas an der Taille hinten anpassen und beim nächsten Mal die rückwärtigen Taschen einige Zentimeter höher einnähen.


Die Nähkurse im Atelier sind für maximal 4 Personen gedacht; dann hat jeder/ jede ausreichen Platz. Eigene Maschinen können mitgebracht werden, die vorhandenen Haushaltsnähmaschinen und die Industriemaschinen werden aber auch zur Verfügung gestellt. So eine uralte Industriekettelmaschine ist schon ein Erlebnis! Als etwas sture Westfälin, frisch aus dem Lockdown, habe ich besonders intensiv das erlebt, was in meiner Heimat rheinische Art / rheinische Fröhlichkeit heißt: etwas durcheinander, viele verschiedenen Dinge gleichzeitig, Geschichten, sozialpolitische Diskussionen und Anekdoten, unkonventionelle Lösungen. Und, wie es normal ist für Nähtreffen, am Ende muss noch schnell was fertig werden und es wird plötzlich hektisch. Ich bin mit meinem Kleid nicht fertig geworden, von Anja Höhn aber noch mit Tipps und Tricks und Faden versorgt worden um mein Kleid erfolgreich und schnell zu Hause zu vollenden.
Der Kurs hat mir gutgetan, die Menschen haben mir gutgetan und ich mag mein neues Kleid sehr.

Vogelrock im Sommer

Me Made Mittwoch im Juni 2021 und draußen ist es richtiger Frühsommer. Da kann ich meinen neuen Rock mit Vögeln und Blättern anziehen ohne zu erfrieren. T-Shirt und Rock gehören zu meiner Lockdown Produktion von Kleidungsstücken. Ich habe sie Grau 20 genannt.

Der Rock noch meinem eigenen Schnitt ist aus Dekostoff genäht und vollständig gefüttert. Der lange Schlitz hinten macht ihn sehr alltagstauglich. Zu Grau 20 gehören noch weitere Kleidungsstücke die fast alle miteinander kombinierbar sind.

Ich bin gespannt auf die neuen und auch älteren Kleidungsstücke die heute gezeigt werden. Es ist immer eine schöne Inspiration.

Grau 20 / Nähen während des Lockdown / die ganz Linie

Dieser Blog hat für mich verschiedene Funktionen. Eine davon ist die Dokumentation meiner Nähwerke. Für die letzte Zeit will ich das jetzt tun. Das war ja wirklich eine besondere Zeit: Corona, Lockdown, Reduktion der sozialen Kontakte auf ganz wenig …..
Ich habe in der Zeit mal wieder eine kleine Kollektion genäht: Grau 20 nenne ich sie. Fast alle Stoffe lagen schon seit längerer oder langer Zeit im Nähzimmer. Und alle Stoffe sind weiß, creme, grau oder schwarz.

Ich habe fast keine neuen Schnitte verwandt, sondern bewährtes wiederholt.

Oberteile:

Cardigan

Ich habe seit vielen Jahren ein kleines, schwarzes, viel getragenes Jäckchen. Ganz kurz und ganz weit und unförmig und mit kleinen Ärmelchen. Dieses gekaufte Teil habe ich nachgenäht. Der dünne Stoff aus Wolle mit Kunstfaser hat einen komplizierten Rapport und ich habe länger gebraucht um eine schöne Verteilung des Musters hinzukriegen. Deshalb hat der Stoff lange in meinem Schrank gelegen. Als die Jacke fertig war habe ich sie als „misslungen“ weggelegt. In den letzten Wochen habe ich sie noch mal Probe getragen und jetzt liebe ich sie sehr. So kanns gehen.

Käferhemd
Das Käferhemdes habe ich nach meinem bewährten Hemdblusenschnitt genäht. Basis ist IamHermes mit vielfältigen Anpassungen. Der Baumwollstoff ist hauchdünn und etwas durchsichtig.

Pullover
Toaster Sweater 1 und 2
Beide Schnitte habe ich schon genäht und die entstandenen Pullover mag ich sehr. Hier kommt ein schwarzer aus dickerer Wolle und ein weißer ganz dünner.

Toaster 2 ist mir zu breit auf den Schultern. Ich nähe also eine kleine Falte ein und dann passt er und gefällt mir noch viel besser.

Der Stoff des gestreiften Pullovers war nach dem Vorwaschen grauenhaft verzogen und lag lange im Schrank. Der Schnitt ist neu, Balmain Knit Tunic von StyleArc. Mir hat der Schnitt sofort sehr gefallen und ich habe ihn gleich besorgt. Glücklicherweise reichte der Stoff gerade für diesen großen Pullover. Der Schnitt ist toll, ich kann ihn sehr empfehlen.

T-Shirts

Hellgrau, dunkelgrau und gestreift
Baumwollreste aus der T-Shirtproduktion für meinen Mann habe ich verarbeitet und ein weiterer Stoff vom Stoffmarkt. Genützt habe ich meinen Basis T-shirtschnitt. Den V-Ausschnitt habe ich so auch bei den Herrenshirts für meinen Mann genäht. Nur habe ich hier zwei V-Ausschnitte gemacht, einen tieferen vorne und einen höheren hinten.

Das gestreifte Shirt ist langärmelig.

Röcke

Der Vogelrock aus Dekostoff und der Wickelrock aus einem alten Wollstoff sind Varianten meines Rockgrundschnitts. Der Vogelrock ist schlicht und wie beschrieben, die Konstruktion des Wickelrocks habe ich hier schon mal erläutert.

Dann habe ich noch einem weiten Sommerrock genäht. Der Viskosestoff war ursprünglich für ein Sommerkleid gekauft und lag schon länger im Schrank. Auch hier habe ich einen für mich neuen Schnitt, Estuary von Sew Liberated, verwendet. Der Schnitt ist ok. Vorne ist er durchgeknöpft, in den hinteren Bund wird ein Gummi eingezogen. Es gibt zwei große Taschen. Und der Rock schwingt wunderbar um die Beine.

Hose

Die Hose ist aus einem merkwürdigen Kunstfaserstoff und sehr elastisch. Auch dieser Stoff lag länger in meinem Schrank. 2015 habe ich einen Teil davon verwendet, um einen wendbaren Wickelrock zu nähen. Das mit dem Wenden hat sich damals nicht bewährt. Diese Hose ist gut und ich habe sie schon viel getragen, eine praktische Pull-on-hose eben.

Der Schnitt ist auch von StyleArc und heißt Lola. Den habe ich schon öfter genäht und für mich angepasst.

Naehen während des Lookdown

Heute ist das Märztreffen 2021 der nähbegeisterten Frauen in Deutschland. Das habe ich gerade produziert. Schaut mal.

Eigentlich nähe ich ja an der schwarzen kleinen Jacke.

Zwischendurch habe ich das Chaos im Nähzimmer beseitigt und einen hohen Stoffstapel grauer, schwarzer, weißer und beiger Stoffe gebaut. Immer mit der Frage: Was passt den dann demnächst zur neuen Jacke. Der Stapel wurde höher und höher und führte dann ein Eigenleben. Richtig alte Stoffe waren dabei. Schließlich nähe ich seit über 50 Jahren. Fast alle der Stoffe haben Handicaps: Webfehler, verdreht beim Waschen, zu wenig Stoff, zu jugendlich, zu durchsichtig, Reste……………… Ich beschloss schon mal einige der Stoffe zu vernähen. Die aktuelle Situation wegen Corona gab mir genügend Zeit.

Als ich heute alle entstandenen Kleidungsstücke aufeinander legte, war ich doch sehr überrascht! So viele Stücke sind seit Dezember entstanden.

Nun, heute stelle ich die winterlichsten Teile vor.
Es gab einen 90 cm langen 140 cm breiten Stoff aus Wolle und Baumwolle. Die Webart hat mir sehr gefallen. Trotzdem hat der Stoff schon viele Jahre im Lager gelegen.

Ich wollte einen Wickelrock aber 90 cm sind wirklich wenig dafür. Der Stoff hat schöne Webkanten die sich lohnen erhalten zu werden. Ich habe also einen Bleistiftrock ohne Seitennähte entworfen (hier schon mal vorgeführt) und die Wickel so weit übereinander geschlagen wie die Stoffbreite hergab uns statt Bündchen oben einen inneren Beleg und zur Stabilisierung ein schwarzes Ripsband.

Geschlossen wird der Rock mit einem dicken trennbaren Reißverschluss und Harken und Öse bzw. Druckknopf in der Taille. Und gefüttert ist er natürlich auch. Als ich nach längerem Überlegen das Konzept für den Rock im Kopf hatte, ging das Nähen ganz schnell.

Ich trage den Rock hier mit einem T-Shirt (nach eigenem Grundschnitt) aus einem restlichen Stück Jersey aus der T-Shirt-Produktion für meinen Mann. Gegen die Langeweile habe ich vorne und hinten einen V-Ausschnitt eingebaut. Es gibt noch so eins in hellerem Grau und zwei gestreifte Teile, eins mit kurzem (schwarz grau) und eins mit langem Arm (hell und dunkelbeige). Weil es aber kälter geworden ist, habe ich den schwarzen Toaster 1 Sweater drübergezogen. Der Schnitt gefällt mir sehr, Raglan, weiter Rollkragen, angenehmer Stoff. Dieser Stoff hatte mittig mehrere Webfehler! Aber nur auf einer Seite sichtbar. Von außen sieht der Sweater tadellos aus.