Enge Röcke nach persönlichen Maßen Teil 1

Dieser Blog dient auch der  Dokumentation meines Nähprozessen. Schon länger plane ich deshalb meine Erfahrungen mit dem Nähen von Röcken zu dokumentieren und zu reflektieren.

Ich werde in mehrere Folgen meine Art diese Röcke zu nähen dokumentieren. Hier in Teil 1 stelle ich die entstandenen Röcke vor.

In den letzten zwei Jahren habe ich sieben Röcke nach meinen persönlichen Maßen genäht. Genau wie Hosen sind Röcke ein zentraler Pfeiler meiner Garderobe. Ich mag sie weil sie, mit anderen Oberteilen kombiniert, das tägliche Outfit immer wieder anders aussehen lassen.  Mir stehen am besten enge knie- bis wadenlange Röcke. Sie können auch ruhig bunt sein. Ruhe bringen dann einfarbige Oberteile und Strümpfe.

Stoffwahl
Inzwischen habe ich mit ganz verschiedenen Stoffen gearbeitet. In diesem Bild links sieht man die Stoffe der Röcke gut. Die beiden obersten Röcke sind aus Cordstoff. Der blaue Rock besteht aus feinem Babycord. Der Stoff des hellbeigen Rockes ist etwas elastisch. Der dunkle Rock darunter ist aus einem festeren Wollstoff genäht; ähnlich einem alten Anzugstoff. Darüber liegen zwei Röcke aus Dekorationsstoff. Der untere sollte ein Gardinenstoff aus Baumwolle sein,  der Stoff darüber ist ein Jacquardstoff und wurde als Möbelstoff verkauft. Die beiden letzten Röcke bestehen aus Wollstoff. Einer ist beige mit blauen dünnen Streifen und der schwarz weiße Rock hat dünne rote Streifen.
Keiner der Stoffe hat sich als untauglich erwiesen. Jeder hat im Jahresverlauf seine Funktion.
 
Verschiedene Bedingungen erfüllen die Röcke um im regelmäßigen Gebrauch zu sein. Ich will einen Rock anziehen und dann vergessen! Wenn ich ihn dauern richten muss, bleibt er im Schrank. 



Schrittweite

 
Röcke müssen beim Gehen  ausreichende Bewegungsfreiheit gewährleisten. Ich habe deshalb mit unterschiedlichen Schlitzen experimentiert:

Diese beiden Röcke sind knielang. Es ist keine Schlitz erforderlich. Dabei ist der linke Rock unten ausgestellt; hat eine A-Form und bekommt so mehr Weite. Der rechte Rock ist enger und hier ist das Einsteigen ins Auto grenzwertig bequem.

Dieser schwarze Rock hat  einen einfachen Schlitz. Das ist sehr bequem und ganz einfach zu nähen.


Meistens konstruieren ich allerdings eine einseitig überstehenden Schlitz. Das sieht etwas eleganter aus. Ob die Falte links oder recht übersteht ist mir egal. Vermutlich gibt es Regeln die ich aber nicht kenne. Bislangs mache ichs „wie es kommt“.

Zwei andere Varianten um die nötige Schrittweite zu bekommen habe ich bei diesen beiden Röcken probiert. Der helle Cordrock rechts ist ein Wickelrock.
Beim blauen Rock habe ich eine Fächerfalte aus Futterstoff eingesetzt.

Guter Sitz

Röcke sollen gut sitzen  und sich nicht bei Bewegung verschieben. Das ist dann gewährleistet, wenn die Passform gut ist.  Dadurch, dass die Röcke nach meinen persönlichen Maßen genäht worden sind, passen sie ganz hervorragend. Basis ist der Maßschnitt und die Anpassung und dezente Korrektur während des Nähprozesses. Diese Anpassung ist jedes Mal erforderlich den jeder Stoff verhält sich ein wenig anders.
Auch das Abfüttern der Röcke spielt für den guten Sitz eine wichtige Rolle. Ich füttere alle diese engen Röcke mit glattem Futterstoff. Dabei ist mir die Qualität des Futterstoffes wichtig. Baumwollstoff z.B. ist als Futter nicht geeignet denn er hat nicht die richtigen Eigenschaften. Er rutscht nicht und neigt selber zum Krumpeln und Knittern. Gutes Futter soll unter den Oberstoff gleiten und den Rock gut und glatt aussehen lassen.  Futter verhindert auch das Ankleben an die Strumpfhosen und das Hochkrabbeln des Rockes. 

Verarbeitung in der Taille

Nicht unerheblich für den guten Sitz ist eine schöne Taillenverarbeitung. Bislang habe ich hier zwei Varianten erprobt. Vier Röcke haben einen mehr oder weniger breiten Taillenbund. Der ist jeweils mit eingebügelter Einlage verstärkt. Um das Taillenband dünner zu halten ist das innere Stoffteil nicht eingeklappt sondern wahlweise mit der Overlock versäubert oder ich habe den Webrand des Stoffes verwendet. Beim Rock aus dickem Möbelstoff habe ich gleich den inneren Beleg aus Futterstoff gearbeitet.


Bei drei Röcken ist der innere Beleg gleich angeschnitten und umgeklappt. Auch hier habe ich eine Verstärkung eingebügelt.Beide Arten der Taillenverarbeitung sind für mich in gleicher Weise bequem. Angeschnittene Belege gefallen mir ein bisschen besser bei Röcken die etwas unterhalb der Taille sitzen.


Das Rockfutter

Alle meine engen Röcke sind gefüttert. Für den Zuschnitt verwende ich die Schnittteile des Vorder- und Hinterrocks. Häufig versäubere ich den Futterstoff nicht sondern schneide ihn nur mit der ZickZackschere zu.  

Wenn der Rock aus Oberstoff so weit fertiggestellt  ist das nur noch Bündchen und der Saum fehlen, fange ich mit dem Zusammennähen des Futterrocks an.
Folgende Nähschritte ergeben sich bei einem Rock mit Bündchen und einem Reißverschluss in der hinteren Mitte:

  • Seitennähte des Futterrockes zusammennähen.
  • Futterrock links auf links mit dem Oberstoffrock zusammenstecken. Zuerst stecke ich dazu die Seitennähte und die vordere Mitte mit Stecknadeln fest. Zuletzt hefte ich den Futterstoff an der hinteren Mitte an die beiden Reißverschlußseiten. Dabei klappe ich die Nahtzugaben des Futterrockes schon so ein wie sie später festgenäht werden.
  • Der Futterrock ist um den Teil der Abnäherinhalte breiter als der Oberstoffrock. Diesen Futterüberschuss stecke ich in groben Falten an den Oberrock.

  • Jetzt verbinde ich Futterrock und Oberstoffrock an der Taille durch eine Naht mit breitem Stich (5mm)  mit der Nähmaschine. Die Stecknadeln können entfernt werden. Wenn erforderlich kann ich den Rock jetzt noch einmal anprobieren um die genaue Taillenlinie für das Bündchen festzulegen. Wenn die Taillenlinie fest steht schneide ich den überflüssigen Stoff oberhalb der Taillenlinie ab. Dabei versuche ich den Stoff der im Bündchen verschwindet möglichst dünn zu halten. Beim Rock aus Möbelstoff habe ich Oberstoff und Futterstoff unterschiedlich lang gelassen, also in Stufen zurückgeschnitten. Auch die Nahtzugaben an den Seitennähten oben beim Bund sind in Stufen zurückgeschnitten um damit die Stofffülle zu reduzieren. Bei dünnem Rockstoffen ist das nicht erforderlich.

  • Für das Annähen des Bündchens verwende ich jetzt den oberen Teil wie eine Lage Stoff. Das Bündchen wird ganz normal angenäht. Beim Rock aus Möbelstoff habe ich das Bündchen halb aus Oberstoff und halb aus Futterstoff gearbeitet.
  • Erst jetzt schließe ich den rückwärtigen Futterrockteil. Die Seiten die an den Reißverschluss grenzen. hefte ich mit kleinen Straffierstichen von Hand an. Die Nahtzugabe ist dabei nach innen eingeschlagen. Für den Rest der Naht bis zum Schlitz nehme ich die Nähmaschine.
  • Erst danach arbeite ich den Gehschlitz des Oberstoffs.
  • Der vorletzte Schritt sind die Verarbeitung der Säume von Oberstoff und Futterstoff.Bei der Saumnaht des Futterstoffs entscheide ich mich immer neu. Der Saum des Futters soll von beiden Seiten ansehnlich sein. Hin und wieder lugt beim Sitzen das Futter unter dem Rock hervor. Das finde ich ganz neckisch wenn der Futtersaum dann auch schön aussieht. Ich habe da mit verschiedenen Varianten experimentiert. Spitze hat sich nicht bewährt denn sie gleitet oft nicht schön über Oberstoff und Strumpfhose. Ziernähte am Ende des Futterstoffes sehen von beiden Seiten schön aus, sind aber in dem dünnen Futterstoff schwer zu verarbeiten.In der letzten Zeit bevorzuge ich sehr breiten Futtersäume (10cm) die von beiden Seiten gut aussehen und bei denen es unerheblich ist ob die Nahtzugabe in den Rock geklappt wurde oder nach außen schaut. Bei Rock aus Möbelstoff habe ich die Nähte nach innen geklappt.
  • Der letzte Schritt ist das Anstraffieren des Futterstoffen an den Schlitz damit er beim Gehen nicht sichtbar wird. Die Art des Annähens hängt von der Form des Gehschlitzes ab. Beim Möbelrock habe ich die Stoffe der beiden Schenkel der Schlitze von Hand zusammengenäht und dabei darauf geachtet, dass kein Zug zwischen Ober- und Futterstoff entsteht.

Was die Röcke nicht haben

Meine engen Röcke haben keine Taschen. Das ist unpraktisch aber schicker. Lippenstift, Taschentuch und Schlüssel in  kleinen Tasche am Körper unterzubringen ist sehr nützlich denn es erspart die Handtasche. Bei solchen Taschen bin ich aber verführt den Geldbeutel auch noch herein zu quetschen und das eine oder andere dort zu verwahren. Die Taschen beulen aus, alles wird unförmiger und sieht nicht mehr gut aus. Ich hab mich also für den Moment gegen Taschen in engen Kleidungsstücken entschieden. 

Rockaufhänger brauche ich auch nicht. Bei gekauften Röcken stehe ich damit auf Kriegsfuß. Sie hängen raus wenn ich nicht aufpasse, sie sind oft zu groß oder zu klein. Darüber hinaus benütze ich zum Aufhängen Klappbügel. Soweit Teil 1. Da diese Serie meiner persönlichen Dokumentation dient, werde ich den Inhalt bei bedarf ergänzen und erweitern.
In Teil 2 beschreibe ich wie der Grundschnitt von mir konstruiert wurde und welche Veränderungen er erfahren hat.

Dieser Blog dient auch der  Dokumentation meines Nähprozessen. Schon länger plane ich deshalb meine Erfahrungen mit dem Nähen von Röcken zu dokumentieren und zu reflektieren.

Ich werde in mehrere Folgen meine Art diese Röcke zu nähen dokumentieren. Hier in Teil 1 stelle ich die entstandenen Röcke vor.

In den letzten zwei Jahren habe ich sieben Röcke nach meinen persönlichen Maßen genäht. Genau wie Hosen sind Röcke ein zentraler Pfeiler meiner Garderobe. Ich mag sie weil sie, mit anderen Oberteilen kombiniert, das tägliche Outfit immer wieder anders aussehen lassen.  Mir stehen am besten enge knie- bis wadenlange Röcke. Sie können auch ruhig bunt sein. Ruhe bringen dann einfarbige Oberteile und Strümpfe.

Stoffwahl
Inzwischen habe ich mit ganz verschiedenen Stoffen gearbeitet. In diesem Bild links sieht man die Stoffe der Röcke gut. Die beiden obersten Röcke sind aus Cordstoff. Der blaue Rock besteht aus feinem Babycord. Der Stoff des hellbeigen Rockes ist etwas elastisch. Der dunkle Rock darunter ist aus einem festeren Wollstoff genäht; ähnlich einem alten Anzugstoff. Darüber liegen zwei Röcke aus Dekorationsstoff. Der untere sollte ein Gardinenstoff aus Baumwolle sein,  der Stoff darüber ist ein Jacquardstoff und wurde als Möbelstoff verkauft. Die beiden letzten Röcke bestehen aus Wollstoff. Einer ist beige mit blauen dünnen Streifen und der schwarz weiße Rock hat dünne rote Streifen.
Keiner der Stoffe hat sich als untauglich erwiesen. Jeder hat im Jahresverlauf seine Funktion.

Verschiedene Bedingungen erfüllen die Röcke um im regelmäßigen Gebrauch zu sein. Ich will einen Rock anziehen und dann vergessen! Wenn ich ihn dauern richten muss, bleibt er im Schrank. 



Schrittweite

 
Röcke müssen beim Gehen  ausreichende Bewegungsfreiheit gewährleisten. Ich habe deshalb mit unterschiedlichen Schlitzen experimentiert:

Diese beiden Röcke sind knielang. Es ist keine Schlitz erforderlich. Dabei ist der linke Rock unten ausgestellt; hat eine A-Form und bekommt so mehr Weite. Der rechte Rock ist enger und hier ist das Einsteigen ins Auto grenzwertig bequem.

Dieser schwarze Rock hat  einen einfachen Schlitz. Das ist sehr bequem und ganz einfach zu nähen.


Meistens konstruieren ich allerdings eine einseitig überstehenden Schlitz. Das sieht etwas eleganter aus. Ob die Falte links oder recht übersteht ist mir egal. Vermutlich gibt es Regeln die ich aber nicht kenne. Bislangs mache ichs „wie es kommt“.

Zwei andere Varianten um die nötige Schrittweite zu bekommen habe ich bei diesen beiden Röcken probiert. Der helle Cordrock rechts ist ein Wickelrock.
Beim blauen Rock habe ich eine Fächerfalte aus Futterstoff eingesetzt.

Guter Sitz

Röcke sollen gut sitzen  und sich nicht bei Bewegung verschieben. Das ist dann gewährleistet, wenn die Passform gut ist.  Dadurch, dass die Röcke nach meinen persönlichen Maßen genäht worden sind, passen sie ganz hervorragend. Basis ist der Maßschnitt und die Anpassung und dezente Korrektur während des Nähprozesses. Diese Anpassung ist jedes Mal erforderlich den jeder Stoff verhält sich ein wenig anders.  
Auch das Abfüttern der Röcke spielt für den guten Sitz eine wichtige Rolle. Ich füttere alle diese engen Röcke mit glattem Futterstoff. Dabei ist mir die Qualität des Futterstoffes wichtig. Baumwollstoff z.B. ist als Futter nicht geeignet denn er hat nicht die richtigen Eigenschaften. Er rutscht nicht und neigt selber zum Krumpeln und Knittern. Gutes Futter soll unter den Oberstoff gleiten und den Rock gut und glatt aussehen lassen.  Futter verhindert auch das Ankleben an die Strumpfhosen und das Hochkrabbeln des Rockes. 


Verarbeitung in der Taille
Nicht unerheblich für den guten Sitz ist eine schöne Taillenverarbeitung. Bislang habe ich hier zwei Varianten erprobt. Vier Röcke haben einen mehr oder weniger breiten Taillenbund. Der ist jeweils mit eingebügelter Einlage verstärkt. Um das Taillenband dünner zu halten ist das innere Stoffteil nicht eingeklappt sondern wahlweise mit der Overlock versäubert oder ich habe den Webrand des Stoffes verwendet. Beim Rock aus dickem Möbelstoff habe ich gleich den inneren Beleg aus Futterstoff gearbeitet.


Bei drei Röcken ist der innere Beleg gleich angeschnitten und umgeklappt. Auch hier habe ich eine Verstärkung eingebügelt.

Beide Arten der Taillenverarbeitung sind für mich in gleicher Weise bequem. Angeschnittene Belege gefallen mir ein bisschen besser bei Röcken die etwas unterhalb der Taille sitzen. 




Das Rockfutter

Alle meine engen Röcke sind gefüttert. Für den Zuschnitt verwende ich die Schnittteile des Vorder- und Hinterrocks. Häufig versäubere ich den Futterstoff nicht sondern schneide ihn nur mit der ZickZackschere zu.  

Wenn der Rock aus Oberstoff so weit fertiggestellt  ist das nur noch Bündchen und der Saum fehlen, fange ich mit dem Zusammennähen des Futterrocks an.
Folgende Nähschritte ergeben sich bei einem Rock mit Bündchen und einem Reißverschluss in der hinteren Mitte:

  • Seitennähte des Futterrockes zusammennähen.
  • Futterrock links auf links mit dem Oberstoffrock zusammenstecken. Zuerst stecke ich dazu die Seitennähte und die vordere Mitte mit Stecknadeln fest. Zuletzt hefte ich den Futterstoff an der hinteren Mitte an die beiden Reißverschlußseiten. Dabei klappe ich die Nahtzugaben des Futterrockes schon so ein wie sie später festgenäht werden.
  • Der Futterrock ist um den Teil der Abnäherinhalte breiter als der Oberstoffrock. Diesen Futterüberschuss stecke ich in groben Falten an den Oberrock.

  • Jetzt verbinde ich Futterrock und Oberstoffrock an der Taille durch eine Naht mit breitem Stich (5mm)  mit der Nähmaschine. Die Stecknadeln können entfernt werden. Wenn erforderlich kann ich den Rock jetzt noch einmal anprobieren um die genaue Taillenlinie für das Bündchen festzulegen. Wenn die Taillenlinie fest steht schneide ich den überflüssigen Stoff oberhalb der Taillenlinie ab. Dabei versuche ich den Stoff der im Bündchen verschwindet möglichst dünn zu halten. Beim Rock aus Möbelstoff habe ich Oberstoff und Futterstoff unterschiedlich lang gelassen, also in Stufen zurückgeschnitten. Auch die Nahtzugaben an den Seitennähten oben beim Bund sind in Stufen zurückgeschnitten um damit die Stofffülle zu reduzieren. Bei dünnem Rockstoffen ist das nicht erforderlich.
      verschiedenen Futtersäume

    • Für das Annähen des Bündchens verwende ich jetzt den oberen Teil wie eine Lage Stoff. Das Bündchen wird ganz normal angenäht. Beim Rock aus Möbelstoff habe ich das Bündchen halb aus Oberstoff und halb aus Futterstoff gearbeitet.
    • Erst jetzt schließe ich den rückwärtigen Futterrockteil. Die Seiten die an den Reißverschluss grenzen. hefte ich mit kleinen Straffierstichen von Hand an. Die Nahtzugabe ist dabei nach innen eingeschlagen. Für den Rest der Naht bis zum Schlitz nehme ich die Nähmaschine.
    • Erst danach arbeite ich den Gehschlitz des Oberstoffs.
    • Der vorletzte Schritt sind die Verarbeitung der Säume von Oberstoff und Futterstoff.

      Bei der Saumnaht des Futterstoffs entscheide ich mich immer neu. Der Saum des Futters soll von beiden Seiten ansehnlich sein. Hin und wieder lugt beim Sitzen das Futter unter dem Rock hervor. Das finde ich ganz neckisch wenn der Futtersaum dann auch schön aussieht. Ich habe da mit verschiedenen Varianten experimentiert. Spitze hat sich nicht bewährt denn sie gleitet oft nicht schön über Oberstoff und Strumpfhose. Ziernähte am Ende des Futterstoffes sehen von beiden Seiten schön aus, sind aber in dem dünnen Futterstoff schwer zu verarbeiten.

      In der letzten Zeit bevorzuge ich sehr breiten Futtersäume (10cm) die von beiden Seiten gut aussehen und bei denen es unerheblich ist ob die Nahtzugabe in den Rock geklappt wurde oder nach außen schaut. Bei Rock aus Möbelstoff habe ich die Nähte nach innen geklappt.

      • Der letzte Schritt ist das Anstraffieren des Futterstoffen an den Schlitz damit er beim Gehen nicht sichtbar wird. Die Art des Annähens hängt von der Form des Gehschlitzes ab. Beim Möbelrock habe ich die Stoffe der beiden Schenkel der Schlitze von Hand zusammengenäht und dabei darauf geachtet, dass kein Zug zwischen Ober- und Futterstoff entsteht.

      Was die Röcke nicht haben

      Meine engen Röcke haben keine Taschen. Das ist unpraktisch aber schicker. Lippenstift, Taschentuch und Schlüssel in  kleinen Tasche am Körper unterzubringen ist sehr nützlich denn es erspart die Handtasche. Bei solchen Taschen bin ich aber verführt den Geldbeutel auch noch herein zu quetschen und das eine oder andere dort zu verwahren. Die Taschen beulen aus, alles wird unförmiger und sieht nicht mehr gut aus. Ich hab mich also für den Moment gegen Taschen in engen Kleidungsstücken entschieden. 

      Rockaufhänger brauche ich auch nicht. Bei gekauften Röcken stehe ich damit auf Kriegsfuß. Sie hängen raus wenn ich nicht aufpasse, sie sind oft zu groß oder zu klein. Darüber hinaus benütze ich zum Aufhängen Klappbügel. 

      Soweit Teil 1. Da diese Serie meiner persönlichen Dokumentation dient, werde ich den Inhalt bei bedarf ergänzen und erweitern.


      In Teil 2 beschreibe ich wie der Grundschnitt von mir konstruiert wurde und welche Veränderungen er erfahren hat.

      20 Gedanken zu „Enge Röcke nach persönlichen Maßen Teil 1

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      14. pimo

        Hallo liebe Mema,

        das ist eine interessante Zusammenfassung. Ich lese es gerne. Kannst Du bitte, wenn Du Zeit hast, ganz kurz erklären, wie Du den Rock aus dem Deko-Stoff gefuttert hast. Oder könntest Du mir bitte sagen, wo ich es nachgucken kann. Ich bin mir nicht sicher, wie der Ablauf ist.

        Viele liebe Grüße.

        Ich schreibe Dir in ein paar Tagen noch eine Mail wegen unseres Treffens. Ich freue mich jetzt schon.

        Antworten
      15. immi

        Das mit dem ‚Vergessen‘ finde ich auch einen interessanten Aspekt. Du hast das in einem anderen Zusammehang schon einmal so gesagt und das ist bei mir hängengeblieben. Sage mal – schneidest du einen geraden Rockbund oder einen Formbund? Scheinbar einen geraden denn sonst könntest du ihn nicht umbücken. Bei mir steht ein gerader Rockbund immer ab, u.a. wohl wegen meines Hohlkreuz.

        Liebe Grüße
        Immi

        Antworten
        1. mema

          Gerades Stoffbündchen! Es ist ja ehr schmal. Abstehende Bündchen sind bei mir kein Problem weil mein Taillenausfall gering ist und ich wohl kein Hohlkreuz habe und die Strecke ja mit Abnähern ausgeglichen ist.
          Gruß Mema

          Antworten
      16. Lucy in the Sky

        Interessante Auflistung – das ist spannend, mal systematisch zu vergleichen. Röcke ohne Bund, also an der oberen Kante nur mit Futter verstürzt, nähst du also gar nicht?
        Ich bin auf die Fortsetzung gespannt!

        viele Grüße! Lucy

        Antworten
      17. buntekleider

        Schön beschrieben, mit dem Roch, der nacjh dem Anziehen vergessen wird. Ich hatte da diverse Exemplare, die sich drehen bzw. unter die Achseln rutschen.
        Deine Röcke gefallen mir immer, liegt wahrscheinlich am Maßschnitt.
        LG, Claudia

        Antworten

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